OTS: Jones Lang LaSalle SE (JLL) / Trotz Rückgangs des Transaktionsvolumens ...

Montag, 22.02.21 10:51
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Trotz Rückgangs des Transaktionsvolumens wachsender Optimismus durch

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Anpassung der Akteure an Marktgegebenheiten - Deutschland hinter den

USA auf Platz 2

Frankfurt (ots) - Die beispiellosen Auswirkungen von Covid-19 auf die

Makroökonomie durch Lockdowns und Reisebeschränkungen hatten 2020 Einbußen für

das globale Volumen der direkten gewerblichen Immobilieninvestments* zur Folge.

Nach dem neuesten Global Real Estate Perspective von JLL bewegten sich die

Transaktionen in einer Größenordnung von ca. 762 Mrd. USD. Gegenüber dem

Rekordjahr 2019 entspricht das Ergebnis einem Rückgang von mehr als einem

Viertel (-28%). Dabei zeigten die Investmentaktivitäten im vierten Quartal mit

267 Mrd. USD ein deutlich ansteigendes Niveau gegenüber den beiden Vorquartalen,

konnten den Abwärtstrend damit abmildern. Gegenüber dem jeweiligen

Vergleichszeitraum im Vorjahr machten die Einbußen in den letzten drei Monaten

noch 21 Prozent aus, nach minus 41 Prozent im dritten Quartal und minus 50

Prozent in den Monaten April bis Ende Juni. "Etablierte große und transparente

Märkte mit Branchenvielfalt lagen im Fokus der Investoren. Allein Frankreich,

Deutschland und die USA zeigten im letzten Quartal zusammen ein um 81 Prozent

höheres Transaktionsvolumen als ein Quartal zuvor - mit wieder zunehmendem

Interesse an zentral gelegenen, großvolumigen Assets, insbesondere

Core-Büroimmobilien in Gateway-Märkten. Aufs gesamte Jahr gerechnet sank das

Volumen in den drei Ländern allerdings 2020 um 35 Prozent. Die Investoren haben

im Laufe des Jahres allmählich gelernt, mit der durch die Pandemie

hervorgerufene Unsicherheit umzugehen. Das gestiegene Vertrauen spiegelte sich

zuletzt also in einem verbesserten Kapitaleinsatz wider", so Sean Coghlan ,

Global Director, Capital Markets Research & Strategy, JLL.

Alle drei Regionen litten unter der Pandemie, wenngleich beim Blick auf ihre

Entwicklungen im Verlauf des Jahres deutliche Unterschiede festzustellen sind.

Der asiatisch-pazifische Raum zeigte zwischen Oktober und Ende Dezember bereits

ein Transaktionsvolumen auf dem Vorjahresniveau, während EMEA und Amerika noch

Rückgänge von 17 und 30 Prozent zu verkraften hatten. Trotzdem floss in die

Region Amerika 2020 mit 118 Mrd. USD im genannten Zeitraum erneut das meiste

Kapital (- 30 % 2020/2019), EMEA kommt auf 105 Mrd. USD (-17 %) und

Asien-Pazifik auf 44 Mrd. USD (+/- 0%).

Für das Gesamtjahr 2020 stehen die USA mit einem Transaktionsvolumen von 312

Mrd. USD unangefochten an der Spitze der 15 Top-Zielmärkte (-39 % gegenüber dem

Vorjahr), gefolgt von Deutschland , UK, Japan und Frankreich, die sich allesamt

zwischen 72 und 38 Mrd. USD bewegten und ebenfalls, wenn auch niedrigeren,

zweistelligen Minderungsraten. Bis auf Japan, dessen Rückgang bei lediglich 3

Prozent lag.

Deutschland gehört zu den Ländern mit einem starken Kapitalpotential durch

einheimische Investoren, die sich in Coronazeiten auf ihren Heimatmarkt

fokussierten. Deren Anteil machte 66 Prozent aus. In UK ist es vor allem London,

das viel internationales Kapital anzog. Die britische Hauptstadt kam trotz

Reisebeschränkungen auf Investments beim Cross Border Volumen von immerhin knapp

über 15 Mrd. USD. Berlin schaffte es auf Platz 8, musste aber mit rund 5 Mrd.

USD ein deutliches Minus von rund 50 Prozent hinnehmen.

