OTS: KfW / KfW-ifo-Kredithürde: Kreditnachfrage im Mittelstand bleibt schwach

Mittwoch, 20.10.21 10:13
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KfW-ifo-Kredithürde: Kreditnachfrage im Mittelstand bleibt schwach

Frankfurt am Main (ots) -

- Nur 18 % der kleinen und mittleren Unternehmen im 3. Quartal in

Kreditverhandlungen

- Kredithürde für den Mittelstand moderat höher

- Kreditnachfrage dürfte vorerst unterdurchschnittlich bleiben

Der Abwärtstrend bei der Kreditnachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen ist

auch im dritten Quartal ungebrochen. Zwischen Juli und September verhandelten

nur noch 17,7 % der Mittelständler in Deutschland mit Banken und Sparkassen über

Kredite (-1,8 Prozentpunkte ggü. Vorquartal), wie die aktuelle

KfW-ifo-Kredithürde zeigt. Damit markiert die Quote zum dritten Mal in Folge ein

Rekordtief. Auch von den Großunternehmen suchen erneut weniger bei

Finanzinstituten um ein Darlehen nach. Der Rückgang fiel mit -0,3 Prozentpunkten

zwar nur marginal aus, mit 27,6 % Großunternehmen in Kreditverhandlungen ist

allerdings ebenfalls ein neuer Tiefstwert seit Beginn der Befragung im Jahr 2017

zu vermelden.

Von den Mittelständlern, die einen Kredit nachfragen, spürt im dritten Quartal

jeder fünfte (20,1 %) ein restriktiveres Bankenverhalten - das sind wieder etwas

mehr als im Vorquartal (+1,7 Prozentpunkte). Damit bleibt die Kredithürde

überdurchschnittlich hoch, aber zugleich unterhalb der Werte vom Jahresbeginn.

Von Verschärfungen bei der Kreditvergabepolitik sind aktuell besonders die

kleinen und mittleren Dienstleister betroffen (+6,6 auf 26,9 %), während das

mittelständische Verarbeitende Gewerbe trotz der Betroffenheit durch anhaltende

Lieferengpässe nur geringe Verschlechterungen hinnehmen muss (+1,9 auf 17,3 %).

Kleine und mittlere Unternehmen aus dem Einzel-, Großhandel und Bauhauptgewerbe

können hingegen sogar von deutlichen Lockerungen beim Kreditzugang profitieren.

Die Kredithürde für die Großunternehmen bewegt sich seitwärts und liegt mit 12,9

% weiterhin leicht über dem Durchschnitt seit dem Jahr 2017.

"Ich erwarte auch für die kommenden Monate eine unterdurchschnittliche

Kreditnachfrage", sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. "Die

wirtschaftliche Erholung und staatliche Zuschusszahlungen von inzwischen über 50

Mrd. EUR haben die finanzielle Lage der Unternehmen verbessert. Hinzu kommt,

dass während der Coronakrise außergewöhnlich hohe Bankeinlagen gebildet wurden.

Diesen Liquiditätsvorrat können die Unternehmen für aufkommende

Finanzierungsbedarfe nutzen, z.B. für Investitionsausgaben. Auf der anderen

Seite sehe ich wenig Spielraum für Verbesserungen beim Kreditzugang. Die

hartnäckigen Störungen der globalen Lieferketten und der steile Anstieg der

Energiekosten sind relevante Risikofaktoren, die die Finanzinstitute bei der

Kreditvergabe zunehmend in den Blick nehmen dürften.

Die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde ist abrufbar unter: KfW-ifo-Kredithürde (https:

//www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/In

dikatoren/KfW-ifo-Kredith%C3%BCrde/)

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Quelle: dpa-AFX


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