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OTS: Simon-Kucher & Partners / Düstere Zukunft für Online-Broker: "Payment ...

Mittwoch, 24.11.21 11:59
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Düstere Zukunft für Online-Broker: "Payment for Order Flow"-Bann und

weitere Maßnahmen bedrohen 50 Prozent der Erträge

Köln (ots) - Die EU-Kommission plant offensichtlich, Online-Brokern die "Payment

for Order Flow" (PFOF) Praxis zu verbieten - zusammen mit weiteren, ähnlich

ausgerichteten Maßnahmen bedroht dies das Geschäftsmodell zahlreicher Anbieter

erheblich. Wie sie dagegen Vorkehrungen treffen können, kommentiert Maximilian

Biesenbach, Partner in der globalen Banking Practice der Strategie- und

Marketingberatung Simon-Kucher & Partners:

Die EU-Kommission scheint tatsächlich die sogenannten "Payment for Order

Flow"-Gebühren im Retail-Brokerage verbieten zu wollen. In einem kürzlich

veröffentlichten Entwurf zur Reform der Europäischen Finanzmarktverordnung

(Mifir) heißt es: "Investment firms acting on behalf of clients shall not

receive any fee or commission or non-monetary benefits from any third party for

forwarding client orders to such third party for their execution." Tritt dies in

Kraft, ist die "Payment for Order Flow" Praxis, also Gebühren, die Online-Broker

für die Weiterleitung von Kundenaufträgen an Dritte (bspw. Handelsplätze oder

Börsen) von diesen Dritten erhalten, Geschichte. Was wären die Auswirkungen?

Erhebliche Ertragsverluste mittelfristig befürchtet

Das Ertragsmodell der europäischen Online-Broker-Platzhirsche ist damit in

Gefahr. Zwar macht die genannte Rückvergütung von Handelsplätzen in der Regel

nur drei bis fünf Prozent der Gesamterträge der arrivierten Broker aus, jedoch

belegt der PFOF-Bann eine eindeutige Strategie des Gesetzgebers, "versteckten"

Vergütungen im Wertpapierhandel den Garaus zu machen. Daher ist ein Verbot von

Rückvergütungen von Produktemittenten (etwa für Zertifikate oder Hebelprodukte)

nur der logische nächste Schritt, was dann schon insgesamt 15 bis 20 Prozent der

Erträge renommierter Online-Broker vernichten würde. Rechnen wir jetzt noch den

seit der Einführung von MiFID II unter Beschuss geratenen Ertragsstrom der

Bestandspflegeprovisionen von Fonds hinzu (je nach Plattform für zwischen 20 und

30 Prozent der Gesamterträge verantwortlich), zeichnet sich ein düsteres Bild

für die Zukunft. Mittelfristig ist so nämlich etwa die Hälfte der heutigen

Ertragsströme der europäischen Online-Broker-Platzhirsche in Gefahr. Und die

derzeit florierenden Low- und Zero-Cost-Broker müssen gleich ihr gesamtes

Geschäftsmodell umstellen, da "Payment for Order Flow"-Erträge bei diesen

Spielern teilweise für über 25 Prozent ihrer Gesamteinnahmen verantwortlich

sind.

Kundengebühren als "Payment for Order Flow"-Ersatz

Daher ist es höchste Zeit, dass Online-Broker, aber auch betroffene Retail- und

Regionalbanken, ihre Ertragsmodelle dahingehend neu aufstellen, dass fehlende

PFOF-Einnahmen durch Service-Gebühren für Kunden ausgeglichen werden. Welche

Bereiche sind hier besonders erfolgsversprechend? Ich empfehle den

Marktteilnehmern die Einführung oder Erhöhung der folgenden vier

Gebührenkomponenten:

1. Erhöhung der Handelsplatz- oder Abwicklungsgebühren, die den Ausfall direkt

kompensieren

2. Einführung von wiederkehrenden Gebührenkomponenten, wie regelmäßige

Plattform- oder Depotgebühren für Stabilität und Perfomance der Plattform

sowie für Mehrwertdienstleistungen wie Charting-Tools, Research, etc.

3. Erhöhung der Devisengebühren, da bspw. deutsche oder österreichische Anleger

im internationalen Vergleich bislang deutlich geringere Aufschläge auf beim

Wertpapierkauf anfallende Devisen-Tauschgeschäfte zahlen

4. Erhöhung der Transaktionsgebühren, um die sichere, schnelle und fehlerlose

Ausführung adäquat zu vergüten

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die Beratungsarbeit

von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut

mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin,

Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und

Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung.Die

Unternehmensberatung ist mit über 1.600 Mitarbeitern in 41 Büros weltweit

vertreten.

Pressekontakt:

Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur

Verfügung:

Julia Griep (Public Relations Manager)

Tel: +49 221 36794 486

E-Mail: julia.griep@simon-kucher.com

www.simon-kucher.com

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Quelle: dpa-AFX


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