"Die Großwetterlage ist auch Anfang 2021 angesichts der aktuellen

Corona-Lockdowns in vielen Ländern labil. Regierungen und Notenbanken sind

weltweit bemüht, mit extrem niedrigen Zinsen und enormen Ausgabenprogrammen die

Konjunktur anzukurbeln. Aufwärts und mit nachhaltigem Vertrauen dürfte es aber

erst mit der Eindämmung des Infektionsgeschehens gehen. Und da lassen die

mittlerweile zugelassenen Impfstoffe hoffen", so Hela Hinrichs, Senior Director,

EMEA Research & Strategy.

Insgesamt erwies sich die Erholung der Investorenaktivitäten als recht

uneinheitlich und zeigte sich vor allem in ausgewählten Segmenten der Märkte.

- Kapital zielt auf Erträge und operative Stabilität: Logistik und

Mehrfamilienhäuser zeigen weltweit eine relativ starke Performance, da es in

diesen beiden Bereichen kaum Mietausfälle gibt. Diese Dynamik führte zu

Preisen, bei denen Verkäufer und Käufer mit ihren Preisvorstellungen relativ

nah beieinander lagen. Der Erwerb von qualitativ hochwertigen Büroprodukten

durch private Investoren hat seit Beginn der Pandemie einen nahezu

historischen Höchststand von 29 Prozent der Transaktionen über 100 Mio.

US-Dollar erreicht. Institutionelle Investoren kehrten zwar auf den Markt

zurück, bleiben aber vorsichtig.

- Mehr Liquidität zielt auf Core-Produkt, mit langen Mietverträgen. Solche

Assets haben den größten Anteil der Transaktionen ausgemacht. Erstklassige

Objekte haben seit COVID global nur geringe Preisanpassungen erfahren, dies

gilt auch für hochwertige Core-Mehrfamilien- und Büroprodukte.

Core-Logistikprodukte erreichten Höchststände, opportunistisches Kapital hält

Ausschau nach risikoreicheren Gelegenheiten. Die Preisfindung in diesem

Marktsegment wird sich weiter fortsetzen. Das sorgt auch für die notwendige

Liquidität in die Sektoren Hotels und Einzelhandel.

- Der Kreditmarkt profitiert vom günstigen Zinsumfeld: Die Bereitschaft,

Kreditrisiken einzugehen, ist ähnlich divergent und begünstigt Sektoren und

Märkte, die von langfristigen und zyklischen Veränderungen profitieren. Die

Vielfalt der Kreditgeber nimmt weiter zu, die Beleihungsquoten sind bei

Logistik und Mehrfamilienhäusern günstig.

Die Bereitschaft zur Kreditvergabe ist von Land und Region abhängig. In den USA

erleben die Märkte mit günstigeren Lebenshaltungskosten, mehr

Unternehmensansiedlungen und expandierenden Industrien eine Verringerung der

Spreads. In Europa bevorzugen die Kreditmärkte die großen Märkte wie London,

Paris und Berlin.

"Bid-Ask-Gaps" (Differenz zwischen angebotenem Kauf- und Verkaufspreis) bleiben

in den Märkten bestehen, mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die

Preisgestaltung und Spreads.

Branchen, die mit größeren Einkommensunsicherheiten konfrontiert sind - vor

allem der Einzelhandels- und Hotelsektor - erfahren größere Preisanpassungen.

Auswirkungen auf die All-in-Preise sind in den Value-Add- und opportunistischen

Segmenten des Marktes am größten.

"Gespräche mit Investoren zeigen einen wachsenden Optimismus in vielen Bereichen

- trotz der Abweichungen. Mit Zuwachs an Vertrauen wird auch die Liquidität

zunehmen, denn Kapital ist genügend vorhanden. Die niedrigen Fremdkapitalkosten

tun ihr Übriges, erhöhen den Druck auf die Renditen in Sektoren mit Wachstums-

und günstigen Nachfrageaussichten. Dies dürfte sich 2021 in einer zunehmend

breiteren Kapitalmarkterholung niederschlagen. Allerdings immer unter der

Voraussetzung einer sich weiter erholenden Wirtschaft ohne Lockdown", so Sean

Coghlan .

Anmerkung:

* Direktes gewerbliches Immobilieninvestment mit Transaktionen im Wert von über

5 Millionen US-Dollar.

Zu den Assetklassen gehören Büro, Mehrfamilienhäuser, Einzelhandel, Hotel,

Logistik- und Industrieimmobilien, gemischte Nutzungen, Healthcare und

alternative Sektoren.

Nicht enthalten sind Transaktionen auf Unternehmensebene und von

Projektentwicklungen.

Pressekontakt:

Dorothea Koch, Tel. 069 2003 1007, mailto:dorothea.koch@eu.jll.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62984/4844500

OTS: Jones Lang LaSalle SE (JLL)



Quelle: dpa-AFX




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