ROUNDUP 2: Fresenius startet überraschend stark ins neue Jahr

Donnerstag, 02.05.19 15:30
ROUNDUP 2: Fresenius startet überraschend stark ins neue Jahr
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(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurse aktualisiert)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Nach einem turbulenten Jahr 2018 kommt der Gesundheitskonzern Fresenius zum Jahresauftakt wieder in Gang. Für das erste Quartal lieferten die Bad Homburger überraschend starke Zahlen ab. Während sich das Infusions- und Generikageschäft bei Kabi weiterhin als verlässlicher Gewinnbringer erweist, konnte sich die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC ) über ein erstarktes Nordamerika-Geschäft freuen. Doch beim Gewinn gibt es noch einiges zu tun - vor allem bei der Krankenhaustochter Helios, deren Ergebnis zum Jahresstart erneut zurückging.

Der erfolggewohnte Gesundheitskonzern hatte vergangenes Jahr nach Problemen im deutschen Krankenhausgeschäft und bei FMC mehrfach seine Geschäftsprognosen korrigiert und auch die mittelfristigen Ziele gekappt - der Aktienkurs war daraufhin eingebrochen. Nach einer Serie von Rekordjahren hatte Sturm 2019 daher zum Übergangsjahr erklärt. Der Konzern will in diesem Jahr verstärkt in den Ausbau seines Geschäfts investieren, um wieder in Fahrt zu kommen. "Wir haben einen soliden Start in unser Investitionsjahr 2019 geschafft", sagte Sturm am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen. Die Geschäfte in allen vier Unternehmensbereichen hätten sich den Erwartungen entsprechend entwickelt.

"Damit sind wir auf einem guten Weg, unsere Ziele für dieses Jahr zu erreichen." Fresenius will unverändert im laufenden Jahr seinen Umsatz währungsbereinigt um drei bis sechs Prozent steigern, das um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigte Konzernergebnis dürfte allerdings stagnieren. Diese Prognose gilt nun aber auch weiter, obwohl durch die im Februar erfolgte Übernahme des auf Heimdialyse spezialisierten US-Anbieters NxStage durch FMC mit Ergebnisbelastungen zu rechnen sei.

Im ersten Quartal steigerte Fresenius den Umsatz, profitierte dabei aber auch von einem zum Dollar geschwächten Euro. Die Erlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug das Plus noch 5 Prozent. Zu dem Anstieg trugen vor allem der Infusions- und Generikaspezialist Kabi und die Tochter FMC bei. Der Dialysespezialist legte auf seinem wichtigsten Markt in Nordamerika nach Rückgängen im Vorquartal zuletzt auch dank der günstigen Umrechnungskurse um vier Prozent zu.

Die Tochter Kabi - das zuletzt wichtigste Zugpferd im Konzern - musste in den USA jedoch einen leichten organischen Rückgang hinnehmen. Kabi hatte lange von Arzneimittelengpässen auf dem US-Markt profitiert, weil etwa die Pfizer -Tochter Hospira mit Problemen kämpfte. Doch inzwischen zieht der Wettbewerb wieder an. Zwar bereite die Lage ihm keine schlaflosen Nächte, der Konzern könnte aber die bislang stabil gehaltenen Preise angehen, sollte er Marktanteile verlieren, signalisierte Sturm. "Wir werden die Wettbewerbs- und Preissituation genau beobachten." Einige Analysten sehen in Kabi den nächsten möglichen Sorgenbringer für den Konzern.

Ein weiterer verlässlicher Erlös- und Gewinnbringer blieb der 2017 zugekaufte spanische Klinikbetreiber Quironsalud. Im deutschen Klinikgeschäft, das im vergangenen Jahr mit sinkenden Patientenzahlen und einem Ärzteschwund zu kämpfen hatte, stabilisiere sich die Lage, betonte Fresenius. Der Bereich konnte aus eigener Kraft leicht zulegen. Der operative Gewinn in Deutschland ging jedoch abermals zurück, auch weil Maßnahmen für den Umbau belasteten. Das Ergebnis der Gesamtsparte Helios fiel zum Jahresauftakt um knapp 9 Prozent.

Fresenius will im laufenden Jahr gut 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des eigenen Geschäfts investieren. Das Geld soll zum Beispiel fließen, um die Personaldecke im Klinikgeschäft zu stärken. Von den 1000 neuen Pflegekräften, die in diesem Jahr hinzukommen sollen, haben 600 schon im ersten Quartal beim Konzern angeheuert. Unterdessen arbeite der Konzern im Klinikgeschäft an neuen Modellen. "Wir sind überzeugt, dass wir damit die Grundlage für künftiges Wachstum legen." So werde Fresenius etwa nach dem bereits erfolgreichen Vorbild von Quironsalud auch in Deutschland ein arbeitsmedizinisches Netzwerk aufbauen.

Auch sein Dialysegeschäft baut Fresenius weiter aus. Die Tochter FMC hatte dafür den Heimdialyse-Spezialisten NxStage übernommen - zudem erweitert das Unternehmen in China seine Produktionskapazitäten, weil der Vorstand dort Wachstumschancen durch den wachsenden Bedarf der Bevölkerung sieht. Bei einem Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 4,13 Milliarden Euro steigerte FMC sein operatives Ergebnis (Ebit) um 8 Prozent auf 537 Millionen Euro. Hier wirkten sich nach Unternehmensangaben vorzeitige Effekte aus einigen Vereinbarungen unter anderem zu bestimmten Medikamenten in den USA aus. Unter dem Strich ging das Ergebnis jedoch um 3 Prozent auf 271 Millionen Euro zurück.

Im gesamten Fresenius-Konzern legte der bereinigte Gewinn um drei Prozent auf 465 Millionen Euro zu, unter dem Strich stieg der Gewinn ebenfalls um drei Prozent auf 453 Millionen Euro. Währungsbereinigt stagnierten beide Kennziffern. Damit liegt das Unternehmen mit Blick auf die Unternehmensprognose aber genau im Plan. Analysten hatten zudem mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Fresenius-Aktien notierten am frühen Nachmittag mit knapp einem halben Prozent im Plus, FMC-Papiere zogen um ein Prozent an./tav/elm/he



Quelle: dpa


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