Volkswagen Vz Aktie
WKN: 766403 ISIN: DE0007664039
aktueller Kurs:
150,53 EUR
Veränderung:
4,61 EUR
Veränderung in %:
3,16 %
weitere Analysen einblenden

ROUNDUP: Volkswagen will noch mehr sparen

Donnerstag, 06.12.18 16:32
ROUNDUP: Volkswagen will noch mehr sparen
Bildquelle: fotolia.com
WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Autobauer Volkswagen verschärft seinen Sparkurs. Um die angekündigten Investitionen in die Elektromobilität aus eigener Kraft zu stemmen, schränkt das Unternehmen das Angebot für Kunden ein und will weiter am Personal sparen. "Es gibt Modellvarianten, die kauft kein Mensch", sagte Ralf Brandstätter, der als "Chief Operating Officer" das Tagesgeschäft der Marke leitet, am Donnerstag. Auch beim Personal sehe das Unternehmen noch Sparpotenzial "entlang der demografischen Kurve".

Konkrete Zahlen über den bereits bekannten Stellenabbau hinaus wurden in der Wolfsburger Konzernzentrale nicht genannt. Gespräche mit dem Betriebsrat über sozialverträgliche Lösungen würden aber geführt. Ein Sprecher des Betriebsrats bestätigte erste Gespräche. Es sei aber viel zu früh, um Aussagen über irgendwelche Größenordnungen zu machen.

Auch wenn Personalvorstand Gunnar Kilian zuletzt angekündigt hatte, dass es keinen "Zukunftspakt II" geben werde, wurde am Donnerstag klar, dass weitere Sparmaßnahmen bis 2023 nochmal 3 Milliarden Euro einbringen sollen. Bekannt war schon, dass Ende 2018 eine Einsparung bei den jährlichen Kosten von 2,2 Milliarden Euro erreicht werden soll. 2020 sollten die Kosten in Deutschland laut Plan dann um 3 Milliarden Euro gesunken sein.

Volkswagen will vor allem seine Kernmarke VW Pkw schneller profitabler machen. Brandstätter kündigte an, dass die Marke in Europa im kommenden Modelljahr 25 Prozent der Motorgetriebevarianten streiche. Kleinere Autos würden als Einsteigermodell oft mit einem Schaltgetriebe und eher nicht mit einer Automatik bestellt. Darauf werde das Unternehmen nun reagieren.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel einer operativen Rendite von mindestens sechs Prozent bereits im Jahr 2022 erreichen, drei Jahre früher als geplant", sagte der Finanzvorstand der Marke, Arno Antlitz. Zu einem besseren Ergebnis der Marke sollen auch die im Herbst 2016 vereinbarten Sparmaßnahmen des "Zukunftspakts" weiter beitragen.

Dazu zählt der Abbau von bis zu 30 000 Stellen, 23 000 davon in Deutschland. 5600 Stellen davon seien bereits abgebaut, berichtete Brandstätter. Zudem sind ihm zufolge 9300 Verträge für Altersteilzeit bereits unterschrieben. Im Gegenzug sollen 9000 Stellen etwa in der Software- und Batterie-Entwicklung entstehen. Davon seien 2000 Arbeitsplätze geschaffen worden.

"Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden", sagte Brandstätter, der in seiner neuen Rolle VW-Chef Herbert Diess den Rücken frei halten soll. Das bisher Erreichte genügt seiner Meinung nach nicht. Denn Volkswagen will die angekündigten Investitionen etwa in Elektrifizierung und Digitalisierung aus eigener Kraft stemmen. Mehr als neun Milliarden Euro sollen in die Entwicklung von E-Autos fließen.

Die E-Mobilität bleibt aus Sicht von Branchenexperte Stefan Bratzel aber ein Risikofaktor. "Volkswagen hinkt wie andere Hersteller der Entwicklung hinterher", sagte der Professor vom Center of Automotive Management an der FH Bergisch Gladbach. Es sei zudem nicht klar, ob es die notwendige Infrastruktur mit Ladesäulen in absehbarer Zukunft gebe.

Dass der Autobauer trotz dieser Unsicherheiten gut aufgestellt ist, liegt für Bratzel an guten Entscheidungen in der Vergangenheit. "Neben dem Dieselskandal werden die oft vergessen", sagte Bratzel. Ein Beispiel sei der Modulare Querbaukasten, der die Herstellungskosten verringert. Einen Widerspruch sieht er dagegen in der VW-Strategie, neben E-Autos weiter auf große SUVs zu setzen. Bis 2025 will allein Volkswagen Pkw das Angebot bei den Stadtgeländewagen von derzeit 11 auf 30 ausbauen.

Für das laufende Jahr verkündete Volkswagen am Donnerstag ein Auslieferungsplus von 1,2 Prozent auf 5,7 Millionen Autos nach elf Monaten. "Uns fehlen noch 530 000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis des letzten Jahres einzustellen", sagte Marken-Vertriebschef Jürgen Stackmann. "Nach meiner aktuellen Einschätzung könnten wir das schaffen, vielleicht liegen wir sogar leicht darüber."/bch/DP/nas



Quelle: dpa


Hier geht's zur Aktien-Startseite

Anzeige

Deutsche Bank X-markets: Alle Derivate

News und Analysen

Ford-Manager: Gespräche mit VW laufen gut - Einzelheiten offen

REDFORD TOWNSHIP (dpa-AFX) - Topmanager des US-Autobauers Ford sehen in Gesprächen mit dem Volkswagen-Konzern über Kooperationen gute Fortschritte. "Die Gespräche laufen sehr gut", sagte Ford-Verwaltungsratschef ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 78

Volltextsuche

Im Fokus

Aktueller Chart
  • Wirecard-Aktie bricht ein!
  • Vor dem großen Turnaround?
  • Ist die Aktie jetzt wirklich ein Schnäppchen?

Nachrichtensuche


Dividenden Dax-Aktien 2018


Name: Adidas

Dividende pro Aktie: 2,60 Euro

Veränderung Vorjahr: +30,0%

Dividenden-Rendite: 1,3%

 

Tipp: Alles zu den langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt erfahren Sie im kostenlosen Newsletter „Aktien-Ausblick“, den Sie hier gerne anfordern können...

Einführung in die Börsenzyklen

Einführung in die Börsenzyklen
Die Kenntnis der Börsenzyklen ist eine mächtige Waffe im Arsenal eines jeden Anlegers oder Analysten. Das vielleicht bekannteste Börsensprichwort überhaupt „Sell in May and go away“ basiert beispielsweise auf den Börsenzyklen. Im neuen boerse.de-Wissensbereich stellen wir Ihnen die Börsenzyklen vor.
© 1994-2018 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr