ROUNDUP 3: Tiefkühlpizzen halten Südzucker auf Kurs - Probleme im Zuckergeschäft

Donnerstag, 08.10.20 15:36
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(neu: Analystenstimme und Kursentwicklung)

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MANNHEIM (dpa-AFX) - Südzucker sieht sich unter anderem dank gut laufender Geschäfte mit Tiefkühlpizzen nach sechs Monaten auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Der Nahrungsmittel- und Zuckerproduzent kann zudem auf bessere Ergebnisse im Geschäft mit Biomasse bauen, das bei der börsennotierten Bioethanol-Tochter CropEnergies gebündelt ist. Probleme bereitet dagegen weiter das Zuckergeschäft - hier rechnet der Konzern der Mitteilung vom Donnerstag zufolge im laufenden Geschäftsjahr definitiv mit einem Verlust, nachdem er bislang noch einen Gewinn für möglich gehalten hat. Der Börsenwert des Unternehmens sackte um mehr als zehn Prozent auf drei Milliarden Euro ab.

Die Preisverhandlungen im Zuckersegment seien wohl weniger erfolgreich verlaufen als von Südzucker erwartet, erklärte Oliver Schwarz von Warburg Research. Das Unternehmen sei nicht in der Lage gewesen, wie geplant die Preise zu erhöhen. Metzler-Analyst Alexander Neuberger stufte die Aktie gleich um zwei Stufen auf "Sell" mit einem Kursziel von 13 Euro ab. Er begründete dies mit den enttäuschenden Ergebnissen in der Zuckersparte. Diese brauche entweder eine deutliche Kehrtwende der Preise oder aber einen neuen Umbauplan, um das nachhaltig profitabel zu machen.

Nur der starke Anstieg der Ethanol-Preise habe die Prognosen des Managements gerettet, so Metzler-Experte Neuberger. Er stampfte seine Ergebnisschätzungen aber dennoch deutlich ein. Konzernweit gleichen sich die positiven und negativen Effekte in den einzelnen Sparten derweil aus, sodass das Management seine Prognose bestätigte. Der Umsatz solle im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 auf 6,9 bis 7,2 Milliarden Euro steigen, nachdem er im Vorjahr 6,7 Milliarden erreicht hatte. Das operative Ergebnis soll unverändert bei 300 bis 400 Millionen Euro liegen - nach 116 Millionen Euro im Vorjahr.

In den ersten sechs Monaten zog der Umsatz leicht auf 3,35 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis legte um rund drei Viertel auf 129 Millionen Euro zu. Damit erfüllte das Unternehmen beim Umsatz die Erwartung der Experten. Das operative Ergebnis fiel dagegen schlechter aus, als Analysten es erwartet hatten. Grund dafür war nach Einschätzung von Aktienhändlern das schwache Ergebnis in der Zuckersparte.

Die einzelnen Sparten entwickelten sich im ersten Halbjahr in der Tat stark unterschiedlich. So profitierte das größte Segment Spezialitäten weiter von der hohen Nachfrage nach tiefgekühlten Lebensmitteln. In dem Bereich zog der operative Gewinn in den ersten sechs Monaten um fast ein Fünftel auf 103 Millionen Euro an. Auch mit der Bioethanol-Tochter CropEnergies verdiente Südzucker operativ mehr. Sie hatte bereits im September ihre Jahresprognose angehoben. In der Südzucker-Sparte mit der Fruchtverarbeitung ging das operative Ergebnis zuletzt hingegen zurück.

In der Zuckersparte konnte das Unternehmen den operativen Verlust wegen höherer Preise zumindest reduzieren. Im laufenden Jahr rechnet Südzucker dort nun aber mit einem operativen Verlust zwischen 50 Millionen und 100 Millionen (Vorjahr 236) Millionen Euro. Bisher hatte die Prognose für die Sparte mit einem Minus im operativen Geschäft von 40 Millionen Euro bis zu einem Gewinn von 60 Millionen Euro gelegen. Angehoben wurden dagegen die Prognosen für die Spezialitäten-Sparte und CropEnergies. An der Börse sorgten aber das schwache Zuckergeschäft und die trüben Aussichten für einen Kursabsturz.

Die im SDax notierte Aktie verlor im frühen Handel bis zu elf Prozent auf 14,71 Euro. Bis zum frühen Nachmittag sah es nicht viel besser aus - die Aktie war immer noch zweistellig im Minus. Damit büßte sie alle seit Mitte August eingefahrenen Gewinne wieder ein. Seit Ende 2019 steht jetzt ein Kursminus von rund neun Prozent auf dem Kurszettel. Noch düsterer sieht es mittelfristig aus: Seit dem Rekordhoch von 34,34 Euro im Frühjahr 2013 ging es um mehr als die Hälfte nach unten. Mehr verloren in diesem Zeitraum nur wenige deutsche Standardwerte. Als Konsequenz darauf flog das Papier bereits Anfang 2018 aus dem MDax./zb/ngu/stw



Quelle: dpa-AFX




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