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Montag, 18.11.19 11:35
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Bayerische Wirtschaft im Abschwung, Industrie in der Rezession,

Unsicherheit in anderen Branchen - Hatz: "Verringern unsere

BIP-Prognose für 2019 auf 0,7 Prozent"

München (ots) - "Die bayerische Wirtschaft befindet sich im Abschwung, unsere

Industrie steckt in einer echten Rezession. Die davon ausgehenden Signale führen

auch in anderen Branchen zu Unsicherheiten. Für 2019 reduzieren wir deshalb

unsere Prognose erneut und gehen nun von einem BIP-Wachstum in Bayern von 0,7

Prozent aus", erklärte Wolfram Hatz, Präsident der vbw - Vereinigung der

Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des aktuellen vbw Index.

Der vbw Index der Bayerischen Wirtschaft ist zum dritten Mal in Folge deutlich

gesunken: Aktuell liegt dieser bei 99 Punkten, das sind 21 Punkte weniger als

vor einem halben Jahr, das ist der niedrigste Stand seit neuneinhalb Jahren.

Sowohl die Wachstum-Indizes als auch die Beschäftigungs-Indizes sind signifikant

gesunken: Der Lage-Index Wachstum fiel um 20 auf 112 Punkte, der Prognose-Index

Wachstum ging um 25 Punkte zurück auf 81 Punkte. Der Lage-Index Beschäftigung

fiel um 16 auf 117 Punkte, während der Prognose-Index Beschäftigung um 24 auf

nur noch 87 Punkte zurückging. "Der andauernde konjunkturelle Abschwung

hinterlässt inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren. Eine Besserung

ist nicht in Sicht, vielmehr müssen wir uns auf weiterhin schwierige Zeiten in

der Wirtschaft einstellen", erläuterte Hatz.

Die Gründe für den Abschwung sind vielfältig. "Unsere bayerische Industrie ist

besonders durch das schwache außenwirtschaftliche Umfeld betroffen. So stagniert

der Welthandel durch geopolitische Spannungen und verschiedene Handelskonflikte.

Hinzu kommt der Brexit. In der Folge gehen die bayerischen Exporte zurück. Die

daraus resultierende Unsicherheit wirkt sich wiederum negativ auf die

Investitionsneigungen der Unternehmen aus und steigert die Skepsis in

nicht-industriellen Wirtschaftsbereichen", so Hatz. Die Lage wird zudem durch

die strukturellen Herausforderungen in der Industrie erschwert.

Vor diesem Hintergrund fordert der vbw Präsident von der Politik ein

Wachstumsprogramm. "Wir müssen dringend die Unternehmenssteuerlast senken, um im

internationalen Vergleich wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Wir

brauchen ohne Wenn und Aber eine Komplett-Abschaffung des Solidaritätszuschlages

zur Entlastung aller Beschäftigten und Unternehmen. Mit einer degressiven

Abschreibung auf Investitionsgüter müssen wir zudem Impulse für Investitionen

schaffen, zum Beispiel in die digitale Infrastruktur." Für ein Wachstumsprogramm

sind nach den Worten des vbw Präsidenten unter anderem auch die Beschleunigung

von Planungsverfahren bei Infrastrukturprojekten sowie die Senkung der

Energiepreise notwendig.

"Zu einem Wachstumsprogramm gehört außerdem, wieder für ein deutlich besseres

Bild von Unternehmen und von Unternehmern zu sorgen. Es scheint derzeit chic zu

sein, Wirtschaft und Industrie als die Verursacher der Probleme zu brandmarken.

Im Gegenteil: Die Wirtschaft, die Industrie sind die Problemlöser", sagte Hatz.

Mit Blick auf die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sieht

der vbw Präsident die Tarifparteien in der Pflicht, denn seit Jahren steigen die

Entgelte schneller als die Produktivität. "Es gilt wieder zu einer

produktivitätsorientierten Lohnpolitik zurückzukehren und zugleich mehr

betriebliche Flexibilität zu vereinbaren", so Hatz.

Übersicht Entwicklung vbw Index:

02/2019 01/2019 02/2018 01/2018

vbw Index gesamt: 99 120 135 145

Lage-Index Wachstum: 112 132 157 161

Prognose-Index Wachstum: 81 106 124 137

Lage-Index Beschäftigung: 117 133 139 143

Prognose-Index Beschäftigung: 87 111 121 137

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Kontakt: Robert Seidl, Tel. 089-551 78-203, E-Mail:

robert.seidl@ibw-bayern.de



Quelle: dpa-AFX


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