Aareal Bank Aktie
WKN: 540811 ISIN: DE0005408116
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ROUNDUP 2: Faule Kredite zehren an Aareal-Bank-Gewinn - Kein Verkauf von Aareon

Dienstag, 12.11.19 12:02
ROUNDUP 2: Faule Kredite zehren an Aareal-Bank-Gewinn - Kein Verkauf von Aareon
Bildquelle: Fotolia
(neu: Weitere Aussagen zu Risiko-Abbau und dem möglichen Verkauf eines Minderheitsanteils von Aareon, Neugeschäft, Dividendenpläne, Aktienkurs)

WIESBADEN (dpa-AFX) - Höhere Rückstellungen für faule Immobiliendarlehen trüben die Gewinnpläne der Aareal Bank . Wegen des beschleunigten Abbaus von Kreditrisiken werde der Betriebsgewinn im laufenden Jahr voraussichtlich nur das untere Ende der Zielspanne von 240 bis 280 Millionen Euro erreichen, teilte der im MDax gelistete Immobilienfinanzierer am Dienstag in Wiesbaden mit. Von einem Verkauf der IT-Tochter Aareon, wie von einem aktivistischen Investor offenbar gefordert, will Aareal-Chef Hermann Merkens nichts wissen.

Am Finanzmarkt schockten die Nachrichten. Der Kurs der Aareal-Aktie sackte um fast 7 Prozent auf 28,31 Euro ab. Von seinem im April 2018 erreichten Rekordhoch von 42,93 Euro ist er weit entfernt. Ein Händler führte die Weigerung des Vorstands, Aareon zu verkaufen, als negativen Punkt an. Zudem hatten Analysten für das Gesamtjahr bisher noch mit einem Betriebsgewinn von rund 252 Millionen Euro gerechnet.

Doch Merkens hat sich vorgenommen, das Kreditbuch der Bank aufzuräumen, bevor in einem möglichen Wirtschaftsabschwung Darlehen in größerem Umfang ausfallen. Im Sommer legte die Bank deshalb mehr Geld für faule Kredite zurück und trennt sich von gefährdeten Fällen. Der Aareal-Chef betrachtet das als Zeichen der Stärke.

Im Blick hat der Vorstand vor allem Darlehen in Italien. Man müsse in jedem Einzelfall abwägen, ob man einen gefährdeten Kredit lieber mit einem Abschlag verkaufe oder sich auf eine möglicherweise langwierige Verwertung von Sicherheiten einlasse, sagte Merkens.

Doch auch diese Strategie schlägt auf den Jahresgewinn durch. Denn insgesamt soll die Risikovorsorge für faule Kredite in diesem Jahr nach Einschätzung des Vorstands damit 80 bis 110 Millionen Euro erreichen. Bisher war das Management von 50 bis 80 Millionen ausgegangen.

Zur den Dividendenplänen für 2019 äußerte sich Merkens eher zurückhaltend. Er verwies auf die geltende Politik seines Hauses, derzufolge die Bank in den Jahren 2019 bis 2021 jeweils 70 bis 80 Prozent des Gewinns an ihre Anteilseigner auszahlen will. Im vergangenen Jahr war das Institut mit 2,10 Euro je Aktie sogar leicht über diese Spanne hinausgegangen. Merkens äußerte Zweifel, ob dies auch für 2019 der Fall sein wird - zumal die Zeiten für Banken nicht gerade rosig seien. Eine Entscheidung falle aber erst im Januar oder Februar.

Im dritten Quartal ging der Betriebsgewinn der Bank um neun Prozent auf 64 Millionen Euro zurück, übertraf aber die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Dabei zehrte die erhöhte Risikovorsorge die Zuwächse beim Zins- und Provisionsüberschuss mehr als auf. Hinzu kam ein höherer Verwaltungsaufwand. Unter dem Strich entfiel auf die Aareal-Aktionäre ein Nettogewinn von 35 Millionen Euro, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dabei konnte die Bank ihr Neugeschäft bei den strukturierten Immobilienfinanzierungen kräftig ausweiten. Das Volumen lag mit 2,8 Milliarden Euro fast anderthalb Mal so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Gesamtportfolio erreichte Ende September mit 28 Milliarden Euro den oberen Rand der für 2019 angepeilten Zielspanne. Die währungsbereinigte Bruttomarge lag im Neugeschäft der ersten neun Monate mit 1,95 Prozentpunkten erneut über dem angepeilten Wert.

Unterdessen tritt der Vorstand Forderungen entgegen, die Bank könnte sich von ihrer IT-Dienstleistungstochter Aareon trennen. Der IT-Tochter komme wegen ihrer "exzellenten Wachstumsperspektiven und der starken Verflechtungen mit dem Bankgeschäft" bei der Weiterentwicklung des Konzerns eine "wesentliche Rolle" zu, sagte Merkens. Sie sei ein "integraler Bestandteil" der Bank.

Vor diesem Hintergrund verfolge das Institut auch weiter keinen Mehrheits- oder Vollverkauf seiner Tochtergesellschaft. Einen Verkauf eines Minderheitsanteils schloss Merkens zwar nicht aus: "Wenn das Sinn macht und die eingeschlagene Strategie unterstützt, können wir das machen." Man sei aber "nicht verzweifelt" auf der Suche nach einem Partner. Schließlich müsse ein solcher Schritt immer auch zur Strategie passen. So komme das laufende Strategieprogramm für Aareon völlig ohne Fusionen und Übernahmen aus. Allerdings steckte die Sparte auch im dritten Quartal in den roten Zahlen.

Mit der Klarstellung reagierte der Manager auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Oktober, demzufolge die Aareal Bank auf Druck eines aktivistischen Aktionärs einen Verkauf von Aareon erwäge. Zuvor hatte der Hedgefonds Teleios Capital Partners Insidern zufolge das Aareal-Management aufgefordert, genau dies zu tun. Dem Bericht zufolge sollen unter anderem Finanzinvestoren wie CVC und KKR Interesse an der IT-Sparte gezeigt haben./stw/nas/jha/



Quelle: dpa-AFX


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