WINDELN.DE SE KONV. O.N. Aktie
WKN: WNDL20
ISIN: DE000WNDL201 Land: Sonstiges
Branche: Sonstiges
Sektor: Sonstiges
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Original-Research: windeln.de SE (von Montega AG): Halten

Freitag, 05.02.21 10:32
Monitoransicht mit Chart.
Bildquelle: pixabay
Original-Research: windeln.de SE - von Montega AG

Einstufung von Montega AG zu windeln.de SE

Unternehmen: windeln.de SE

ISIN: DE000WNDL201

Anlass der Studie: Update

Empfehlung: Halten

seit: 05.02.2021

Kursziel: 1,40

Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten

Letzte Ratingänderung: -

Analyst: Henrik Markmann

Auch das Jahresschlussquartalstellt keinen Katalysator dar -

Break-Even-Ziel erneut verschoben

windeln.de hat jüngst vorläufige Eckwerte zum abgeschlossenen Geschäftsjahr

veröffentlicht, die umsatzseitig unter unseren Erwartungen lagen. Damit

verfehlte das Unternehmen auf Umsatzebene auch die Jahresziele. Darüber

hinaus musste das Management das EBIT-Break-Even-Ziel für Anfang 2021 auf

das Jahr 2022 verschieben.

Dynamik in der Umsatzentwicklung bleibt aus: Nach vorläufigen Zahlen

stiegen die Erlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen (exkl. Bebitus) im

Geschäftsjahr 2020 um +8,6% yoy auf 76,1 Mio. Euro. Damit hat windeln.de

sowohl die eigenen Ziele ('zweistelliges Umsatzwachstum') als auch unsere

Wachstumserwartungen (MONe: +17,9% yoy auf 82,6 Mio. Euro) aufgrund einer

schwächeren Entwicklung im Jahresschlussquartal verfehlt. Konkret gingen

die Erlöse in Q4/20p trotz zahlreicher Verkaufsaktionen (Singles Day, Cyber

Week, Weihnachtsgeschäft) um -11,4% yoy auf 17,3 Mio. Euro spürbar zurück

(9M/20: +17,9% yoy). Regional betrachtet ist dies primär auf China

zurückzuführen (Umsatzanteil 2020p: 73,6% bzw. 56,0 Mio. Euro), wo die

Erlöse in Q4 mit -20,5% yoy deutlich gesunken sind. Zurückzuführen ist dies

auf ungünstige Marktbedingungen, die u.E. durch ein weiterhin bestehendes

Überangebot an Milchnahrung sowie Anpassungen des Prozesses für

zollpflichtige Lieferungen von Deutschland nach China entstanden sind.

Zudem führten Verzögerungen im Aufbau neuer Absatzkanäle zum Ausbleiben

weiterer Wachstumsimpulse in China. In der DACH-Region (Umsatzanteil 2020p:

26,4% bzw. 20,0 Mio. Euro) konnte windeln.de nach Angaben des Unternehmens

nur einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich

verzeichnen. Die im Vergleich zu anderen E-Commerce-Unternehmen deutlich

geringere Dynamik könnte an negativen Effekten durch das Datenleak sowie

der unveränderten Fokussierung auf eine Margenverbesserung liegen.

Ergebnisziel voraussichtlich erreicht: Auf Ergebnisebene verkündete

windeln.de bisher keine genauen Finanzkennzahlen. Dennoch gab das

Unternehmen an, dass die 'moderate Verbesserung' des um einmalige

Aufwendungen bereinigten EBITs (2019: -13,8 Mio. Euro) erreicht wurde.

Aufgrund der Verbesserungen auf der Kostenseite sowie einer

voraussichtlichen Schonung der Liquidität durch den Abbau von

Lagerbeständen sind die liquiden Mittel mit nun 8,5 Mio. Euro nahezu

unverändert geblieben (09. November 2020: 8,2 Mio. Euro). Um bei der

weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie in China keine Einschränkungen zu

haben, kündigte das Management dennoch die Prüfung weiterer

Finanzierungsoptionen an.

Break-Even-Ziel auf 2022 verschoben: Da windeln.de die Umsetzung der

Wachstumspläne in China nicht wie geplant umsetzen konnte und daher auch

nicht von den erhofften Skaleneffekten profitierte, musste das Management

das für Anfang 2021 avisierte BreakEven-Ziel auf Ebene des bereinigten

EBITs nun auf das Jahr 2022 erneut verschieben. In unseren Erwartungen

hatten wir das Erreichen der Gewinnschwelle auch vor den heutigen

Prognoseanpassungen nicht vor 2022 antizipiert, sodass uns die Verschiebung

nicht überrascht.

Um das Break-Even-Ziel in 2022 zu erreichen, strebt windeln.de im laufenden

Geschäftsjahr den Abschluss von drei größeren Kostensparmaßnahmen an:

- In H1/21 plant windeln.de, das Zentrallager innerhalb Deutschlands zu

verlagern. Dies war ursprünglich schon für 2020 avisiert, konnte jedoch

durch die Corona-bedingte Insolvenz eines am Umzug beteiligten

Logistikpartners nicht durchgeführt werden. Insgesamt rechnet windeln.de

mit einmaligen Kosten für den Umzug i.H.v. 0,6 Mio. Euro. Anschließend

erwartet das Unternehmen Einsparungen von 0,8 Mio. Euro p.a.

