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Montag, 11.10.21 19:33
News-Schriftzug auf schwarzem Hintergrund.
Bildquelle: pixabay
Von Hedgefonds getrieben, Kommentar zu Energiemärkten von Dieter

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Kuckelkorn

Frankfurt (ots) - Zunächst hat es einen enormen Preisanstieg der Energieträger

Erdgas und Kohle gegeben, nun ist auch Rohöl betroffen. Der Preis der

wichtigsten Referenzsorte Brent Crude erreichte am Montag mit 84,56 Dollar den

höchsten Stand seit Oktober 2018. Die US-Sorte West Texas Intermediate kletterte

sogar auf ein Siebenjahreshoch. Zwar hat sich der europäische Spotmarktpreis für

Erdgas gegenüber seinem Rekordhoch vom Mittwoch vergangener Woche zeitweise fast

halbiert, inzwischen zieht er aber wieder an. Die Preise für Kohle in Asien

befinden sich auf Rekordhochs, und auch beim Ölpreis dürfte sich der Anstieg

noch fortsetzen.

Dafür gibt es eine ganze Reihe an Gründen. Der Hauptgrund liegt sicherlich

darin, dass es eine fundamentale Knappheit an Energieträgern gibt. Die Erholung

von den Lockdowns im Rahmen der Pandemie ist zumindest in den USA und Asien

rascher erfolgt als erwartet, während das Angebot an Energieträgern unter

anderem wegen eines Mangels an Investitionen nicht Schritt hält. Dazu trägt bei,

dass im Rahmen der grünen Energiewende der Schwerpunkt insbesondere in

entwickelten Regionen wie Europa bereits auf der Erschließung zusätzlicher

regenerativer Energien liegt, die sich jedoch beispielsweise mit Blick auf ihre

Wetterabhängigkeit als wenig zuverlässig erwiesen haben. Somit ist die

gegenwärtige Energiekrise auch ein Ergebnis mangelhafter Planung der

Energiewende durch die Politik, insbesondere in der EU.

Es gibt aber noch kurzfristige Faktoren wie die Tatsache, dass das Kartell Opec

plus bei der Ölförderung auf die Bremse tritt und bislang keine Anstalten zeigt,

von der vor Monaten vereinbarten Planung eines langsamen Anstiegs der Produktion

abzuweichen - zumal einige Opec-Mitglieder sogar noch unter den ihnen

zugestandenen Quoten bleiben. Eine Rolle spielt auch, dass sich die US-Regierung

bislang weigert, durch den Verkauf von Öl aus der strategischen Reserve die

Spitzen der Ölpreisentwicklung zu glätten.

Hinzu kommt ein Faktor, der nicht übersehen werden sollte: In die Märkte für Gas

und Öl sind große Mengen spekulativer Investments von Finanzinvestoren,

hauptsächlich Hedgefonds, geflossen, wobei der jüngste Preissturz bei Gas diese

veranlasst, auf Öl umzusteigen. So beträgt das Verhältnis von Long- zu

Short-Positionen, die in den USA von Finanzinvestoren auf dem Ölmarkt gehalten

werden, rund sieben zu eins, was bereits ein recht extremes Verhältnis

darstellt. Gerade dieser Faktor dürfte den Ölpreis noch weiter nach oben

treiben.

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Quelle: dpa-AFX


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