WINDELN.DE SE KONV. O.N. Aktie
WKN: WNDL20 ISIN: DE000WNDL201
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Original-Research: windeln.de SE (von Montega AG): Halten

Freitag, 21.08.20 12:46
Tafel mit Kursen
Bildquelle: fotolia.com
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Original-Research: windeln.de SE - von Montega AG

Einstufung von Montega AG zu windeln.de SE

Unternehmen: windeln.de SE

ISIN: DE000WNDL201

Anlass der Studie: Update

Empfehlung: Halten

seit: 21.08.2020

Kursziel: 2,40

Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten

Letzte Ratingänderung: -

Analyst: Henrik Markmann

Solide Q2-Zahlen, aber verhaltener Ausblick auf H2

windeln.de hat am letzten Freitag Q2-Zahlen veröffentlicht und die

Jahresziele angepasst.

Umsatz erwartungsgemäß verbessert: windeln.de erzielte in Q2/20 Erlöse

i.H.v. 28,8 Mio. Euro (+67,8% yoy) und erfüllte damit unsere Erwartungen

(MONe: 28,9 Mio. Euro). Regional betrachtet entfiel der Umsatz mit 23,2

Mio. Euro (+84,1% yoy) zum Großteil von knapp 80% auf die Region China und

mit 5,6 Mio. Euro (+24,4% yoy) auf Europa (19,4%). Da Bebitus seit Q1/20

als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen wird, beinhaltet die Region

Europa derzeit ausschließlich Erlöse aus der DACH-Region.

Der signifikante Anstieg in China wurde jedoch durch einen einmaligen

Sondereffekt i.H.v. 2,8 Mio. Euro zusätzlich begünstigt, der auf

Umsatzsteuerberichtigungen in Q2/20 zurückzuführen ist. Allerdings betrug

das Wachstum in China auch bereinigt um diesen Einmaleffekt noch starke

61,9% yoy. Hintergrund dessen ist vor allem die dynamische Entwicklung im

B2B-Vertriebskanal. Hierbei gelang es windeln.de, Firmenkunden mit

Hygieneartikeln (primär Schutzmasken) im Wert von 6,9 Mio. Euro zu

beliefern. Zudem realisierte das Unternehmen erstmals Umsätze durch den

neuen Kooperationspartner Holland at Home. Das B2C-Geschäft ist laut

Management dagegen etwas hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben,

was auf ein Überangebot im chinesischen Markt sowie temporäre Probleme im

Zollprozess zurückzuführen ist. Bei Letzterem befindet sich windeln.de

aktuell in der Umsetzung einiger neuer Anforderungen für den

Cross-Border-E-Commerce, was temporär die verzollte Luftfracht nach China

beeinträchtigt.

Die gestiegene Nachfrage in Europa (bzw. der DACH-Region) ist primär das

Resultat der Corona-bedingten Beschränkungen des öffentlichen Lebens sowie

des damit einhergehenden Rückenwinds für den Onlinehandel. Positiv wirkten

sich zudem Verbesserungen im neuen Pricing Tool sowie stärker von

Lieferanten finanzierte Werbeaktionen aus. Darüber hinaus gelang es

windeln.de, die in Q1/20 aufgetretenen Verzögerungen im Lager in Großbeeren

vollständig in Q2/20 abzubauen.

Positive Ergebniskennziffern im zweiten Quartal: Auf Ergebnisebene

verschlechterte sich die Bruttomarge in Q2 um 210 BP auf 23,3%. Dies liegt

primär am gestiegene B2BUmsatzvolumen, da dieses geringere Margen abwirft.

Auf der anderen Seite führte die unterproportionale Entwicklung der

Vertriebs- und Verwaltungskosten zu einem signifikant positiven Effekt,

sodass sich das EBIT von -2,8 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 0,7 Mio. Euro

verbesserte. Bei den Vertriebskosten (Vertriebskostenquote 18,1% vs. 30,1%

im Vj.) wurden die höchsten Einsparungen im Bereich Logistik, Lagermiete

und Marketing erzielt. Positive Effekte auf die Logistikkosten (-25% yoy

bzw. -0,5 Mio. Euro) verzeichnete windeln.de z.B. durch das in Q4/19 in

Betrieb genommene zweite Zolllager in China. Die niedrigeren

Lagermietkosten (-82% yoy bzw. -0,3 Mio. Euro) resultieren aus dem

geringeren Warenbestandslevel, da das Unternehmen seit einigen Quartalen

sukzessive das Sortiment bereinigt.

