ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow nach Vortagsrekord fast unverändert

Donnerstag, 14.11.19 22:27
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow nach Vortagsrekord fast unverändert
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NEW YORK (dpa-AFX) - Die jüngsten Rekorde vor Augen haben es die Anleger an den US-Börsen am Donnerstag gemächlich angehen lassen. Am Ende trat der Dow Jones Industrial mit 27 781,96 Punkten so gut wie auf der Stelle. Er verlor dabei gerade einmal 0,01 Prozent. Ein Kursrutsch beim Netzwerkausrüster Cisco galt dabei als schwere Bürde für den New Yorker Leitindex. Am Vortag hatte er erstmals in seiner Geschichte zeitweise die Marke von 27 800 Punkten überwunden.

Der marktbreite S&P 500 dagegen schaffte es mit 0,08 Prozent über die Gewinnschwelle. Er schloss bei 3096,63 Punkten, konnte damit aber nicht erneut ein Rekordhoch erreichen. Gleiches galt für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 , der letztlich um 0,02 Prozent auf 8257,83 Zähler nachgab.

Händlern zufolge bremst das Ausbleiben von Fortschritten in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China weiter die Kauflust der Anleger. Als Folge davon und der Unruhen in Hongkong waren am Donnerstag schwache chinesische Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden, was die Anleger international beunruhigte. Derweil gaben Konjunkturdaten aus den USA dem New Yorker Aktienmarkt am Donnerstag keine nennenswerten Impulse.

Die Charttechnik-Experten von Index-Radar sehen in der zuletzt nachlassenden Rasanz des Dow eine gesunde Tendenz. "Das Satellitenbild zeigt gleichermaßen einen stabilen, noch nicht überhitzten Aufwärtstrend", kommentierte Andreas Büchler. Dies reduziere das Rückschlagrisiko auf ein Minimum. Er sieht das nächste Kursziel für den Leitindex bei 28 400 Punkten.

Unter den Einzelwerten sorgte vor allem Cisco mit einem enttäuschenden Umsatzausblick für Gesprächsstoff. Die Aktien sackten am Dow-Ende um 7,3 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar ab. Der Netzwerkausrüster hatte den Markt mit seiner Prognose erschreckt, der Umsatz werde im laufenden Quartal wegen eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds um drei bis fünf Prozent niedriger ausfallen. Für Börsianer war dies ein herber Dämpfer, da Analysten bisher mit einem Umsatzanstieg gerechnet hatten.

Deutlich besser erging es anfangs den Aktien von Walmart , die nach starken Quartalszahlen und einem höheren diesjährigen Gewinnziel zunächst um 3,6 Prozent anzogen. Erstmals in ihrer Geschichte waren die Papiere in der Spitze mehr als 125 Dollar wert. Dann aber ging der Schwung verloren, am Ende gaben sie um 0,3 Prozent nach. Einige Beobachter machten dafür charttechnische Gründe aus, andere sprachen von Gewinnmitnahmen.

Boeing wurde mit einem Anstieg um 1,4 Prozent zum größten Gewinner im Dow. Als Anlass galt hier die Hoffnung der Anleger, dass sich die Misere mit dem Krisenflieger 737 Max ihrem Ende zuneigen könnte. Am Montag bereits hatte sich der Konzern zuversichtlich gezeigt, die Auslieferung im Dezember wieder aufnehmen zu können. Die Aktien nahmen Tuchfühlung auf zur 200-Tage-Durchschnittslinie, überwinden konnten sie die langfristig relevante Indikatorlinie jedoch nicht.

Am breiteren Markt sackten die Papiere von Kraft Heinz um sieben Prozent ab, nachdem sie in den vergangenen Tagen das höchste Niveau seit Mai erreicht hatten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Aktien des Ketchup-Herstellers am Donnerstag infolge der jüngsten Kursrally zum Verkauf empfohlen. Laut Analyst Jason English signalisiert der Unternehmensausblick anhaltend sinkende Gewinne.

Der Euro erreichte vorübergehend sein tiefstes Niveau seit einem Monat, erholte dann aber davon. Im Tief war er nur noch 1,0989 US-Dollar wert gewesen, zuletzt wurden wieder 1,1020 Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0997 (Mittwoch: 1,1006) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9093 (0,9086) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen profitierten in dem zögerlichen Finanzmarktumfeld von ihrem Status als sicherer Hafen . Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 19/32 auf 99 12/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,82 Prozent./tih/he

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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