SPDR-Rohstoff-ETFs: Faszination Rohstoff-Superzyklus

Freitag, 26.02.21 13:50
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Boston (www.fondscheck.de) - Eine Kombination von verschiedenen Faktoren führt zu einer starken Performance von Rohstoffen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso" im Kommentar zum SPDR MSCI Europe Materials UCITS ETF STP FP (ISIN IE00BKWQ0L68 / WKN A1191V), SPDR MSCI World Materials UCITS ETF WMAT (ISIN IE00BYTRRF33 / WKN A2AGTT) und SPDR S&P U.S. Materials Select Sector UCITS ETF SXLB (ISIN IE00BWBXM831 / WKN A14QB4).

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Vor allem Edelmetalle hätten den Sektor aufgrund ihrer verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und niedrigen Lagerbestände angetrieben. Mit Blick auf die Zukunft gebe es bedeutende Themen, die den gesamten Sektor antreiben könnten, darunter die Reflation, die Nachfrage aus China und die Konjunktursensibilität.

Wir haben gesehen, dass die Reflation als eine Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen hat, so die Experten von State Street Global Advisors. Zu den Schlagzeilen gehöre auch der Rohstoff-Superzyklus und seine Auswirkungen auf Aktien.

Die größten Preisbewegungen seien bei Erdgas und Rohöl zu verzeichnen. Und obwohl diese Bewegungen beeindruckend seien, seien einige der Treiber dieses Phänomens (in erster Linie die durch den tiefen Frost in Texas und den umliegenden US-Bundesstaaten verursachte Produktionsunterbrechung) wahrscheinlich nur vorübergehend.

In der Zwischenzeit könnten die treibenden Kräfte hinter dem Aufschwung der Industriemetalle mehr Langlebigkeit haben. Interessanterweise hätten die Beschleunigung der US-Erzeugerpreise im Januar und ein starker ISM-Index für die Preise des Verarbeitenden Gewerbes angedeutet, dass die Anbieter über eine Preisgestaltungsmacht für eine Reihe von Vormaterialien wie Metalle, Chemikalien und Kunststoffe verfügen würden.

In Anbetracht der oben genannten Dynamik sollte ein Sektor besonders profitieren: Rohstoffe.

Die wesentlichen Gründe für diesen Anstieg lägen in der starken Nachfrage, die vor allem von China getrieben werde. Darüber hinaus hätten sich die Bewegungen auf globaler Ebene zunehmend synchronisiert, da die Schwerindustrie beginne, sich zu erholen. Das eingeschränkte Angebot aufgrund von Produktions- und Lieferkettenunterbrechungen durch die COVID-Pandemie habe den Preis ebenfalls gestützt.

Kupfer sei besonders interessant. Es sei eines der meistverwendeten Industriemetalle, wobei fast die Hälfte der weltweiten Kupfernachfrage auf China entfalle. Die Preise des Metalls seien seit den Tiefstständen im letzten Jahr um mehr als 80% gestiegen. Schätzungen würden davon ausgehen, dass der Preis weiter steigen könnte, basierend auf:

- Verwendung im Bauwesen und Hausbau, in der Elektronik und bei Automobilen - diese Faktoren würden das Metall zu einem wichtigen Wirtschaftseröffnungsspiel für Investoren machen.

- Bedeutung für die Produktion von Elektrofahrzeugen - ein typisches Elektrofahrzeug enthalte 83 Kilo Kupfer (für Hochspannungskabel, Rotoren, usw.), das sei viermal so viel wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor.

- Momentum des "grünen" Übergangs - elektrischer Kupferdraht werde in großem Umfang in erneuerbaren Energiequellen verwendet.

- Die Lagerbestände seien auf einem Jahrzehnte-Tief - die Produktion in den Kupferminen sei im letzten Jahr durch Stilllegungen beeinträchtigt worden.

Während Preiserhöhungen letztendlich wahrscheinlich zu einer Angebotsreaktion führen würden, bedeute die übliche mehrjährige Verzögerung bei der Inbetriebnahme von Projekten, dass signifikante Produktionssteigerungen erst in einigen Jahren erfolgen würden.

