ROUNDUP/USA: Gut 80 000 Infizierte an einem Tag - Harte Maßnahmen in Europa

Samstag, 24.10.20 13:22
Newsbild
Bildquelle: Fotolia
WASHINGTON/BRÜSSEL/BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen weltweit steigt und steigt. Täglich werden weitere Negativrekorde gemeldet. In den USA erhöhte sich die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 80 000. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete dort am Freitag (Ortszeit) 83 757 neue Fälle, rund 12 000 mehr als noch am Vortag. Auch in Europa gehen die Werte steil nach oben. Belgien, das in Relation zur Einwohnerzahl zu den am stärksten von der Pandemie getroffenen Staaten in Europa zählt, registrierte mit 15 432 Infektionen (20. Oktober) binnen eines Tages einen neuen Höchstwert.

In den USA mit ihren insgesamt rund 330 Millionen Einwohnern wurden nach JHU-Angaben seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224 000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Wenig besser ist die Lage in Indien (7,8 Millionen Infizierte/rund 118 000 Tote) und Brasilien (5,3 Millionen Infizierte, mehr als 156 000 Tote).

In der EU verzeichnen Frankreich und Spanien mit jeweils mehr als einer Million Infizierten und über 34 000 Toten Negativrekorde. Noch mehr Tote gab es in Europa in Großbritannien (44 600) und Italien (mindestens 37 000).

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wütet die Pandemie in Belgien und Tschechien besonders heftig. Belgien hat nur 11,5 Millionen Einwohner und registriert trotzdem höhere Zahlen bei Neuinfektionen als Deutschland mit rund 83 Millionen Menschen. Die EU-Seuchenbehörde ECDC meldete am Freitag für Belgien pro 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen rund 1020 Neuinfektionen, für Deutschland mit rund 107 etwa ein Zehntel. Der Trend zeigt nach Angaben von Belga steil nach oben: Im Schnitt registrierte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano in den sieben Tagen vom 14. bis 20. Oktober 11 201 neue Ansteckungen, 56 Prozent mehr als in der Woche davor. Kneipen und Restaurants im Land sind geschlossen, es gelten eine nächtliche Ausgangssperre und strikte Kontaktbeschränkungen.

In Tschechien mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern ist die Lage kaum besser: ECDC meldete am Freitag pro 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen 1148,5 Neuinfektionen. Das Nachbarland Slowakei will an diesem und den beiden folgenden Wochenenden fast die gesamte Bevölkerung einem Antigen-Schnelltest unterziehen. Wer nach der Aktion keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, muss in eine zehntägige Zwangsquarantäne.

In Polen wurde Präsident Andrzej Duda positiv auf das Coronavirus getestet. Sein Sprecher Blazej Spychalski teilte am Samstag auf Twitter mit, der 48 Jahre alte Präsident fühle sich gut. "Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst", schrieb Spychalski. Polen hatte am Freitag mit 13 600 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand gemeldet. Seit Samstag gelten im Land schärfere Maßnahmen. Unter anderem sind dort nun Restaurants geschlossen, Versammlungen mit mehr als fünf Personen verboten.

Auch andere Staaten Europas greifen inzwischen zu einschneidenden Maßnahmen: In Frankreich gilt seit Samstag eine nächtliche Ausgangssperre in 54 Départements und dem Überseegebiet Französisch-Polynesien. Betroffen sind davon 46 Millionen Menschen - zwei Drittel der Bevölkerung. Am Freitag gab es in Frankreich mit 42 032 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wieder einen Rekord.

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid gilt seit Samstag eine "nächtliche Schließung" zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr morgens. In dieser Zeit sind öffentliche Zusammenkünfte und private Treffen mit nicht zum Haushalt gehörenden Menschen verboten. In Slowenien schließen die meisten Geschäfte, Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseurläden und Schönheitssalons. In Lettland dürfen bei Veranstaltungen in Räumen nur noch maximal zehn Personen zusammenkommen. Die Einreise von Deutschland nach Dänemark ist seit Mitternacht nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

In Italien kam es unterdessen zu Protesten. In der süditalienischen Metropole Neapel gingen in der Nacht zum Samstag Hunderte Menschen gegen eine Ausgangssperre und einen geplanten Lockdown für die Region Kampanien auf die Straße. Die Hauptstadtverwaltung in Rom kündigte die abendliche Schließung beliebter Treffpunkte an Wochenenden an, um Menschenansammlungen zu vermeiden: Freitags und Samstag von 21.00 Uhr bis Mitternacht sollen zentrale Plätze geschlossen bleiben. Ähnliche Maßnahmen gibt es schon in Turin, Genua und Palermo.

In der Slowakei haben sich mehrere Abgeordnete mit dem Coronavirus angesteckt. Parlamentspräsident Boris Kollar brach am Freitag eine Sitzung ab und organisierte Corona-Schnelltests für alle anwesenden Abgeordneten. Wie der TV-Nachrichtensender TA3 berichtete, fielen einige der Schnelltests positiv aus. Zuvor hatte der Chef der rechtsextremen Volkspartei Unsere Slowakei LSNS, Marian Kotleba, seinen positiven Befund öffentlich gemacht. Vor seiner eigenen Infektion hatte er die Pandemie in digitalen Medien wiederholt als "Erfindung" bezeichnet, die zur Unterdrückung der Bürger diene./ik/DP/fba



Quelle: dpa-AFX




Heute im Fokus

Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen? Bis zu acht neue Mitglieder im SDax erwartet Deutlicher Sprung beim Spritpreis zum Jahreswechsel - keine Entlastung für Autofahrer
Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen?
Bayer: Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen?
Die Bayer-Aktie befindet sich aktuell massiv auf Talfahrt und kracht deutlich unter die Kursmarke von 50 Euro. Doch lohnt sich der Einstieg jetzt?...

News und Analysen

AfD beschließt nicht über Grundeinkommen für Deutsche

KALKAR (dpa-AFX) - Obwohl sich beide Parteivorsitzende dafür ausgesprochen hatten, ist ein Antrag zur Erprobung eines Grundeinkommens auf dem AfD-Bundesparteitag gescheitert. Die Delegierten ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 15337 ►

Kurssuche

Die beliebtesten Aktien der Deutschen

Die beliebtesten Aktien der Deutschen
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit hat der Online-Broker Consorsbank die Depots seiner Kunden einem Ost-West-Vergleich unterzogen. Dabei zeigt sich, dass unter Wessis und Ossis eine weitgehende Einigkeit herrscht, wenn es ums Thema Aktienauswahl geht. Denn wie die folgende Tabelle verdeutlicht, variieren die Platzierungen der Top 10 nur um Nuancen.
© 1994-2020 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr