OTS: Coface Deutschland / Die Zahlungsmoral stimmt! Deutsche Unternehmen im ...

Dienstag, 14.09.21 09:57
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Die Zahlungsmoral stimmt! Deutsche Unternehmen im zweiten Corona-Jahr

entspannter, aber wachsam (FOTO)

Mainz (ots) - Unternehmen in Deutschland vertrauen wieder mehr auf die

Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden. So bieten Firmen ihren Abnehmern im Vergleich

zum Vorjahr deutlich häufiger Zahlungsziele an. Dieses gesteigerte Vertrauen

wird mit einer verbesserten Zahlungsdisziplin belohnt: In den vergangenen 12

Monaten berichten nur noch 59% von Zahlungsverzögerungen (-9%). Das sind

Erkenntnisse aus der jährlichen Befragung des Kreditversicherers Coface zu

Zahlungserfahrungen deutscher Unternehmen. Offen bleibt der Einfluss von

staatlichen Corona-Hilfen auf diese verbesserten Ergebnisse.

Fast drei Viertel (74%) der über 800 befragten Unternehmen haben ihren Kunden in

den vergangenen 12 Monaten ein Zahlungsziel eingeräumt. Zum selben Zeitpunkt des

Vorjahres waren es nur 62%. In der letzten Befragung vor Beginn der

Corona-Pandemie im Jahr 2019 operierten noch 81% der Unternehmen mit

Zahlungszielen. "Deutsche Firmen haben sich offenbar an das Pandemieumfeld

gewöhnt, dennoch bleiben sie wachsam und sind nach wie vor bestrebt, so früh wie

möglich Kasse zu machen", sagt Coface-Volkswirtin Christiane von Berg. Diese

Wachsamkeit ist auch in den kurzen Zahlungsfristen erkennbar, die weiterhin die

deutsche Unternehmenslandschaft dominieren. 88% der Unternehmen fordern ihr Geld

im Jahr 2021 innerhalb von 60 Tagen. Die durchschnittliche

Lieferantenkredit-Laufzeit verringerte sich geringfügig um etwa einen Tag: von

34 Tagen im Jahr 2020 auf 33 Tage im Jahr 2021.

Bau- und Textilbranche weiten Zahlungsfristen deutlich aus

Während sich die durchschnittliche Zahlungsfrist nur geringfügig verändert hat,

gibt es 2021 signifikante Veränderungen innerhalb der 11 untersuchten Branchen.

Um fast 10 Tage im Vergleich zum Vorjahr wurden die Zahlungsfristen im

Baugewerbe und in der Textil- und Kleidungsbranche verlängert. Dennoch gewährt

die Baubranche mit 24,4 Tagen nach wie vor die kürzesten Zahlungsziele, während

der Textil- und Bekleidungssektor mit durchschnittlich 47 Tagen die großzügigste

deutsche Branche ist. Früher zur Kasse gebeten werden 2021 die Kunden im

Maschinenbau (-8,2 Tage), im Agrar-, Lebensmittel- und Holzsektor (-7,3 Tage)

sowie in der Automobilindustrie (-6,3 Tage). "Auch, wenn es nicht explizit

gefragt wurde, berichten uns Kunden häufig, dass die gestiegenen Rohstoffpreise

und damit die hohen Materialkosten sie unter Druck setzen. Sie möchten diese

Vorleistungskosten offenbar möglichst schnell wieder einholen", sagt Christiane

von Berg.

Trotz Corona: auch 2021 weniger Zahlungsverzögerungen

Die Zahlungsmoral von Kunden deutscher Unternehmen hat sich 2021 erneut

verbessert. Bereits im Vorjahr war der Anteil von Unternehmen, die

Zahlungsverzögerungen erlebten, trotz einer starken Rezession überraschend von

85% (2019) auf 68% zurückgegangen. In der aktuellen Befragung gaben nun 59% der

Teilnehmer an, in den vergangenen 12 Monaten von verspäteten Zahlungen betroffen

gewesen zu sein. Mit Ausnahme der Transport- und der Metallbranche ging die Zahl

der Zahlungsverzögerungen in allen Sektoren zurück. Während weniger als die

Hälfte der Firmen im Agrar-, Lebensmittel- und Holzsektor (49%) verspätete

Zahlungen meldeten, waren es im Textil- und Kleidungssektor 70%. Zum Vergleich:

In Polen berichteten Anfang des Jahres knapp 98% aller Befragten von

Zahlungsverzögerungen.

Darüber hinaus verkürzte sich die Dauer von Zahlungsverzögerungen im Schnitt um

über eine Woche, von 36 Tagen im Jahr 2020 auf knapp 28 Tage im Jahr 2021. Über

dreieinhalb Wochen kürzer fielen die Verzögerungen im Bereich der Informations-

und Kommunikationstechnologie (IKT; 17,5 Tage) aus. Bemerkenswert: Kein

Unternehmen in diesem Sektor berichtete von Zahlungen, die länger als 60 Tage

überfällig waren. "Dies könnte an der hohen Liquidität im Markt liegen", sagt

Christiane von Berg. "In Einzelfällen bitten Kunden sogar noch vor

Rechnungsstellung darum, zahlen zu können, um negativen Bankzinsen zu entgehen."

Welchen Einfluss haben staatliche Hilfen?

Exakt wie im Vorjahr gaben 48% der Befragten an, dass ihr Unternehmen in den

vergangenen 12 Monaten als Reaktion auf die Corona-Krise staatliche

Unterstützung in Anspruch genommen hat. Auch der Anteil der genutzten

Unterstützungsmaßnahmen bleibt nahezu unverändert: In 89% der Fälle wurde

Kurzarbeitergeld beantragt, an zweiter Stelle (21%) stehen Darlehen der

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der wichtigsten Förderbank des Bundes.

Zuschüsse vom Bund wie Überbrückungs- oder Neustarthilfen wurden von 17%

genutzt. "Die letzten Hilfsprogramme laufen Stand heute zum Jahresende aus. Es

wird interessant sein zu sehen, ob das äußerst positive Zahlungsverhalten in

Deutschland das Ergebnis einer starken wirtschaftlichen Erholung oder

erheblicher öffentlicher Finanzhilfen und einer höheren Verschuldung ist", sagt

Christiane von Berg.

Über die Umfrage

Die aktuelle Ausgabe der Coface-Studie zu Zahlungserfahrungen von Unternehmen in

Deutschland wurde im Juli und August 2021 durchgeführt, 819 Unternehmen aus mehr

als 11 breit gefächerten Sektoren nahmen an der Befragung teil.

Mehr Infos: http://www.coface.de

+++In einem Online-Seminar erläutert Volkswirtin Christiane von Berg am

23.09.2021 die Ergebnisse der Studie. Zur Anmeldung!

(https://register.gotowebinar.com/register/3706398038465696780?source=09) +++

Pressekontakt:

Coface, Niederlassung in Deutschland

Sebastian Knierim - Pressesprecher -

Tel. 06131/323-335

mailto:sebastian.knierim@coface.com

http://www.coface.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51597/5019509

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Quelle: dpa-AFX


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