Anleger sollten einen Blick werfen auf den MSCI World Materials, der im Vergleich zu globalen Aktien bereits eine starke Outperformance gezeigt habe, nachdem er während der Markterholung seit Ende März 2020 stark zugelegt habe und dann in den zyklisch orientierten Märkten seit den Impfankündigungen Anfang November 2020. Unter den Branchen im Bereich Rohstoffe habe die Metall- und Bergbaubranche (35% nach Marktkapitalisierung des MSCI World Materials) mit einer Gesamtrendite von 118% seit den Tiefstständen im März 2020 die höchsten Erträge erzielt. Die Branchen Chemie (51%), Container und Verpackungen (6%) und Baustoffe (5%) würden dieser Branche folgen, aber insgesamt immer noch eine Outperformance gegenüber dem breiten Index zeigen.

Diese Stabilität könnte sich fortsetzen, da die jüngsten Ergebnisse zeigen würden, dass sich die Bergbauunternehmen nicht nur als geschickt bei der Weitergabe von Metallpreissteigerungen erweisen würden, sondern die aktuellen Bedingungen ihnen auch positive Dividendenankündigungen ermöglichen würden (Rio Tinto, BHP Billiton und Glencore - die alle kürzlich ihre Q4-Ergebnisse vorgelegt hätten).

Es gebe weitere wichtige Themen, die den Rohstoffsektor antreiben würden, darunter:

- Traditionell reflationäres Spiel - der Sektor habe eine relativ hohe Empfindlichkeit gegenüber Inflation und sei gut positioniert, um Rohstoffpreissteigerungen weiterzugeben.

- Sensitivität gegenüber dem Wirtschaftswachstum - der Sektor habe auch eine relativ hohe Sensitivität gegenüber den Einkaufsmanagerindices (beide Werte könnten im SPDR Sector Compass eingesehen werden). Die PMIs für das Verarbeitende Gewerbe lägen jetzt in den meisten großen Ländern über 50.

- Chinesische Nachfrage - das Land sei ein Nettoimporteur von vielen Rohstoffen.

- Der Chemie-Sektor profitiere sowohl von der Nachfrage- als auch von der Angebotsdynamik - da die Aufträge im Zuge der Erholung der Industrieproduktion wieder anziehen würden und die Margen von den Beschränkungen auf der Angebotsseite und den niedrigen Beschaffungskosten profitieren würden.

- Aussichten auf fiskalische Anreize - immer noch Hoffnung auf zukünftige öffentliche Ausgaben in den USA, die Infrastrukturpläne umfassen würden.

- Gewinnstimmung - der Sektor sehe unterstützende Prognoseanhebungen nach einem hohen Maß an positiven Gewinnüberraschungen während der Q4-Ergebnisse und höheren Rohstoffpreisen.

- Prognosen für einen schwächeren US-Dollar - dies könnte auch die Metallpreise beflügeln.

Die Anleger hätten begonnen, auf die besseren Wirtschaftsaussichten zu reagieren, indem sie zyklische Sektor-ETFs kaufen würden und Rohstoffe seien der wichtigste unter ihnen.

Die Experten von State Street Global Advisors würden ein Engagement der europäischen Rohstoffe bevorzugen, die neben innovativen und schnell wachsenden Herstellern von Spezialchemikalien auch führende, in London notierte Bergbauunternehmen enthalte. Die Experten würden Anleger auch ermutigen, über ein globales Engagement nachzudenken, das Kupferminenunternehmen mit Sitz in Australien, Kanada, den USA, Chile, Peru, Brasilien und anderswo umfasse. Der US-Sektor sei zwar auch interessant, habe aber ein geringeres Engagement in Bergbau und Spezialchemieherstellung. (Ausgabe vom 24.02.2021) (26.02.2021/fc/a/e)



Quelle: aktiencheck




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Datum :
21.04.21
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