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Mittwoch, 22.06.22 17:01
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European Sustainable Investment Funds Study 2022: Europa bleibt die

Nach dem Tech-Crash:
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treibende Kraft für ein nachhaltiges Finanzwesen | Studie über

nachhaltige Investmentfonds von Morningstar und zeb - powered by ALFI

(FOTO)

Münster (ots) -

- Europa hält 83 % des globalen Nettovermögens nachhaltiger Fonds; mit beinahe 2

Bill. EUR zu Ende 2021 konnte ein Anstieg von 71 % im Vergleich zu 2020

verzeichnet werden

- Nachhaltige Fondsprodukte machen 16 % des gesamten Nettovermögens der in

Europa domizilierten Fonds aus, noch vor den USA und Asien mit nur 1 % bzw. 5

%

- Luxemburg behauptet seine marktführende Position - etwa ein Drittel der von

nachhaltigen Fonds in Europa verwalteten Vermögenswerte ist dort domiziliert

- Aktien sind nach wie vor die wichtigste Anlageklasse mit einem Anteil von 64 %

am Vermögen nachhaltiger Fonds im Vergleich zu 48 % bei konventionellen Fonds

- Asset-Manager haben dadurch einen großen Einfluss auf die ESG-Bemühungen von

Unternehmen

- Nachhaltigkeitsstrategien wie Impact-Fonds sind im Vergleich zu Fonds mit

weniger ehrgeizigen ESG-Zielen weiterhin stark unterrepräsentiert, dennoch

stieg das Vermögen in Impact-Fonds im Jahr 2021 um 50 % im Vergleich zu 2020

- Auf europäischer Ebene wurde etwa 44 % des Nettovermögens von den jeweiligen

Verwaltern als Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds gemäß der Verordnung über

nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten (SFDR) klassifiziert

Europa ist nach wie vor die treibende Kraft für ein nachhaltiges Finanzwesen und

hält 83 % des weltweiten Nettovermögens in nachhaltigen Fonds; so lautet das

Ergebnis der zweiten, jährlich erscheinenden European Sustainable Investment

Funds Study von Morningstar und zeb auf Initiative der Association of the

Luxembourg Fund Industry (ALFI). Die Studie ergab, dass sich das Nettovermögen

in nachhaltigen Fondsprodukten gemäß der von Morningstar verwendeten strengen

Definition von Nachhaltigkeit Ende 2021 auf beinahe 2 Bill. EUR belief, ein

Anstieg von 71 % gegenüber 2020.

Ziel der Studie ist es, eine Momentaufnahme zu liefern, wie Nachhaltigkeitsziele

und die entsprechenden gesetzgeberischen Eingriffe die Fondsbranche in Europa

prägen, sowie die Rolle, die Wettbewerbsfähigkeit und die Positionierung der

verschiedenen Domizile in diesem sich dynamisch verändernden Umfeld zu

analysieren. Es handelt sich hierbei um die zweite Ausgabe einer regelmäßig

durchgeführten Studie, in der auf Basis identischer Methoden die dynamische

Entwicklung und die Trends nachhaltiger Fonds in Europa branchenspezifisch

beobachtet werden.

Marc-André Bechet , stellvertretender Generaldirektor von ALFI, erklärt: "Das

nachhaltige Finanzwesen steht am Scheideweg, und 2022 wird sich zeigen, wohin

die Reise geht. Zwar ist die Asset-Management-Branche ernsthaft bereit, sich den

Herausforderungen des nachhaltigen Finanzwesens zu stellen und der starken

Nachfrage seitens der Privatanleger und der institutionellen Investoren

nachzukommen, doch die Realität sieht so aus, dass die Fonds, die ein oder

mehrere ökologische Ziele verfolgen, bisher nicht wirklich in der Lage waren,

mit ihren Qualitäten zu überzeugen. Die Unternehmen beginnen jedoch jetzt mit

der Berichterstattung über die Anpassung ihrer Aktivitäten an die

Taxonomie-Verordnung, und für diejenigen, die dies noch nicht tun, wird die

Berichterstattung ab 2023 und 2024 verpflichtend. Das ist meiner Meinung nach

ein entscheidender Schritt nach vorn."

Hortense Bioy , Global Director of Sustainability bei Morningstar, stellt fest:

"Seit ihrer Einführung im März 2021 wirkt die SFDR als Katalysator für

Produktentwicklung und Innovation im Bereich der nachhaltigen Fonds in Europa.

Es wird spannend sein zu sehen, wie die Regulierung die Landschaft weiter prägen

wird. Die im August in Kraft tretenden Änderungen der MiFID II, die

Finanzberater verpflichten, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden zu

berücksichtigen, haben das Potenzial, die Akzeptanz nachhaltiger Anlagen bei

Privatanlegern zu beschleunigen. Trotz aller Bedenken bezüglich Greenwashing

zeigen unsere Daten, dass das Interesse der Anleger an ESG- und nachhaltigen

Strategien weiter zunimmt."

