OTS: Jones Lang LaSalle SE (JLL) / Lebensmittelhändler und Drogerien beleben ...

Mittwoch, 28.10.20 08:46
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Lebensmittelhändler und Drogerien beleben den Flächenumsatz /

Einzelhandel nutzt Pandemie, um Konzepte und neue Vertriebsmodelle zu

prüfen

Frankfurt (ots) - Der Einzelhandelsvermietungsmarkt hat sich im dritten Quartal

wieder etwas stabilisiert. Mit einem Quartalsergebnis von 91.800 m² ergibt sich

nach neun Monaten ein Vermietungsvolumen von 282.800 m², so der

JLL-Einzelhandelsmarktüberblick (https://www.jll.de/de/trends-and-insights/resea

rch/einzelhandelsmarktueberblick) zum Q3 2020. Dieses Resultat liegt rund ein

Viertel unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Anzahl der Abschlüsse ging

im Jahresvergleich von 885 auf 586 zurück. Für das Gesamtjahr wird nach jetzigem

Stand ein Flächenumsatz von 370.000 bis 380.000 m² erwartet.

Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany: "Dieses Jahresergebnis läge in

etwa auf dem Niveau direkt nach der Finanzkrise 2008/09. Der historische

Vergleich macht aber auch Mut, denn der Markt hat damals bewiesen, wie schnell

er sich wieder erholen kann. Bereits im zweiten Jahr nach der Finanzkrise stieg

der Einzelhandelsumsatz wieder merklich an und erreichte 2011 ein

Rekordergebnis."

Die Pandemie sorgt eher für Bewegung statt für Stillstand im Handel. Viele

Unternehmen haben damit begonnen, ihre Click & Collect Angebote zu optimieren,

bestehenden Filialnetze genau zu analysieren und sich, wo es sinnvoll ist, auf

neue Ladenformate mit optimierten Flächen zu konzentrieren. Auch

Drive-In-Varianten werden mittlerweile geprüft, die in Frankreich,

Großbritannien und den USA bereits getestet werden.

Der Handel selbst steuert nach Verbandsprognosen auf ein solides Umsatzwachstum

von rund 1,5 Prozent für das Gesamtjahr 2020 zu. "Allerdings ist eine deutliche

Verschiebung der Umsätze vom stationären Handel hin zum Onlinehandel zu

verbuchen. Omni-Channel-Strategien sichern auch in der jetzigen Phase den Umsatz

für die Händler. Stationär hat vor allem derjenige gute Karten, der die Sinne

anspricht sowie Kauferlebnis bietet, zugleich aber auch über eine attraktive

Onlineplattform präsent ist", analysiert Wichner.

In den ersten drei Quartalen 2020 hat sich der Anteil der Big 10 (95.400 m²) am

Gesamtvolumen bei rund einem Drittel eingependelt. Es ist zudem fast allen

Metropolen gelungen, ihre Einzelergebnisse zu verbessern. Insbesondere Berlin

(24.200 m²), Leipzig (6.100 m²) und Stuttgart (4.600 m²) konnten Boden

gutmachen. Düsseldorf (18.300 m²) hat bereits jetzt sein Vorjahresgesamtergebnis

übertroffen.

Ein wichtiger Impuls kommt von internationalen Händlern, die deutsche

Einkaufsmetropolen weiterhin als attraktives Expansionsziel bewerten. Zu den

neuen Akteuren auf dem deutschen Markt, mit erstmals stationären Geschäften,

zählen die kanadische Outdoor-Marke Canada Goose, der italienische

Designmöbelanbieter Calligari und die spanische Modemarke Loewe.

Im Gegensatz dazu sorgte unter anderem die Schließung der Galeria Karstadt

Kaufhof- und Karstadt Sports Filialen für einen spürbaren Anstieg der

Verfügbarkeitsquote nach Fläche in den neun wichtigsten Einzelhandelsstandorten

Deutschlands. Die Quote, die anzeigt, welche Flächen in der Top-1a-Lage über die

kommenden 18 Monate hinaus noch nicht vergeben sind, sich im Umbau befinden oder

real leer stehen, hatte seit Einführung 2018 konstant bei rund sieben Prozent

gelegen. Nun hat sie sich auf etwa 14 Prozent verdoppelt. "Insbesondere der

Anteil von 23 Prozent an der verfügbaren Fläche durch die Kategorie Warenhäuser

zeigt die Signifikanz der Galeria Karstadt Kaufhof Schließungen. Dieses Segment

hatte in den vergangenen Jahren so gut wie keine Rolle gespielt", vergleicht

Wichner.

Treiber des Vermietungsmarktes war erneut die Sparte Gastronomie/Food mit gut

95.000 m² innerhalb der ersten neun Monate. Dies entspricht einem 35 Prozent

Anteil am Gesamtflächenumsatz und geht zu zwei Dritteln auf das Konto der

Lebensmittelanbieter. Allein Aldi steuerte ein Dutzend Anmietungen bei. Neben

den Discountern und Supermärkten sind sämtliche Akteure in diesem Segment

expansiv - von Biomärkten bis hin zu Unverpackt-Läden. Gleiches gilt auch für

die Gastronomen, trotz der Coronakrise und den daraus resultierenden

Einschränkungen hat hier die Expansion wieder Fahrt aufgenommen. Neben

Systemgastronomen wie Peter Pane oder Frittenwerk versuchen auch verstärkt

lokale Café- und Restaurantbetreiber, in den Innenstadtlagen Fuß zu fassen.

Der Textilbranche mit 24 Prozent und rund 68.000 m² bleibt nur der zweite Rang.

Die Einschränkungen infolge der Pandemie haben zu einem Überangebot an Textilien

in den stationären Geschäften geführt, was die Expansionslust bremst. Hinzu

kommen die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher und ausbleibende

Shopping-Touristen. Neue Flächen mieteten die Textildiscounter Ernsting's Family

(7) und Kik (3) an, für den Young Fashion Bereich kündigte das Streetwearlabel

Kult drei weitere Shops an.

Die Gesundheit/Beauty-Branche ist weiterhin Stammgast im Führungstrio mit

konstanten Werten zwischen 15 und 18 Prozent. Die Drogeriemarktketten dm, Müller

und Rossmann bestreiten hier fast 50 Prozent des Flächenumsatzes, die zum

größten Teil in innerstädtischen Shopping-Centern angemietet wurden.

Auf die Spitzenmieten in den Topstädten wirkt sich die Pandemie derweil nicht

aus - sie bleiben auf stabilem Niveau. Für die 175 weiteren untersuchten Städte

außerhalb der Big 10 gaben die Mieten im Durchschnitt seit Jahresbeginn um etwa

zwei Prozent nach. "Wie sich die Mietpreise zum Jahresende hin entwickeln

werden, hängt stark davon ab, ob der Einzelhandel sich weiter erholen kann und

so die befürchteten Leerstände in den Innenstadtlagen vermieden werden können",

differenziert Dirk Wichner.

Pressekontakt:

Peter Lausmann, Team Leader Corporate Communications JLL Germany, Tel.

069 2003 1366, mailto:peter.lausmann@eu.jll.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62984/4746693

OTS: Jones Lang LaSalle SE (JLL)



Quelle: dpa-AFX




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