OTS: Roland Berger / Banken schöpfen Potenzial von PSD2 bei weitem noch nicht ...

Freitag, 06.12.19 09:02
OTS: Roland Berger / Banken schöpfen Potenzial von PSD2 bei weitem noch nicht ...
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Banken schöpfen Potenzial von PSD2 bei weitem noch nicht aus -

Technologiekonzerne zunehmend als Bedrohung wahrgenommen (FOTO)

München (ots) -

- Große Mehrheit der Finanzdienstleister sieht Richtlinie nach wie

vor als Chance (81 Prozent), hat Monate nach dem Start aber noch

keine passenden Strategien

- Technologiefirmen gelten den Banken als größte Konkurrenten (71

Prozent) in einem Open-Banking-Szenario

- Banken erachten Open Banking überwiegend als Priorität (80

Prozent), agieren aber noch zögerlich

Seit dem 14. September ist die neue Payment Services Directive (PSD2) der EU in

Kraft. Neben mehr Verbraucherschutz und Zahlungssicherheit für die Kundschaft

bedeutet sie für Banken vor allem mehr Wettbewerb: Sie sind nun verpflichtet,

Drittanbietern Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden zu ermöglichen. Die

große Mehrheit der europäischen Geldinstitute (81 Prozent) sieht diese

Regulierung als Chance. Allerdings agieren sie noch zögerlich, die neuen

Möglichkeiten auch zu ergreifen: So ist derzeit nur rund ein Drittel (35

Prozent) der Häuser bereit, selbst in die Rolle eines Drittanbieters zu

schlüpfen. Das geht aus der Studie "Adapt or die? Why PSD2 has so far failed to

unlock the potential of Open Banking" von Roland Berger hervor. Für die

Publikation führten die Experten Interviews mit über 40 führenden Banken,

Drittanbietern und großen Technologieunternehmen in zwölf europäischen Märkten.

"Bei der Umsetzung von PSD2 klaffen Ambition und Wirklichkeit bisher noch weit

auseinander. Die etablierten Finanzdienstleister beschränken sich vor allem

darauf, die gesetzlichen Mindestanforderungen zu erfüllen", sagt Sebastian Maus,

Partner bei Roland Berger. "Dabei erlaubt PSD2 Banken, ihre ohnehin schon großen

Mengen an Kundeninformationen mit zusätzlichen externen Daten anzureichern.

Daraus können ganz neue Geschäftsfelder entstehen, welche die Zukunft in ein

Open-Banking-Szenario ebnen."

Neue Konkurrenz durch große Technologiekonzern

Fast dreiviertel der Banken (72 Prozent) planen mit PSD2 das Serviceportfolio zu

verbessern und so auch neue Kundschaft anzusprechen. Dabei sind sich die Häuser

mehrheitlich des Vertrauens ihrer Klienten sicher (54 Prozent). Allerdings sehen

sie auch die Herausforderung durch neue Konkurrenten, die in den Markt drängen

und ihre Geschäftsmodelle bedrohen: allen voran große Technologiekonzerne wie

Google, Amazon, Facebook und Apple (71 Prozent). FinTechs hingegen sind aus

Sicht der etablierten Dienstleister eher Partner als Konkurrenten. "Große

Technologieunternehmen können wie jeder andere Drittanbieter auf die Daten der

Banken zugreifen - müssen ihren riesigen Informationsschatz selbst aber nicht

preisgeben. Aus dieser Ausgangssituation heraus sind die Firmen absolut in der

Lage, etablierte Häuser im Finanzsektor anzugreifen. Nicht zuletzt die

Nachrichten der vergangenen Monate sprechen dafür, dass die Sorge der Banken

berechtigt ist", sagt Maus.

PSD2 als Startschuss für Open Banking

PSD2 markiert nach Ansicht der Experten von Roland Berger den Einstieg in ein

Open-Banking-Szenario, in dem etablierte Finanzdienstleister anderen Firmen

Zugang zu Daten gewähren und mit ihnen kooperieren. Immerhin 80 Prozent der

Studienteilnehmer erachten Open Banking als eine Top-Priorität des Managements

in ihren Häusern. "PSD2 war die Pflicht, aber Open Banking ist weit mehr als die

Kür - sondern aus unserer Sicht der einzig sinnvolle Weg in die Zukunft", sagt

Maus. Je nach Geschäftsmodell der Bank wird Open Banking sehr unterschiedliche

Auswirkungen haben. So können gerade kleinere Institute mit einem hohen Grad an

Spezialisierung zu den Gewinnern gehören, da sie ihre Produkte in einer

Open-Banking-Welt einem großen Publikum zur Verfügung stellen können. "Nicht

alle Banken können sich direkt an der Kundenschnittstelle aufstellen. Umso

wichtiger ist das Erarbeiten einer klaren strategischen Positionierung," sagt

Maus. "Beim Einstieg in Open Banking mangelt es den Banken nicht unbedingt an

Willen. Das Zögern ist auch dem äußerst schwierigen Marktumfeld geschuldet:

Niedrige Zinsen, strengere Regulierung, veraltete IT-Infrastrukturen sind nur

einige der Herausforderungen. Dennoch können es sich die Häuser nicht leisten,

die Chancen, die PSD2 eröffnet zu ignorieren. Wenn sie diese Schritte nicht

gehen, wird die Lücke durch neue finanzstarke Konkurrenz ausgefüllt."

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen:

www.rolandberger.de/pressemitteilungen

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Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/32053/4460533

OTS: Roland Berger



Quelle: dpa-AFX


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