Dr. Carsten Wittrock , Partner bei zeb, ergänzt: "Unsere neue Studie bestätigt

unsere Prognosen aus der vorherigen Ausgabe: Der Wandel der Branche hin zu

Nachhaltigkeit schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran, trotz eines Umfelds,

das von einer beispiellosen geopolitischen und regulatorischen Dynamik geprägt

ist. Auch wenn das volle Potenzial der Fondsbranche zur Unterstützung des

dringend notwendigen Transformationsprozesses der Volkswirtschaften hin zu mehr

Nachhaltigkeit noch lange nicht ausgeschöpft ist, kann man davon ausgehen, dass

sich die aufgezeigten Trends fortsetzen werden - ungeachtet der kritischen

Debatte über die Rolle und den Umgang einzelner Asset-Manager mit dem Thema

Nachhaltigkeit, der andauernden Notwendigkeit zur Klärung von

Nachhaltigkeitsfaktoren und deren angemessener Umsetzung sowie der jüngsten

Rückschläge bei der Bewältigung des Klimawandels aufgrund des tragischen

Konflikts in der Ukraine und dessen drastischer Folgen nicht nur für die

Menschen, sondern auch für die Weltwirtschaft.

Weitere Themen und Ergebnisse der Studie:

- Aktien sind nach wie vor die wichtigste Anlageklasse nachhaltiger Fonds in

allen europäischen Domizilen und machen mehr als 60 % der in Fonds verwalteten

nachhaltigen Vermögenswerte aus, gefolgt von festverzinslichen Anlagen (20 %)

und Allocation-Fonds (15 %) zu Ende 2021. Dies weicht deutlich von den

konventionellen Fonds ab, wo sich der Anteil an Aktienfonds auf nur 48 % des

Nettovermögens beläuft. Dieser Unterschied bei den nachhaltigen Fonds ist

wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Aktien mehr Möglichkeiten bieten,

das Verhalten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele zu

beeinflussen.

- Nachhaltige passive Strategien sind weiterhin beliebt - Ende 2021 machten sie

rund 27 % des Nettovermögens der europäischen nachhaltigen Fonds aus und lagen

damit über den 21 % im konventionellen Bereich. Dem steht ein passives

Nettovermögen von rund 139 Mrd. EUR im Jahr 2019 gegenüber - ein Anstieg von

fast 280 % im Vergleich zu nur rund 25 % im konventionellen Fondsbereich im

selben Zeitraum. Das passive Management scheint einen Wandel von

traditionellen, Plain-Vanilla-Ansätzen hin zu Nachhaltigkeit zu vollziehen.

- Ein Markt, der dauerhaft von großen Playern beherrscht wird - die ohnehin hohe

Konzentration im Asset-Management wird im Segment der nachhaltigen Fonds sogar

noch übertroffen. Im Durchschnitt wurden 51 % des Nettovermögens in

nachhaltigen aktiven Fonds in Europa in Fonds investiert, die von den 20

größten Anbietern aufgelegt wurden. Bei konventionellen Fonds liegt der Anteil

bei nur etwa 43 %. Hinsichtlich der einzelnen Fonds-Hubs positionieren sich

die führenden Fondsanbieter insbesondere in Luxemburg und in Irland. Die fünf

größten Asset-Manager decken rund 32 % des Nettovermögens der in Luxemburg

domizilierten nachhaltigen Fonds ab.

- Den Rückstand aufholen - Hürden in den USA und Asien: Trotz des großen

Interesses an Nachhaltigkeit in den USA haben Investoren, Aktionäre sowie die

Aufsichtsbehörde sicherlich auch aufgrund der Entscheidung der vorherigen

US-Regierung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, das Thema

Nachhaltigkeit ganz nach unten auf die Tagesordnung gesetzt. Präsident Bidens

Unterzeichnung des Wiedereintritts in das Klimaabkommen im Jahr 2021 ist ein

wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen globalen Ziel, wenngleich

die USA in ihrem Wettlauf in Richtung Net-Zero durch die vorangegangene

Streckenabweichung möglicherweise erheblich in Rückstand geraten sind. In

Asien hingegen fehlt ein ESG-Rahmen auf der Grundlage von Klassifizierungen

oder Offenlegungen, der eine Standardisierung und ein Benchmarking in den

Märkten ermöglicht.

Die schnell wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Anlageformen seitens der

Gesellschaft und der Asset-Management-Branche, wird, gefördert durch die

voranschreitende Regulierung, unzweifelhaft zu einer weiteren Steigerung des

Marktanteils nachhaltiger Fonds führen. Langfristig werden nachhaltige Fonds

eher die Regel als die Ausnahme sein.

Weitere Details sowie umfangreiches Zahlenmaterial zur European Sustainable

Investment Funds Study2022 sind abrufbar unter European Sustainable Investment

Funds Study 2022 | zeb (zeb-consulting.com)

(https://zeb-consulting.com/de-DE/node/5253) .

Als führende Strategie-, Management- und IT-Beratung bietet zeb seit 1992

Transformationskompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich

Financial Services in Europa. In Deutschland unterhalten wir Büros in Frankfurt,

Berlin, Hamburg, München und Münster (Hauptsitz). Dazu kommen 11 weitere,

internationale Standorte. Zu unseren Kunden zählen neben europäischen Groß- und

Privatbanken auch Regionalbanken und Versicherungen sowie Finanzintermediäre

aller Art. Bereits mehrfach wurde unser Unternehmen in Branchenrankings als

"Bester Berater" der Finanzbranche klassifiziert und ausgezeichnet.

Pressekontakt:

Franz-Josef Reuter

Head of Public & International Affairs

Phone +49.251.97128.347

E-Mail mailto:franz-josef.reuter@zeb.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/119614/5255140

OTS: zeb consulting



Quelle: dpa-AFX


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