Rohstoff-ETCs: Anleger kaufen weiter Gold-ETcs - Öl halten viele für zu teuer

Montag, 25.01.21 11:26
Kursticker auf einer digitalen Anzeige.
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Frankfurt (www.fondscheck.de) - Rein in Gold, raus aus Öl - das war das Motto im ETC-Handel der vergangenen Wochen, so die Deutsche Börse AG.

"Es wurde wieder vermehrt in Edelmetalle investiert", berichte Mobeen Tahir von WisdomTree. Im November hätten sich Anleger noch im großen Stil von Gold-ETCs getrennt. Doch im Dezember sei der Goldpreis wieder deutlich bis auf fast 1.900 US-Dollar zum Jahresende gestiegen.

2020 seien Anleger damit auf ein Plus von 24,6 Prozent gekommen in US-Dollar gerechnet. In Euro seien es wegen der US-Dollar-Schwäche "nur" 14,3 Prozent. Das neue Jahr sei allerdings mit Einbußen gestartet, am Donnerstagmorgen habe die Feinunze 1.872 US-Dollar gekostet. "Nachdem die Demokraten im US-Senat eine faktische Mehrheit errungen hatten, sorgte die Erwartung weiterer expansiver fiskalischer Maßnahmen in den USA für nennenswerte Anstiege der US-Treasury-Renditen und für eine US-Dollar-Aufwertung", stelle Dora Borbély von der DekaBank fest. "Beides nahm Wind aus den Segeln der Goldpreisentwicklung." Der Goldpreisrückgang sei aber keine Trendwende, denn die Rahmenbedingungen blieben günstig. Doch führe die Entwicklung einmal mehr vor Augen, dass auch der Goldpreis starken Schwankungen unterworfen sei.

Das World Gold Council erwarte für 2021 ebenfalls eine positive Goldperformance - allerdings werde diese weniger fulminant ausfallen als 2020. Die Experten der Lobbyorganisation würden damit rechnen, dass Anleger wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds Risikoaktiva aufstocken würden. Wegen der Risiken in Form steigender Haushaltsdefizite, einer eventuellen Inflation und bereits hohen Aktienbewertungen werde aber auch Gold gefragt bleiben.

Umsatzstärkste ETCs an der Börse Frankfurt in den vergangenen vier Wochen seien Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB) und der Xtrackers Physical Gold mit Währungssicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G) gewesen. Viel um gegangen sei auch im Invesco Physical Gold (ISIN IE00B579F325 / WKN A1AA5X), im WisdomTree Physical Swiss Gold Individual Securities (ISIN DE000A1DCTL3 / WKN A1DCTL) und im WisdomTree Physical Gold Individual Securities (ISIN DE000A0N62G0 / WKN A0N62G). Der Bestand von Xetra-Gold sei in den vergangenen Wochen leicht auf aktuell 218 Tonne gesunken, in der Spitze seien es über 220 Tonnen gewesen. Ebenfalls umsatzstark gezeigt hätten sich Silber-ETCs wie der WisdomTree Physical Silver (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F) und der Xtrackers Physical Silver (ISIN DE000A1E0HS6 / WKN A1E0HS).

Auch die Umsätze mit Öl-ETCs würden hoch bleiben. Hier hätten aber ganz klar die Abgaben überwogen, wie WisdomTree melde. "Bei den Abflüssen handelt es sich möglicherweise um Gewinnmitnahmen der Anleger nach den jüngsten Preissteigerungen", meine Tahir.

In diesem Jahr sei der Brent-Preis in kurzer Zeit von 51 auf über 56 US-Dollar gestiegen, Hintergrund seien freiwillige Produktionskürzungen Saudi-Arabiens gewesen. Am Donnerstagmorgen sei das Barrel zu 55,64 US-Dollar gehandelt worden. Seit dem Tief bei 21 US-Dollar im März vergangenen Jahres habe sich der Preis damit immer noch mehr als verdoppelt.

Nach Ansicht von Dora Borbély werde es schwierig, den Ölpreis dauerhaft so hoch zu halten. "Hohe globale Lagerbestände, ausreichend freie Produktionskapazitäten, eine weiterhin starke US-Ölförderung und die Trittbrettfahrer-Problematik innerhalb der OPEC+ dürften eine starke und nachhaltige Verteuerung von Rohöl verhindern", meine die Analystin. Die Bank rechne nur noch mit moderaten Ölpreisanstiegen.

Umsatzstärkste Öl-ETCs an der Börse Frankfurt seien der WisdomTree WTI Crude Oil (ISIN DE000A0KRJX4 / WKN A0KRJX), der Brent Crude Oil ETC von BNPP (ISIN DE000PS701L2 / WKN PS701L) und der Xtrackers Brent Crude Oil Optimum Yield EUR Hedged (ISIN DE000A1AQGX1 / WKN A1AQGX) gewesen.

Besonders erstaunlich gewesen sei im vergangenen Jahr die Entwicklung der Industriemetallpreise. Trotz Corona-Krise mit massiven Einbrüchen der Wirtschaftstätigkeit in fast allen Ländern der Welt hätten sich einige Industriemetalle deutlich verteuert. So sei der Preis von Kupfer auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen, der von Aluminium immerhin noch auf den höchsten Stand seit 2018. "Mehrere Faktoren stärken dabei dem Sektor den Rücken, darunter seit Monaten auch die anhaltende Schwäche des US-Dollars", erläutere Tahir von WisdomTree. Ebenfalls unterstützend hätten sich die kontinuierlich verbessernden chinesischen Wirtschaftsdaten ausgewirkt, die auf einen steigenden Nachfragetrend nach Industriemetallen hingedeutet hätten. Seit November werde der Aufschwung zudem durch die Nachrichten über Impfstoffe gestützt, die auf einen Wirtschaftsaufschwung hoffen ließen.

Auch zu Jahresbeginn sei es weiter nach oben gegangen. Nach Ansicht von Barbara Lambrecht von der Commerzbank sei die jüngste Rally fundamental aber kaum begründet. Dies gelte vor allem für Aluminium. "Doch trotz des hohen Angebotsüberschusses dürften die Preise vorerst nicht unter Druck geraten, weil für Finanzinvestoren ein Engagement am Aluminiummarkt weiterhin interessant ist." Unter den Industriemetall-ETCs gelte das Interesse der Anleger an der Börse Frankfurt vor allem dem WisdomTree Copper (ISIN DE000A0KRJU0 / WKN A0KRJU). (Ausgabe vom 21.01.2021) (25.01.2021/fc/a/e)



Quelle: aktiencheck




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