Prometeia-Studie: Wo klassische Asset Manager am heftigsten leiden werden - Fondsnews

Donnerstag, 15.08.19 14:26
Prometeia-Studie: Wo klassische Asset Manager am heftigsten leiden werden - Fondsnews
Bildquelle: fotolia.com
Wien (www.fondscheck.de) - Laut einer Auswertung der Analysegesellschaft Prometeia, über die die Wirtschaftszeitung "Financial Times" berichtet, werden die Gewinne von Europas Fondsgesellschaften 2019 um gut 6 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr, so die Experten von "FONDS professionell".

Demnach würden die gesamten Überschüsse der Anbieter offener Publikumsfonds in Europa von 79 Milliarden auf 74 Milliarden Euro schrumpfen. Ein Grund dafür sei die wachsende Konkurrenz durch günstige, börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Anleger würden zunehmend Geld von teureren, aktiv gesteuerten Vehikeln in billigere Indexfolger umschichten. Dies führe zu einem verschärften Preiswettbewerb. Zudem würden die Kosten der Fondsanbieter steigen. Denn der Aufwand, um die rigorosee Regulierung zu erfüllen, wachse. Zugleich würden die Personalausgaben klettern.

Die Experten von Prometeia würden damit rechnen, dass sich die Nettomittelzuflüsse in Publikumsfonds europaweit von 95 Milliarden Euro 2018 auf 46 Milliarden in diesem Jahr halbieren würden. Die Gewinnmarge, gemessen als Anteil des verwalteten Vermögens, sinke von 79 auf 72 Basispunkte. Die Analysten würden zudem vor einem deutlicheren Rückgang warnen, sollten die Kurse an den Finanzmärkten leicht korrigieren. In diesem Fall würden die Experten einen Gewinnrückgang von 8 Prozent prognostizieren. Bei einem ausgewachsenen Börsen-Crash dürften die Überschüsse noch stärker schrumpfen.

Die italienische Beratungsgesellschaft habe mehr als 40.000 Anteilsklassen ausgewertet. Einige Untersuchungen würden die veröffentlichten Kennzahlen börsennotierter Fondsgesellschaften heranziehen. Damit bleibe eine ganze Reihe von Anbietern außen vor. Andere Studien wiederum, meist von Unternehmensberatungen, würden sich auf Umfragen unter deren Kunden stützen - und somit ebenfalls nur einen Teil der Branche erfassen. Die Prometeia-Auswertung versuche hingegen über die Volumens- und Gebührenentwicklung der Fonds näherungsweise die Profitabilität der Asset-Management-Industrie zu messen.

Die stärksten Einbußen würden Anbietern demnach bei aktiven Aktienfonds drohen. Ausgerechnet dieses Feld habe bislang zu den profitabelsten gezählt. Die Prometeia-Analysten würden den Gewinnrückgang für 2019 auf 10 Prozent schätzen. "Aktive Manager müssen in dem Niedrigzinsumfeld und angesichts der Konkurrenz durch passive Strategien einen größeren Mehrwert bieten, um ihr höheres Preisniveau rechtfertigen zu können", sage Claudio Bocci, Leiter Asset Management bei Prometeia, der "Financial Times".

In einem Feld würden die Experten aber mit Zuwächsen rechnen: Bei nachhaltigen Strategien, kurz ESG. So habe das in diesem Bereich verwaltete Vermögen seit Jahresbeginn um 44 Prozent zugelegt. "Dies überträgt sich für die Asset Manager auch in höhere Gewinne aus ESG-Strategien", so Bocci. (15.08.2019/fc/n/s)



Quelle: Aktiencheck


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