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OTS: KfW / KfW Research: Doppelt bis dreifach höhere Investitionen in IT und ...

Donnerstag, 14.10.21 10:33
News-Schriftzug auf schwarzem Hintergrund.
Bildquelle: pixabay
KfW Research: Doppelt bis dreifach höhere Investitionen in IT und

Digitalisierung nötig

Frankfurt am Main (ots) -

- Deutschland bei Anwendung digitaler Technologien international nur im

Mittelfeld

- Aufschließen zu anderen großen Ländern erfordert deutlich höhere Investitionen

- Allein im Mittelstand jährlich 35 bis 50 Mrd. EUR für Digitalisierung

erforderlich

Die digitale Transformation ist ein wichtiger Treiber für technologischen

Fortschritt und Wachstum. Allerdings rangiert Deutschland bei der Anwendung

digitaler Technologien in der Wirtschaft im EU-Vergleich bestenfalls im

Mittelfeld und auch die Entwicklung solcher Technologien zählt nicht zu den

Stärken des deutschen Innovationssystems. Um dieser schwachen Position

Deutschlands nachzugehen, hat KfW Research untersucht, wie hoch die

IT-Investitionen in Deutschland im internationalen Vergleich sind. Dabei zeigt

sich, dass die Investitionen in Informationstechnologien bezogen auf das

Bruttoinlandsprodukt in Deutschland deutlich hinter jenen anderer großer, nach

Wirtschaftskraft vergleichbarer Staaten zurückliegen. Um mit Ländern wie etwa

Frankreich, Japan oder Großbritannien zumindest gleichzuziehen, müssten die

jährlichen IT-Investitionen in Deutschland auf das Doppelte bis Dreifache - d.h.

von zuletzt 49 Mrd. auf 100 bis 150 Mrd. EUR - steigen. Auch der deutsche

Mittelstand gibt zu wenig für die Entwicklung und Anwendung digitaler

Technologien aus. Um diese Entwicklung mitzugehen, müssen die

Digitalisierungsausgaben im Mittelstand von 18 Mrd. EUR im Jahr 2019 auf 35 bis

50 Mrd. EUR pro Jahr zunehmen.

"Wir brauchen deutlich höhere Zukunftsinvestitionen in IT und Digitalisierung -

und zwar jetzt", sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Die

Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft mit Informationstechnologien sei

zwar keine neue komplett Entwicklung, jedoch handele es sich bei der aktuellen

Digitalisierungswelle um einen tief greifenden Prozess, der nicht nur einzelne

Branchen erfasst, sondern zu starken Veränderungen sowohl in der gesamten

Wirtschaft als auch der Gesellschaft führt. "Digitalisierung ist die wesentliche

Triebfeder für künftiges Wirtschaftswachstum und steigenden Wohlstand. Auch in

den Bereichen, in denen wir traditionell stark sind, wie Automobil-,

Produktions-, sowie Umwelt- und Klimaschutztechnologien, gewinnen Neuerungen im

Softwarebereich ein immer größeres Gewicht. Damit ist die Digitalisierung

Hoffnungsträger für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in breiten Teilen

der Wirtschaft und für das Wiederanspringen der Produktivitätsentwicklung -

Deutschland muss hier nachlegen, um gegenüber anderen Ländern wieder

aufzuschließen."

Die neue Analyse von KfW Research benennt hierfür mehrere Ansatzpunkte. Vielen

Mittelständlern ist etwa nicht klar, welche Vorteile Digitalisierung für ihr

Unternehmen bringen kann. Diese müssen insbesondere auch aus der strategischen

Perspektive weiter verdeutlicht werden. Ganz konkret braucht es aber auch

Lösungen für den Mangel an Fachkräften und Beschäftigten mit einschlägigen

Kompetenzen sowie die bestehenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung digitaler

Projekte. Auch gilt es, die zugrunde liegende digitale Infrastruktur in

Deutschland weiter zu verbessern.

Eine besondere Herausforderung ergibt sich darüber hinaus aus der Corona-Krise,

die im Nachgang zur akuten Krisenphase die Digitalisierungsaktivitäten bremsen

könnte: Die Krisenerfahrung und die höhere Verschuldung vieler Unternehmen

verschärft den Zielkonflikt zwischen dem Wunsch nach einer höheren

Krisenresilienz und der Notwendigkeit zu verstärkten Investitionen in die

Wettbewerbsfähigkeit. Digitalisierungsvorhaben drohen daher verstärkt

hintenangestellt zu werden.

Die aktuelle Analyse ist abrufbar unter: http://www.kfw.de/fokus

Hinweis:

IT-Investitionen und Digitalisierungsausgaben sind nicht genau deckungsgleich,

überschneiden sich aber in weiten Teilen. Beide Kategorien umfassen

Investitionen in neuartige oder verbesserte Hard- und Software,

Telekommunikationsausrüstung sowie Datenbanken. Zu den IT-Investitionen werden

zudem auch die Routine- und Ersatzinvestitionen gezählt. Dafür umfassen die

Digitalisierungsausgaben zusätzlich immaterielle Investitionen, wie Ausgaben für

die Erarbeitung von IT Konzepten, die Reorganisation im Zusammenhang mit

Digitalisierung sowie für den Aufbau von IT-Kompetenzen, wie etwa Aus- und

Weiterbildung. Für die Digitalisierungsausgaben liegen keine internationalen

Vergleichszahlen vor, so dass für die vorliegende Analyse auf die

IT-Investitionen zurückgegriffen wurde.

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt

Kommunikation (KOM), Christine Volk

Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,

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Quelle: dpa-AFX


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