Bilfinger Aktie
WKN: 590900
ISIN: DE0005909006 Land: Deutschland
Branche: Sonstiges
Sektor: Bau/Baustoffe
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ROUNDUP: Bilfinger braucht neuen Chef - Optimismus für 2021

Mittwoch, 20.01.21 11:29
ROUNDUP: Bilfinger braucht neuen Chef - Optimismus für 2021
Bildquelle: Bilfinger AG
MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Industriedienstleister Bilfinger muss sich einen neuen Chef suchen. Tom Blades habe mit sofortiger Wirkung sein Mandat als Vorstandsvorsitzender niedergelegt, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Mannheim mit. Finanzvorstand Christina Johansson übernehme vorübergehend dessen Aufgaben unter Beibehaltung ihrer derzeitigen Funktionen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft befasse sich mit der Frage der langfristigen Nachfolge und werde darüber in den kommenden Monaten abschließend entscheiden.

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Anleger reagierten am Mittwoch verunsichert und machten nach dem zuletzt guten Lauf der Aktien erst einmal Kasse. Die Aktie verlor mehr als 2 Prozent auf 28,54 Euro. Allerdings hatte der Wert des Papieres sich seit Ende Oktober auch nahezu verdoppelt.

Das Gremium dankte Blades für "seine herausragende Leistung als Vorstandsvorsitzender". Er habe das Unternehmen erfolgreich strategisch neu ausgerichtet. Der Wunsch des Managers, seinen Vertrag nicht über den 30. Juni 2021 hinaus zu verlängern, erfolge aus persönlichen Gründen und vor dem Hintergrund des Erreichens seines 65. Lebensjahres.

Der Brite Blades stand seit Mitte 2016 an der Bilfinger-Spitze und hatte nach dem Verkauf des Tafelsilbers, den Immobiliendienstleistungen, einen tiefgreifenden Umbau eingeläutet. Seitdem konzentriert sich der Konzern auf zwei Geschäftsbereiche und trennte sich von verlustbringenden Geschäften. Zudem führte Blades ein umfangreiches Compliance- und Kontrollsysteme ein, da Bilfinger bis Ende 2018 unter anderem wegen eines Korruptionsfalls seiner ehemaligen Tochter Julius Berger in Nigeria unter Beobachtung des US-Justizministeriums stand.

Im vergangenen Jahr konnte Bilfinger zudem zwei Altlasten endlich zu den Akten legen. So einigte sich das Unternehmen im Streit um Schadenersatz mit früheren Vorständen, darunter dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, auf die Zahlung von fast 17 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat hatte grundsätzlich allen Vorstandsmitgliedern, die zwischen 2006 und 2015 amtierten, aber vor 2015 in das Gremium eintraten, Pflichtverletzungen vorgeworfen. Zudem schloss Bilfinger mit der Stadt Köln einen Vergleich im Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchives aus dem Jahr 2009 während des Baus einer U-Bahn, an dem die Mannheimer beteiligt waren. Bilfinger zahlt dabei 200 Millionen Euro, die voll durch die Versicherer abgedeckt werden.

Zugleich bekräftigte Bilfinger seine Prognose für 2020 erneut. Das Unternehmen rechnete zuletzt mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,3 Milliarden Euro. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebita) soll deutlich sinken, aber noch positiv bleiben. 2019 hatte Bilfinger noch einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen von 104 Millionen Euro ausgewiesen. Allerdings geht das Unternehmen beim Konzernergebnis von einem Verlust aus. Seinen ursprünglichen Ausblick für das laufende Jahr hatte der Vorstand bereits im Februar gestrichen. 2021 sollen sich Umsatz und Ergebnis "deutlich verbessern".

Derweil hat sich der Industriedienstleister einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge aus dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verabschiedet. Dies geht nach Angaben des Zeitung vom Dienstag aus ihr vorliegenden Briefen des Mannheimer Unternehmens hervor. Mit Hinweis auf die Bestimmungen des "Schutzes des europäischen Energiesicherheitsgesetzes" seien sämtliche Kooperationen und Verträge mit Nord Stream 2 gekündigt worden. Das Unternehmen kommentierte den Bericht auf dpa-Anfrage nicht.

Ende 2017 hatte Bilfinger den Zuschlag für Leit- und Sicherheitssysteme zum Betrieb der Pipeline zwischen Russland und Deutschland erhalten. Das Auftragsvolumen lag bei mehr als 15 Millionen Euro. Außerdem war Bilfinger verantwortlich für den Bau einer Wärmezentrale zur Vorwärmung von Erdgas am Anlandepunkt in Lubmin. Am Dienstag bestrafte die scheidende US-Regierung erstmals ein Unternehmen wegen der Beteiligung am Bau von Nord Stream 2./mne/knd/mis



Quelle: dpa-AFX




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