Ölpreise uneinheitlich - Experten schließen weitere Verluste nicht aus

Montag, 23.03.20 14:07
Erdölpumpe
Bildquelle: pixabay
LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Montag nach der jüngsten Talfahrt uneinheitlich gezeigt. Zuvor hatten eine steigende Fördermenge in Russland und Verzögerungen beim US-Hilfspaket für die Wirtschaft im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise die Notierungen stark belastet. Für kurze Zeit war der US-Ölpreis sogar erstmals seit 2002 unter die Marke von 20 Dollar je Barrel gefallen. Allerdings konnten die Ölpreise frühe Verluste teilweise wieder ausgleichen.

Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,17 US-Dollar. Das waren 81 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für US-Öl legte hingegen leicht zu. Ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI kostete zuletzt 22,96 Dollar und damit 33 Cent mehr als am Freitag.

An den Finanzmärkten verunsicherte zu Beginn der Woche ein politischer Streit in den USA um ein Hilfsprogramm für die Wirtschaft. Die hatte auch die Ölpreise zunächst mit nach unten gezogen. Im US-Senat konnten sich die Parteien bisher nicht auf die Details eines billionenschweren Hilfspakets einigen. Das Gesetzespaket muss daher am Montag einen erneuten Anlauf im Parlament nehmen.

Ab dem Mittag sorgten weitere Maßnahme der US-Notenbank wieder für eine etwas bessere Stimmung an den Märkten, was auch die Ölpreise stützte. Erneut hatte die US-Notenbank Fed auf die schnelle Ausbreitung des Coronavirus in den USA reagiert, um die Folgen der Krise für die größten Volkswirtschaft der Welt einzudämmen. Unter anderem will die Zentralbank Staatsanleihen ohne zeitliche Beschränkungen kaufen. Außerdem wollen die Notenbanker US-Unternehmen mit einem Kreditprogramm unter die Arme greifen, die nicht an der Börse gelistet sind.

Trotz der Maßnahmen von Regierungen und Zentralbanken der vergangenen Tage im Kampf gegen die Krise hielten Ölhändler einen Einbruch der Nachfrage im Umfang von 10 bis 20 Millionen Barrel am Tag für möglich. Daneben sieht es auch im Preiskrieg zwischen Russland und Saudi Arabien nicht nach einer Entspannung aus. Am Freitag war bekannt geworden, dass Russland seine Fördermenge erneut ausweiten will.

Nach Einschätzung von Carsten Fritsch, Analyst der Commerzbank, greift unter den texanischen Ölunternehmen wegen der niedrigen Preise bereits die Verzweiflung um sich: Einige Firmen hätten bereits bei den zuständigen Behörden um eine Beschränkung der Ölproduktion gebeten. "Doch ist die Maßnahme nicht nur regulatorisch und praktisch schwer umzusetzen. Sie würde wahrscheinlich angesichts der schieren Größe der Überschüsse aktuell gar keinen starken Effekt haben.", schrieb Fritsch in einem Kommentar am Montag./ssc/jkr/mis



Quelle: dpa-AFX


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