OTS: KfW / Mittelstand erholt sich weiter von der Corona-Krise, doch Klagen ...

Freitag, 11.06.21 12:48
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Mittelstand erholt sich weiter von der Corona-Krise, doch Klagen über

Störungen der Lieferkette nehmen zu

Frankfurt am Main (ots) -

- Corona-Krise als existenzielle Bedrohung verliert an Schrecken

- Finanzielle Lage der Mittelständler hat sich stabilisiert

- Störungen der Lieferketten hemmen jedoch Erholung, vor allem im Verarbeitenden

Gewerbe

Trotz der Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung der dritten Corona-Welle

nötig waren, hat sich der Mittelstand in den vergangenen Monaten von der

Corona-Krise etwas erholt. Rund 2,4 Mio. mittelständische Unternehmen (64 %)

hatten Mitte Mai noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, wie eine

repräsentative Befragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels

zeigt. Die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen trafen damit etwa 150.000

Unternehmen weniger als bei der letzten Befragung im Januar. Zu diesem Zeitpunkt

waren 68 % der kleinen und mittleren Unternehmen von der Corona-Krise betroffen.

Der Rückgang der Betroffenheit erstreckt sich über nahezu alle erfragten

Aspekte, wie z.B. Umsatzrückgänge oder Störungen im Geschäftsbetrieb aufgrund

des Ausfalls von Mitarbeitern. Deutlich verbessert hat sich insbesondere die

Liquiditätslage der Unternehmen. Inzwischen sagt nahezu die Hälfte der

Unternehmen (46 %), sie seien ungeachtet der Krise ausreichend mit Liquidität

versorgt. Zu Beginn des Jahres waren es nur 32 %. Demgegenüber sank der Anteil

der Unternehmen, deren liquide Mittel nur noch höchstens zwei Monate ausreichen,

auf 22 % (33 % im Januar). Eine existenzielle Bedrohung ist die Corona-Krise

noch für jedes fünfte mittelständische Unternehmen, im Januar traf dies noch auf

jedes vierte Unternehmen zu.

Als zunehmende Belastung für den Erholungskurs erweisen sich jedoch Störungen in

den Lieferketten. Hierüber klagen 17 % der mittelständischen Unternehmen, dies

sind 2 Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Jahres. Gegenüber der Befragung im

September 2020 (9 %) hat sich der Anteil der Unternehmen, die von Störungen der

Lieferketten berichten, sogar nahezu verdoppelt. Betroffen sind vor allem

mittelständische Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Fast jedes zweite

Unternehmen in dieser Branche hat mit Produktionsproblemen aufgrund von

Störungen in den Lieferketten zu kämpfen - ein Anstieg um 17 Prozentpunkte im

Vergleich zum Januar. Dementsprechend hoch ist im Verarbeitenden Gewerbe auch

weiterhin die Corona-Betroffenheit (75 %).

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt: "Die Störungen in den

Lieferketten spiegeln neben den Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren-

und Dienstleistungsverkehr auch schärfere Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen in einer

Vielzahl anderer Länder wider. Insbesondere Teile Asiens - wichtige Partner in

den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten - sind in den vergangenen Wochen

von einer neuen heftigen Corona-Welle überrollt worden. Viele Mittelständler

sind Teil des globalen Warenaustauschs und deshalb von

Produktionsunterbrechungen im Ausland betroffen."

Seit April 2020 befragt KfW Research im Abstand von 3 bis 4 Monaten

mittelständische Unternehmen aus dem Grunddatensatz des KfW-Mittelstandspanels

repräsentativ zu den aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise. Die aktuelle

Befragung war die jüngste von bisher fünf Erhebungen.

Der Fokus Volkwirtschaft Nr. 333 "Licht am Ende des Tunnels - Die Lage im

Mittelstand entspannt sich" steht unter http://www.kfw.de/fokus zum Download zur

Verfügung.

Pressekontakt:

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Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt

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Quelle: dpa-AFX


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