ROUNDUP: US-Behörde lässt Boeing-Krisenjet 737 Max wieder in die Luft

Mittwoch, 18.11.20 13:27
Airbusflugzeug auf dem Rollfeld
Bildquelle: AIRBUS 2019 - photo by N. HOPWOOD
WASHINGTON (dpa-AFX) - Boeings Unglücksflieger 737 Max darf nach mehr als anderthalb Jahren Startverbot wieder abheben. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Installation einer neuen Steuerungssoftware an den Flugzeugen, wie die US-Flugaufsicht FAA am Mittwoch in Washington mitteilte. Der Krisenjet war im März 2019 im Zuge zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm. Boeing hatte die Probleme eigentlich bereits nach dem ersten Absturz beheben wollen. Doch es traten wiederholt weitere Mängel auf, sodass es letztlich rund 20 Monate dauerte, bis die FAA das Flugverbot für die 737 Max aufhob.

2021: Diese Aktien sollten Sie im Depot haben ...

Am Finanzmarkt wurden die Neuigkeiten mit Erleichterung aufgenommen. Die Boeing-Aktie legte im vorbörslichen New Yorker Handel um fast sechs Prozent zu. Schon am Vortag hatte sie - beflügelt von der Aussicht auf die Wiederzulassung - mehr als acht Prozent an Wert gewonnen.

Europas Luftfahrtbehörde EASA hatte bereits Mitte Oktober erklärt, dass die 737 Max wieder ausreichend sicher sei und damit ihre Zustimmung zu einer Wiederzulassung signalisiert. Experten rechnen damit, dass die europäischen und andere internationale Aufsichtsbehörden nach der FAA-Entscheidung ebenfalls zügig grünes Licht geben werden. Neben der EASA hatten Kanadas und Brasiliens Aufseher bereits bei Teilen des Wiederzulassungsverfahrens mit der FAA kooperiert. Bis die 737 Max wieder voll in den Betrieb starten kann, dürfte es trotzdem noch etwas dauern. Zunächst müssen die letzten Wartungsarbeiten und Piloten-Trainings abgeschlossen werden.

Das 737-Max-Desaster hat Boeing auch finanziell stark unter Druck gebracht. Der Erzrivale des europäischen Flugzeugbauers Airbus konnte die 737 Max - sein bis zu den Abstürzen bestverkauftes Modell - wegen der Flugverbote seit Frühjahr 2019 nicht mehr ausliefern. Zahlreiche Kunden stornierten ihre Bestellungen, Boeing entstanden etliche Milliarden an Kosten. In den drei Monaten bis Ende September fiel bei dem Konzern bereits der vierte Quartalsverlust in Folge an.

Zu der Krise um den Unglücksflieger kam in diesem Jahr der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hinzu. Der Konzern reagiert auf die klamme Finanzlage mit drastischen Sparmaßnahmen und will seine Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 auf rund 130 000 senken. Zum Vergleich: Anfang 2020 hatte Boeing noch etwa 160 000 Beschäftigte.

Auch wenn die Wiederzulassung der 737 Max für Boeing eine große Erleichterung ist, blickt der US-Flugzeugriese weiter äußerst schwierigen Zeiten entgegen. Die Corona-Pandemie, die weite Teile des Luftverkehrs lahmgelegt und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, dürfte noch deutlich länger belasten. Der Konzern rechnet mit einer Durststrecke, die die Nachfrage nach Flugzeugen dauerhaft dämpfen wird. Boeing geht davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern wird, um das Niveau von 2019 wieder zu erreichen. Bis die Luftfahrtbranche zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückkehre, dürften fünf oder sogar mehr Jahre vergehen./hbr/stw/DP/stw/jha/



Quelle: dpa-AFX




Heute im Fokus

2021: Diese Aktien sollten Sie im Depot haben!
2021: Welche Aktien sollten Sie im Depot haben?
2021: Welche Aktien sollten Sie im Depot haben?
Das turbulente Börsenjahr 2020 ist Geschichte! Doch welche Aktien sollten Sie 2021 im Depot haben?...

News und Analysen

DGAP-Adhoc: Media and Games Invest hat eine Vereinbarung zur Übernahme des US-amerikanischen Spieleentwicklers KingsIsle Entertainment Inc. für einen Kaufpreis von 126 Mio. USD plus Earn-Outs auf eine

DGAP-Ad-hoc: Media and Games Invest plc / Schlagwort(e): Firmenübernahme Media and Games Invest hat eine Vereinbarung zur Übernahme des US-amerikanischen Spieleentwicklers KingsIsle ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 15645 ►

Titel aus dieser Meldung

Datum :
15.01.21
92,50 EUR
-0,80 %
Datum :
15.01.21
170,90 EUR
-2,45 %

Die beliebtesten Aktien der Deutschen

Die beliebtesten Aktien der Deutschen
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit hat der Online-Broker Consorsbank die Depots seiner Kunden einem Ost-West-Vergleich unterzogen. Dabei zeigt sich, dass unter Wessis und Ossis eine weitgehende Einigkeit herrscht, wenn es ums Thema Aktienauswahl geht. Denn wie die folgende Tabelle verdeutlicht, variieren die Platzierungen der Top 10 nur um Nuancen.
© 1994-2021 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr