ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt - US-Daten und Coronavirus

Freitag, 21.02.20 18:13
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Wirtschaftsdaten aus den USA haben am Freitag die Anleger am deutschen Aktienmarkt verschreckt. Auch wächst die Skepsis über die chinesische Statistik zu den Coronavirus-Infektionen. Der Dax verlor nach einem über weite Strecken stabilen Tagesverlauf 0,62 Prozent auf 13 579,33 Punkte. Im Wochenverlauf ergibt sich damit ein Verlust von 1,2 Prozent. Allerdings hatte der Leitindex in den vorangegangenen zwei Wochen kräftig zugelegt und war erst am Montag auf ein Rekordhoch bei knapp unter 13 800 Punkten gestiegen.

"In Anbetracht schlechter Nachrichten wurde zum Wochenschluss Kasse gemacht", kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. "Das Coronavirus wütet in Asien und dann rutschte auch noch der Markit PMI in den USA unter die Marke von 50", sagte er. Zuvor hatte das Marktforschungsinstitut Markit mitgeteilt, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den US-Dienstleistungssektor im Februar überraschend eine Schrumpfung der Aktivität signalisiert. Der Indikator fiel von 53,4 Punkten im Vormonat auf 49,4 Punkte. Erwartet wurde lediglich ein Rückgang auf 51,5 Punkte. Ein Wert unter 50 Punkte signalisiert einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sprach zudem von einem zunehmenden Vertrauensverlust in die Statistiken aus China über die Coronavirus-Infektionen. Es habe in Gesamtchina am Mittwoch knapp 350 Neuinfektionen gegeben, sagte er und in Südkorea allein in den vergangenen 24 Stunden 52. "Südkorea aber ist winzig im Vergleich zu China. Die Zahlen passen nicht zusammen. Die Investoren beschleicht ein ungutes Gefühl und sie verkaufen."

Der MDax sank am Freitag um 0,66 Prozent auf 28 983,39 Punkte und auch europaweit und in den USA ging es abwärts: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , beendete den Handel mit minus 0,59 Prozent auf 3800,38 Zähler und auch an den Börsen in Paris und London wurden Verluste verbucht. In den USA gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,7 Prozent nach. Noch schwächer zeigten sich die technologielastigen Nasdaq-Indizes.

Branchenseitig gerieten europaweit vor allem Autowerte unter Druck, aber auch Banken und der Technologiesektor zeigten sich schwach. Im Dax gehörten die Anteile des Autobauers Daimler , des Chipherstellers Infineon sowie der Deutschen Bank mit minus 2,6 bis 3,5 Prozent zu den schwächsten Werten. Im MDax zählten die Commerzbank , der Waferhersteller Siltronic und der Autozulieferer Hella zu den größten Verlierern mit minus 3,4 bis 4,1 Prozent.

Die Papiere der Allianz profitierten im Dax von den Aussagen des Versicherers zur Dividende und Aktienrückkäufen und legten an der Dax-Spitze um 1,2 Prozent zu. Die außerdem vorgelegten Quartalszahlen und auch der Ausblick fanden dagegen nur verhaltenen Anklang bei den Anlegern.

Im SDax sorgten kritische Analystenkommentare mit Abstufungen und Kurszielsenkungen für kräftige Verluste bei Krones . Mit einem Minus von 9,1 Prozent landeten die Papiere des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers am Index-Ende.

Kursgewinne von 4,3 Prozent verzeichneten dagegen die frisch in den Index aufgenommenen Papiere von LPKF Laser . Zurückhaltende Aussagen des Laserspezialisten zum laufenden Quartal hatten den Kurs zunächst um mehr als 13 Prozent einbrechen lassen. Analystin Alina Köhler von Hauck & Aufhäuser richtete den Blick weit voraus auf das Jahr 2024 und sprach von einem "außergewöhnlichen Wachstum in den kommenden Jahren". Die Aktien des Fußballvereins BVB legten nach Halbjahreszahlen um 5,0 Prozent zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 144,94 Punkte. Der Bund-Future sank am frühen Abend um 0,09 Prozent auf 174,80 Punkte. Der Euro erholte sich etwas und wurde zuletzt mit 1,0855 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,0801 (Donnerstag: 1,0790) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9258 (0,9268) Euro./ck/he

Von Claudia Müller, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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