- Im Bereich IT hat windeln.de die Auslagerung des

Produktinformationsmanagementsystems (PIM) bereits in 2020 weitestgehend

abgeschlossen. In 2021 steht nun die Auslagerung des IT-Shops an Spryker

an, wodurch die IT-Kosten gesenkt und die Zuverlässigkeit der Systeme sowie

die Flexibilität bei Anpassungen erhöht werden sollen. Im laufenden Jahr

fallen dadurch einmalig ca. 0,8 Mio. Euro Kosten an. Ab 2022 rechnet

windeln.de dann mit Einsparungen von 0,5 bis 0,8 Mio. Euro p.a.

- Auch bei den Personal- und Sachkosten sieht windeln.de Einsparpotenzial.

So wurde die Mitarbeiterzahl trotz Teamaufbau u.a. in China von etwa 400 im

Jahr 2018 auf inzwischen rund 200 signifikant reduziert. Zudem spart das

Unternehmen durch den Büroumzug in München oder die Reduzierung der

Aufsichtsratvergütung. Insgesamt halten wir so in 2021 einen Rückgang der

Vertriebskostenquote auf 26,5% (2020e: 29,4%) sowie der

Verwaltungskostenquote auf 5,8% (2020e: 6,8%) für realistisch.

Neben positiven Effekten auf der Kostenseite rechnet der Vorstand in 2021

wieder mit einem 'deutlichen Umsatzwachstum'. Eine konkretere Umsatz- und

Ergebnisguidance für 2021 erwarten wir im Rahmen der

Geschäftsberichtveröffentlichung am 18. März. Unsere Prognosen haben wir

aufgrund des unter unseren Erwartungen liegenden Verlaufs in Q4/20

reduziert und gehen aktuell nur noch von einem Erlöswachstum i.H.v. +16,0%

auf 88,3 Mio. Euro aus (zuvor: 101,3 Mio. Euro).

Auch auf Ergebnisebene haben wir uns konservativer positioniert (EBIT

2021e: -6,0 Mio. Euro vs. zuvor -3,7 Mio. Euro), da die kurzfristigen

Belastungen durch die genannten Kostensparmaßnahmen höher ausfallen als

gedacht und antizipierte Skaleneffekte durch das geringere Wachstum

ausbleiben. Voraussetzung zur Erfüllung unserer Prognosen ist neben dem

erfolgreichen Abschluss der obigen Maßnahmen u.a. auch eine positive

Entwicklung des jüngst eröffneten Online-Shops auf der Shopping-Plattform

JD.com in China. Gute Chancen dafür sehen wir insbesondere im lokalen Team

in Peking, dass windeln.de in 2020 für z.B. den Ausbau der Vertriebskanäle

aufgebaut hat. Da die regionalen Unterschiede im Bereich Marketing, Product

Placement und Payment zwischen Deutschland und China nach wie vor sehr groß

sind, halten wir die Investition in lokales Know-How für den richtigen

Schritt. Laut Unternehmen deuten die ersten Kennzahlen aus Januar 2021

bereits eine spürbare Verbesserung der operativen Entwicklung an.

Fazit: windeln.de hat unsere Wachstumserwartungen für das abgelaufene

Geschäftsjahr nicht erreicht. Vom deutlichen Rückenwind im E-Commerce

konnte das Unternehmen weder in China noch in der DACH-Region profitieren.

Wenngleich das Unternehmen im Peergroup-Vergleich nach wie vor sehr günstig

bewertet ist (EV/Umsatz 2021e: 0,1x vs. Peergroup 0,9x), bleibt windeln.de

dennoch den Nachweis der Profitabilität vorerst weiter schuldig. Als

Katalysator für die Aktie sehen wir daher eine nachhaltige Trendumkehr in

der Region China sowie das Erreichen des Break-Evens. Bis dahin lassen wir

unsere konservativen DCF-Annahmen mit einem Beta von 1,7 bzw. einem WACC

i.H.v. 11,7% unverändert. Nach der Prognoseanpassung reduziert sich unser

Kursziel auf 1,40 Euro (zuvor: 1,60 Euro). Wir bestätigen unsere

Halten-Empfehlung.

+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss

bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS /

HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++

Über Montega:

Die Montega AG ist eines der führenden bankenunabhängigen Researchhäuser

mit klarem Fokus auf den deutschen Mittelstand. Das Coverage-Universum

umfasst Titel aus dem MDAX, TecDAX, SDAX sowie ausgewählte Nebenwerte und

wird durch erfolgreiches Stock-Picking stetig erweitert. Montega versteht

sich als ausgelagerter Researchanbieter für institutionelle Investoren und

fokussiert sich auf die Erstellung von Research-Publikationen sowie die

Veranstaltung von Roadshows, Fieldtrips und Konferenzen. Zu den Kunden

zählen langfristig orientierte Value-Investoren, Vermögensverwalter und

Family Offices primär aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Die

Analysten von Montega zeichnen sich dabei durch exzellente Kontakte zum

Top-Management, profunde Marktkenntnisse und langjährige Erfahrung in der

Analyse von deutschen Small- und MidCap-Unternehmen aus.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:

http://www.more-ir.de/d/22077.pdf

Kontakt für Rückfragen

Montega AG - Equity Research

Tel.: +49 (0)40 41111 37-80

Web: www.montega.de

E-Mail: research@montega.de

übermittelt durch die EQS Group AG.

Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.

Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung

oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Quelle: dpa-AFX


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