Scope Marktbefragung: Logistikimmobilien als Krisengewinner - aber mit Risiken - Fondsnews

Mittwoch, 29.07.20 12:00
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Berlin (www.fondscheck.de) - Die Stimmung unter Anbietern von Logistikinvestments hat sich krisenbedingt zwar leicht eingetrübt, dennoch erwarten nahezu drei Viertel der Befragten in den kommenden drei Jahren Mietpreiszuwächse bei Logistikimmobilien, so die Experten von Scope Analysis.

Scope habe 16 Anbieter von Logistikinvestments zur Einschätzung ihrer aktuellen und künftigen Lage befragt. Zusammen würden die Befragten mehr als 380 Mrd. Euro in Immobilien verwalten und verschiedene Investmentlösungen wie Spezial-AIF oder über verschiedene Nutzungsarten diversifizierte Immobilienfonds anbieten. Ein Viertel der Befragten offeriere Anlegern Logistikimmobilien-Investments auch über Fremdkapitalvehikel.

Ergebnis der Befragung: Die Erwartungen der 16 Anbieter seien für 2020 und 2021 für alle Segmente, in denen sie aktiv seien, zwar weiterhin positiv, ihre Stimmung sei aber krisenbedingt im Vorjahresvergleich gedämpft. Dies gelte insbesondere für Anbieter im Bereich Projektentwicklung.

Logistikinvestments würden durch den durch die Krise beschleunigten Trend zum Online-Handel deutlich robuster eingeschätzt als etwa die Bereiche Einzelhandel und Hotel. Infolge der Krise würden Investoren verstärkt auf die Branchen achten, in der die Mieter der Logistikimmobilien tätig seien. Während der Online-Handel, die Lebensmittel- und Pharmalogistik relativ krisenresistent seien, seien die Vermietungsrisiken in der Automobilindustrie einschließlich ihrer Zulieferer und im Maschinenbau gestiegen.

Trotz der Corona-Krise würden 73% der Befragten Mietpreiszuwächse bei Logistikimmobilien in den kommenden drei Jahren erwarten. 27% würden mit Stagnation rechnen. Je nach Lage und Wirtschaftsstruktur werde die Mietentwicklung differenziert ausfallen. Gute Lagen in den Ballungsräumen würden teurer, während Logistikzentren in ländlichen Regionen weniger stark gefragt seien. Mit Mietpreisrückgängen müssten eher Regionen mit industrieller Prägung und Abhängigkeit von krisenanfälligen Branchen rechnen.

Kurzfristig betrachtet seien die Angebotsmieten jedoch zurückgegangen. Von Jahresbeginn bis Juni 2020 seien die Preise um 8,6% und im Jahresvergleich um 3,4% gesunken. Lediglich der Ballungsraum Berlin, der am geringsten industriell geprägt sei, sei von dieser Entwicklung ausgenommen gewesen und zeige sogar eine deutliche Steigerung der Angebotsmieten im Juni 2020 im Vergleich zum Jahresbeginn um 14,5%. Die Renditeerwartungen der Befragten lägen zu 60% zwischen 4% und 5%.

Der Logistikstandort Deutschland sei für die Investoren im europäischen Kontext weiterhin am attraktivsten. 56% der Befragten würden ihn als attraktiv und sogar 44% als sehr attraktiv einschätzen. Deutschland bleibe bei weitem der größte Markt in Europa. Dafür sprächen auch die geografische Lage, die Infrastruktur, die Wirtschaftsleistung, die hohen Technologiestandards und nicht zuletzt die hohe Zahl an Einwohnern mit relativ hoher Kaufkraft, die als Konsumenten erreicht werden könnten.

Neben der Umfrage unter Anbietern von Logistikimmobilienfonds habe die Ratingagentur Scope bereits im Frühjahr 2020 die Manager offener Immobilienfonds zur voraussichtlichen Entwicklung der Anteile der Nutzungsarten in den Portfolios befragt. Ergebnis: 44% der Anbieter von offenen Immobilienfonds würden in den kommenden drei Jahren verstärkt Ankäufe von Logistikimmobilien planen. Nur 6% würden von Verkäufen ausgehen. Bei den Einzelhandelsimmobilien würden dagegen die Verkaufsabsichten überwiegen. 22% der Befragten würden Verkäufe in Betracht ziehen und nur rund 17% würden von Ankäufen ausgehen. (29.07.2020/fc/n/s)



Quelle: Aktiencheck




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