OTS: PwC Deutschland / PwC-Studie: Deutschland ist unattraktivster Standort ...

Montag, 10.12.18 08:26
OTS: PwC Deutschland / PwC-Studie: Deutschland ist unattraktivster Standort ...
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PwC-Studie: Deutschland ist unattraktivster Standort für

Digital-Investitionen

Düsseldorf (ots) - Steuerlicher Digitalisierungsindex 2018:

Italien, Irland und Ungarn sind die attraktivsten Standorte für

digitale Geschäftsmodelle in der EU - zumindest aus steuerlicher

Sicht / Deutschland auf dem letzten Platz: Leichter Rückgang der

Steuerlast reicht nicht, um im Standortwettbewerb mitzuhalten /

Zahlreiche Länder locken mit großzügigen Steueranreizen

Deutschland verliert im Standortwettbewerb um digitale

Investitionen an Boden: Auf der Rangliste der Länder, welche die

Steuerexperten von PwC in Kooperation mit dem Zentrum für Europäische

Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Mannheim in einer

aktuellen Gemeinschaftsstudie analysieren, ist die größte

Volkswirtschaft der EU vom 31. auf den 33. und damit letzten Platz

abgerutscht. Die ersten drei Plätze belegten wie im Vorjahr Italien,

Irland und Ungarn, wobei Italien Irland von der Spitze verdrängte.

Neben den 28 EU-Staaten haben die Experten von PwC, ZEW und der Uni

Mannheim für den "Steuerlichen Digitalisierungsindex 2018" Japan,

Kanada, Norwegen, Schweiz und die USA analysiert. Im Fokus stand die

Frage, wie attraktiv die Steuersysteme für Investitionen in digitale

Geschäftsmodelle sind.

Verschärfter Steuerwettbewerb

Der Analyse zufolge ist der durchschnittliche effektive Steuersatz

für digitale Investitionen in Deutschland zwar im Vergleich zum

Vorjahr leicht auf 22,2 Prozent gesunken. "Das hat angesichts des

verschärften internationalen Standortwettbewerbs aber nicht gereicht,

um gegenüber anderen Ländern aufzuholen - im Gegenteil", sagt Frank

Schmidt, Partner und Leiter der Tax & Legal Praxis von PwC Frankfurt.

Die geringe Standortattraktivität sei zum einen auf einen

Tarifsteuersatz von mehr als 31 Prozent zurückzuführen, der

Deutschland inzwischen zu einem Hochsteuerland mache. "Zudem gibt es

hierzulande nur wenige Steueranreize, die auf digitale

Geschäftsmodelle von Unternehmen zugeschnitten sind", so Schmidt. Zum

Beispiel existiere bislang keine steuerliche Förderung für

Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E).

IP-Boxen von Irland bis Zypern

Vielerorts sieht das anders aus: Zu den beliebtesten

Steuervorteilen, mit denen Staaten um Digital-Unternehmen werben,

zählen der Studie zufolge großzügige Abschreibungsregeln für

immaterielle Wirtschaftsgüter sowie eine gezielte

Forschungsförderung. "Steuerliche Anreize für F&E-Aktivitäten sowie

die daraus erzielten Erträge beeinflussen die Standortattraktivität

erheblich", sagt Christoph Spengel, Professor für

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Universität Mannheim und

Research Associate beim ZEW. Darüber hinaus locken zahlreiche Länder

- darunter neben Italien, Irland und Ungarn auch Belgien, die

Niederlande und die Schweiz - mit "Intellectual-Property-Boxen"

(IP-Boxen). "Das bedeutet, dass der Fiskus Einkünfte aus

immateriellen Wirtschaftsgütern wie selbsterstellter Software

deutlich niedriger besteuert oder - gemessen an Effektivsteuersätzen

- sogar subventioniert", sagt Spengel.

Letzteres gilt laut der Gemeinschaftsstudie für Malta; bei den

übrigen IP-Boxen rangieren die Steuersätze zwischen 2,5 (Schweiz,

Zypern) und 16,8 Prozent (Frankreich). Im Endeffekt können also

zahlreiche Staaten gezielt mit stark ermäßigten Sätzen für bestimmte

Einkünfte werben.

Fiskus subventioniert Investitionen

Angesichts weit verbreiteter, großzügiger Steuervorteile liegt der

effektive Durchschnittssteuersatz für Investitionen in digitale

Geschäftsmodelle bei 8,9 Prozent. In Italien, Irland, Ungarn und

Litauen werden digitale Investitionen der Studie zufolge gemessen an

den Effektivsteuersätzen sogar vom Staat subventioniert. Zum

Vergleich: Investitionen in traditionelle Geschäftsmodelle sind im

Schnitt einem Effektivsteuersatz von rund 21 Prozent ausgesetzt.

Auffällig ist, dass auch vergleichbare europäische Volkswirtschaften

wie Frankreich und Großbritannien mit Effektivsätzen im einstelligen

Bereich deutlich günstiger sind als Deutschland. Japan und die USA

weisen dagegen ähnlich hohe Steuerlasten auf und landeten deshalb

beim "Steuerlichen Digitalisierungsindex 2018" ebenfalls weit hinten.

Steuerreform: USA holen kräftig auf

Berücksichtigt man den Rechtsstand in den USA seit 2018, also nach

der Steuerreform, würden die USA deutlich weiter vorne liegen -

voraussichtlich sogar auf Platz Drei. "Das liegt insbesondere am

neuen Sondersteuersatz für im Ausland generierte Gewinne, die auf

Investitionen mit US-Inlandsbezug zurückgehen", erklärt PwC-Partner

Schmidt.

Deutschland könnte somit weiter an Boden verlieren - was die

Gefahr birgt, dass Unternehmen mit ihren digitalen Geschäftsmodellen

abwandern oder von vorneherein einen anderen Standort wählen. "Die

hohe Mobilität digitaler Geschäftsmodelle und die Möglichkeit,

internationale Märkte ohne signifikante physische Präsenz zu

bedienen, machen die Besteuerung zu einem entscheidenden Faktor für

die Standortwahl", sagt Schmidt. "Aufgrund ihrer schlanken Struktur

profitierten gerade Plattform-Modelle von günstigeren fiskalischen

Rahmenbedingungen."

Erschwerend hinzu kommt aus deutscher Perspektive, dass es auch

bei nicht-steuerlichen Standortfaktoren wie der digitalen

Infrastruktur derzeit nicht gerade rosig aussieht: Deutschland landet

bei diesbezüglichen Vergleichsstudien regelmäßig nur im Mittelfeld.

Die Gemeinschaftsstudie "Steuerlicher Digitalisierungsindex 2018"

finden Sie hier zum Download: www.pwc.de/digitalisierungsindex.

Über PwC:

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aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 250.000

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Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die

Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder

mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere

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Quelle: dpa


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