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OTS: KfW / KfW Research: Corona-Krise lässt M&A-Deals im Mittelstand einbrechen

Donnerstag, 25.11.21 10:03
News-Schriftzug auf schwarzem Hintergrund.
Bildquelle: pixabay
KfW Research: Corona-Krise lässt M&A-Deals im Mittelstand einbrechen

Frankfurt am Main (ots) -

- Zahl der Transaktionen halbiert sich 2020 ggü. Vorjahr

- Insbesondere inländische Käufer zurückhaltend

- Kleine und mittlere IT- und Informationsdienstleister besonders beliebte Ziele

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sind für Investoren aus dem In-

und Ausland grundsätzlich gefragte Ziele bei Fusionen und Übernahmen. Die

Corona-Krise hat den Markt allerdings kräftig abgekühlt, wie eine aktuelle

Studie von KfW Research zu Entwicklung und Struktur der M&A-Transaktionen im

Mittelstand zeigt. Für das Jahr 2020 wurden bis dato nur knapp 600 solcher

M&A-Deals registriert - das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um

etwa die Hälfte. Anders als in den vorangegangenen Jahren überwiegt im Jahr des

Pandemieausbruchs der Anteil ausländischer Investoren mit 51 %

(durchschnittlicher Anteil zwischen 2005 und 2019: 43 %).

In der Gruppe ausländischer Käufer dominieren mit einem Anteil von rund einem

Viertel Unternehmen aus Europa. Besonders aktiv sind dabei britische Investoren.

Ihr Anteil legte im Jahr 2020 noch einmal deutlich zu - auf 9 %. Grund dafür ist

die vergleichsweise hohe Aktivität von britischen Finanz- und

Versicherungsdienstleistern - allen voran von Beteiligungsunternehmen und

Fondsgesellschaften. Trotz der im Aggregat großen Bedeutung europäischer

Investoren steht an der Spitze der Herkunftsländer weiterhin die USA. Auf

US-amerikanische Käuferunternehmen entfielen rund 8 % der M&A-Deals zwischen

2005-2019. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil mit rund 13 % noch einmal

deutlich darüber. Auch hier haben Finanzinvestoren eine große Bedeutung.

Mit Blick auf die Hauptziele der Übernahmen und Transaktionen liegen Unternehmen

aus dem Verarbeitenden Gewerbe weiterhin an der Spitze (34 %). Doch auch

Unternehmen aus dem Wirtschaftsbereich Informations- und

Kommunikationstechnologie (IKT) sind überproportional gefragt. Während ihr

Anteil am mittelständischen Unternehmensbestand bei gerade einmal 6 % liegt, lag

im Coronajahr 2020 der Anteil der M&A-Transaktionen, die auf IKT-Unternehmen

abzielten, bei dem etwa Fünffachen Wert (30 %) -eine merkliche Steigerung

gegenüber dem langfristigen Durchschnitt (2005-2019: 19 %). Hierbei handelte es

sich überwiegend um IT- und Informationsdienstleister. Der Digitalisierungsschub

während der Corona-Krise hat das Interesse an diesen Unternehmen deutlich

stiegen lassen. Denn eine Möglichkeit für Unternehmen, sich neue

Technologielösungen und digitales Knowhow ins Haus zu holen, besteht in der

Übernahme von / oder Beteiligung an Unternehmen, die für die Digitalisierung

relevante Technologien oder Wissen anbieten.

"In Deutschland, ebenso wie weltweit, führte die Corona-Pandemie zu einem tiefen

Einbruch im M&A-Markt - insbesondere im ersten Halbjahr 2020. Marktdaten zeigen

jedoch, dass es dieses Jahr zu einem kräftigen Nachholeffekt kommt - auch

hierzulande", sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. "Die

positive Dynamik dürfte sich im Jahr 2022 fortsetzen. Nachdem der Höhepunkt der

Unsicherheit vor allem zu Beginn der Krise überschritten ist, wollen nun

anscheinend viele strategische Investoren und Finanzinvestoren die günstige

Gelegenheit für Zukäufe und Investitionen nutzen. Deutschland als

Industriestandort genießt weiterhin ein hohes Ansehen. Die Attraktivität für

Investoren zeigt sich deutlich in der Erholung des M&A-Marktes." Gleichzeitig

könne mittelfristig auch der an der Spitze vieler KMUs in den nächsten Jahren

anstehende Generationenwechsel dem mittelständischen M&A-Markt zusätzlichen

Schwung verleihen. Findet sich weder in der Familie noch im Kreis der

Mitarbeiter ein geeigneter oder williger Nachfolger, kann der Verkauf an ein

anderes Unternehmen eine Option sein.

Die aktuelle Studien zu M&A-Deals im deutschen Mittelstand ist abrufbar unter

http://www.kfw.de/fokus

Zur Datengrundlage:

Basis der Untersuchungen von KfW Research ist die Zephyr-Datenbank von Bureau

van Dijk. Zephyr liefert aktuelle Detailinformationen zu M&A, IPO und Private

Equity Transaktionen weltweit. In die KfW-Analysen eingeflossen sind nur

M&A-Transaktionen mit einem Zielunternehmen aus Deutschland, welches einen

Jahresumsatz von weniger als 500 Mio. EUR erwirtschaftet hat. In die

Untersuchung nicht mit einbezogen wurden Start-ups sowie der Verkauf nur von

bestimmten Assets (Restaurants, Fabriken, Niederlassungen etc.). Betrachtet

wurden rund 18.200 M&A-Transaktionen im Zeitraum 2005 bis 2020. Die verwendeten

Zahlen beziehen sich auf im betrachteten Zeitraum abgeschlossene und gemeldete

Transaktionen.

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt

Kommunikation (KOM), Christine Volk

Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,

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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41193/5082391

OTS: KfW



Quelle: dpa-AFX


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