Die Marketingkosten (-39% yoy bzw. -0,3 Mio. Euro) fallen u.a. aufgrund der

Kündigung des Marketingdienstleisters LangTao niedriger aus. Dieser Schritt

kommt für uns überraschend, da windeln.de die Zusammenarbeit mit LangTao

erst Mitte 2019 begonnen hatte. Nach Rücksprache mit dem Management zeigten

sich hier jedoch keine zufriedenstellenden Erfolge, sodass sich windeln.de

dazu entschieden hat, ein eigenes Team in Peking aufzubauen. Derzeit sind

41 Mitarbeiter in China aktiv, die neben dem chinesischen Web- Shop auch

die angeschlossenen Marktplätze wie Tmall betreuen. Die Verwaltungskosten

sind durch Veränderungen der anteilsbasierten Vergütung von 2,1 auf 0,9

Mio. Euro deutlich gesunken.

Aufgrund eines weitestgehend ausgeglichenen Finanzergebnisses sowie

keinerlei Steueraufwendungen beträgt auch das Ergebnis aus fortgeführten

Geschäftsbereichen 0,7 Mio. Euro. Das Periodenergebnis fiel mit -1,9 Mio.

Euro trotz des negativen Effekts i.H.v. -2,5 Mio. Euro aus dem aufgegebenen

Geschäftsbereich (Bebitus) deutlich besser aus als im Vorjahr (-3,7 Mio.

Euro).

Lageraufbau belastet Liquiditätsbestand deutlich: Trotz der verbesserten

Ertragslage haben sich die Liquiden Mittel per Ende Q2/20 auf 6,0 Mio. Euro

halbiert. Durch weitere Mittelabflüsse liegt der Cash-Bestand per 12.

August nur noch bei 3,9 Mio. Euro. Diese Entwicklung beruht auf dem langen

Cash Conversion Cycle von über 100 Tagen für Verkäufe aus dem chinesischen

Zolllager. Da der aktuelle Lageraufbau scheinbar nicht für das

unternehmensintern geplante Wachstum ausreicht, sondiert das Management

derzeit Möglichkeiten zur weiteren Wachstumsfinanzierung. Hierzu wird nun

auch eine weitere Kapitalerhöhung in Betracht gezogen.

Jahresziele teilweise angepasst: Wenngleich der Vorstand das

Break-Even-Ziel eines bereinigten EBITs in Q1/21 bestätigte, scheint dieses

nur noch dann erreichbar zu sein, wenn dem Unternehmen weitere Mittel zur

Vorfinanzierung des Wachstums zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wurden

die angestrebten Verbesserungen beim Umsatz und EBIT etwas abgeschwächt.

windel.de erwartet nun ein zweistelliges Erlöswachstum (zuvor: signifikant

zweistelliges Wachstum) und rechnet auch beim bereinigten EBIT nur noch mit

einer moderaten Verbesserung (zuvor: signifikante Verbesserung). Wir haben

unsere Prognosen entsprechend reduziert.

Fazit: windeln.de hat im zweiten Quartal erwartungsgemäß wieder Wachstum

gezeigt und die Kostenseite weiter verbessert. Auf der anderen Seite trüben

der hohe Vorfinanzierungsbedarf sowie die revidierten Jahresziele das

Gesamtbild. Nach Anpassung unserer Prognosen reduzieren wir unser

DCF-basiertes Kursziel auf 2,40 Euro (zuvor: 3,30 Euro) und bestätigen vor

dem Hintergrund der noch ungeklärten weiteren Wachstumsfinanzierung das

Rating 'Halten'.

+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss

bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS /

HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++

Über Montega:

Die Montega AG ist eines der führenden bankenunabhängigen Researchhäuser

mit klarem Fokus auf den deutschen Mittelstand. Das Coverage-Universum

umfasst Titel aus dem MDAX, TecDAX, SDAX sowie ausgewählte Nebenwerte und

wird durch erfolgreiches Stock-Picking stetig erweitert. Montega versteht

sich als ausgelagerter Researchanbieter für institutionelle Investoren und

fokussiert sich auf die Erstellung von Research-Publikationen sowie die

Veranstaltung von Roadshows, Fieldtrips und Konferenzen. Zu den Kunden

zählen langfristig orientierte Value-Investoren, Vermögensverwalter und

Family Offices primär aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Die

Analysten von Montega zeichnen sich dabei durch exzellente Kontakte zum

Top-Management, profunde Marktkenntnisse und langjährige Erfahrung in der

Analyse von deutschen Small- und MidCap-Unternehmen aus.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:

http://www.more-ir.de/d/21415.pdf

Kontakt für Rückfragen

Montega AG - Equity Research

Tel.: +49 (0)40 41111 37-80

Web: www.montega.de

E-Mail: research@montega.de

übermittelt durch die EQS Group AG.

Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.

Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung

oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Quelle: dpa-AFX




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