ROUNDUP: Bankenaufseher veröffentlichen Ergebnisse von Krisentest

Freitag, 02.11.18 06:35
ROUNDUP: Bankenaufseher veröffentlichen Ergebnisse von Krisentest
Bildquelle: iStock by Getty Images
FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Zeugnistag für Europas Banken: Über Monate mussten die Institute Krisenszenarien durchrechnen. An diesem Freitagabend (18.00 Uhr deutscher Zeit) erfährt die Öffentlichkeit, wie Geldhäuser abgeschnitten haben. Dann wollen die europäische Bankenaufsicht EBA und die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse des diesjährigen Stresstest veröffentlichen.

Die NordLB dürfte bei der Kapitalquote erwartungsgemäß am schlechtesten unter den deutschen Stresstest-Banken abschneiden. Sie hatte nach Berichten über ein schwaches Abschneiden im diesjährigen Bankenstresstest bereits auf die schwierige Ausgangslage verwiesen. Die Bank arbeitet gemeinsam mit den Eigentümern an einem "umfassenden Konzept" zur Stärkung des Kapitals und für mehr Profitabilität. Dabei wird auch eine Beteiligung externer Investoren erwogen.

Auf Basis der Bilanzen zum Jahresende 2017 mussten die Banken durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke innerhalb von drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Die Aufseher versprechen sich davon Erkenntnisse darüber, wie anfällig einzelne Häuser für mögliche Schocks wären und ob sie möglicherweise ihre Kapitalpuffer für Krisenzeiten verstärken müssen.

Untersucht wurden in dem EBA-Test 48 Banken aus 15 europäischen Staaten. Darunter sind 8 deutsche Institute, die alle direkt von der EZB beaufsichtigt werden: Deutsche Bank und Commerzbank , die DZ Bank als Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Sektors, die vier führenden Landesbanken LBBW, BayernLB, Helaba und NordLB sowie das staatliche Förderinstitut NRW.Bank.

Bei der NordLB läuft zurzeit ein Bieterverfahren für den Einstieg bei der Bank. Die unter notleidenden Schiffskrediten ächzende NordLB muss ihre schwache Kapitaldecke stärken, um auch künftig steigenden EU-Anforderungen gerecht zu werden. Sie hatte zuletzt vor möglichen Verlusten gewarnt - im Gesamtjahr 2018 werde das Ergebnis vor allem wegen Rückstellungen für den weiteren Personalabbau voraussichtlich negativ ausfallen. Erst im Vorjahr war die Bank in die Gewinnzone zurückgekehrt - unterm Strich blieben 135 Millionen Euro hängen. Die Haupteigentümer der Bank sind Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Besonderes Augenmerk gilt bei den Tests den italienischen Banken. Sie haben nicht nur einen Berg an Problemkrediten ihren Büchern, bei denen Kunden Probleme mit der Rückzahlung haben. Zur Belastung könnten für die Institute angesichts des Schuldenkurses der italienischen Regierung auch ihre großen Bestände an Anleihen ihres Heimatlandes werden.

Unumstritten sind die Tests nicht: Welche Risiken in den Szenarien wie stark gewichtet werden, liegt letztlich in der Hand der Aufseher. Und auch dass nicht für alle Banken Ergebnisse veröffentlicht werden, stößt auf Kritik./ben/rek/DP/zb



Quelle: dpa


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