OTS: VAUNET - Verband Privater Medien / VAUNET-Mitgliederversammlung: ...

Mittwoch, 15.09.21 12:03
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VAUNET-Mitgliederversammlung: "Gemeinsam Zukunft gestalten" / Verband

fordert Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der privaten Medien

Berlin (ots) - Der VAUNET, Spitzenverband der privaten audiovisuellen Medien in

Deutschland, hat auf seiner heutigen Mitgliederversammlung die Schwerpunkte des

Verbandes für das kommende Jahr nach der Bundestagswahl definiert. Die privaten

Radio- und Fernsehunternehmen, als Teil der Kreativ- und Kulturwirtschaft,

stehen einerseits als enormer Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland,

mit Umsätzen von mehr als 13 Milliarden Euro sowie für ein vielfältiges

Medienangebot. Andererseits wird Ihre Wettbewerbsfähigkeit in vielen Bereichen

eingeschränkt.

Annette Kümmel: "Wir müssen alles daransetzen, die Wettbewerbsfähigkeit der

privaten Medien in Deutschland zu stärken. Dazu braucht es endlich faire

Bedingungen im Wettbewerb mit den digitalen Tech-Giganten, die für die Medien

zugleich Partner, Wettbewerber und Gatekeeper sind. Und es braucht eine konkrete

Auftragsdefinition für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um zu mehr

Chancengleichheit, auch im dualen Mediensystem, zu kommen. Von der Politik

erwarten wir eine ganzheitliche Risikoevaluierung für unsere Branche: Jedes -

vor allem auch nicht sektorspezifisches - Regulierungsvorhaben sollte einer

Medienverträglichkeitsüberprüfung unterzogen werden.

Kümmel kündigte als ein weiteres wichtiges Ziel des Verbandes an, dass die

Kultur- und Kreativwirtschaft als eigener Wirtschaftszweig und strategisches

Ökosystem eine starke politische Verankerung erfährt. Kümmel: "Die Bedeutung der

Kultur- und Kreativwirtschaft muss sich im Programm der neuen Bundesregierung

widerspiegeln, aber auch in einem institutionalisierten Dialogprozess zwischen

Europa, Bund und Ländern. Nur so können wir gemeinsam die Zukunft gestalten."

Unter anderem mit dieser Motivation engagiert sich der VAUNET in der Koalition

Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (k3d), die sich als offenes Bündnis

von führenden privatwirtschaftlichen Interessenvertretungen als Stimme der

Schlüsselbranche für gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel formiert hat.

Claus Grewenig, Vorsitzender des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia des

VAUNET, unterstrich die Notwendigkeit, europäische Regulierungsinitiativen

künftig enger mit der medien- und digitalpolitischen Agenda von Bund und Ländern

zu verzahnen. Das reiche von Maßnahmen zur Demokratie- und

Medienvielfaltssicherung bis hin zu den Arbeitsbedingungen für einen

unabhängigen und freien Journalismus.

Auf europäischer Ebene stehen aktuell insbesondere der Digital Services Act

(DSA) und der Digital Markets Act (DMA) im Fokus der Arbeit des VAUNET, die den

Missbrauch von Marktmacht durch internationale digitale Gatekeeper verhindern

sollen. Grewenig: "DSA und DMA zielen auf die DNA digitaler Medienangebote:

Fairer Zugang zu den von Plattformen erhobenen Daten, eine neutrale

Nutzungsmessung sowie Vorgaben zur Interoperabilität der plattformdominierten

Werbetechnologien sind die zentralen Anliegen, um die Refinanzierungsgrundlagen

für private Medienunternehmen zu erhalten. Daneben muss es auch weiterhin

Spielräume für die Mitgliedstaaten hinsichtlich der Besonderheiten lokaler

Märkte geben."

Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VAUNET,

stellte die programmliche Leistung und den hohen gesellschaftlichen Wert des

Privatradios nicht nur in Krisenzeiten heraus: "Privatradio leistet einen

entscheidenden Beitrag zur Medienvielfalt in Deutschland. Dies muss zukünftig

bei der besonderen Auffindbarkeit von sog. Public-Value-Angeboten natürlich

berücksichtigt werden."

Zudem stellte Maier als Hauptthema für das Radio im VAUNET die Digitalisierung

der Radioübertragung heraus. Das private Radio sei bereits umfassend und mit

großem Engagement auf allen relevanten digitalen Übertragungswegen vertreten,

mit Streaming- und Abrufangeboten und auch auf DAB+. "Die UKW-Verbreitung mit

ihrer sehr hohen Nutzerrelevanz bleibt für die Privatradios jedoch noch lange

der wirtschaftliche Motor, der auch ihre digitalen Angebote maßgeblich

finanziert. Im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl

plädieren wir daher eindringlich dafür, die UKW-Übertragung nicht anzutasten.

Dafür gibt es keine Notwendigkeit und auch keinen einzigen sachlichen Grund", so

Maier. Maier forderte gleichzeitig eine angemessene Förderung für den Aufbau der

technischen Infrastruktur für die DAB+-Verbreitung der Privaten. Dies könne

nicht losgelöst von der Beantwortung weiterhin offener Fragen, wie z. B. zur

Ausstattung der DAB+-Sendernetze und einer fehlenden lokalen und regionalen

Abbildbarkeit geschehen. Eine solche Förderung habe auch für das Verhältnis des

privaten zum öffentlich-rechtlichen Hörfunk hohe Relevanz: "Der ARD und dem

Deutschlandradio werden ihre Kosten voll umfänglich aus dem Rundfunkbeitrag

finanziert. Nur eine Gleichbehandlung kann den bestehenden Status quo für das

Radio im dualen System gewährleisten."

Über VAUNET

VAUNET ist der Spitzenverband der privaten audiovisuellen Medien in Deutschland.

Unter VAUNET - Verband Privater Medien e.V. firmiert seit dem 21. Mai 2018 der

vormalige VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) mit Sitz in Berlin und

einem Büro in Brüssel. Zu den vielfältigen Geschäftsfeldern der rund 150

Mitglieder gehören TV-, Radio-, Web- und Streamingangebote. Die Verbandsarbeit

richtet sich an der konvergenten Entwicklung der Märkte für audiovisuelle Medien

aus und gestaltet auf nationaler wie europäischer Ebene die Rahmenbedingungen

aktiv mit. Der Wirtschaftsverband hat zum Ziel, Akzeptanz für die politischen

und wirtschaftlichen Anliegen der audiovisuellen Medien zu schaffen sowie die

große gesellschaftspolitische und kulturelle Bedeutung der Branche im digitalen

Zeitalter ins Bewusstsein zu rücken.

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Quelle: dpa-AFX


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