Freitag, 12.06.26 16:20
SpaceX
Bildquelle: Marketing

Der heutige Börsengang von SpaceX ist ein historisches Börsenereignis. Die Weltraumfirma von Elon Musk startet unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq – mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie, rund 555,6 Millionen platzierten Aktien und einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung liegt damit bei fast 1,8 Billionen US-Dollar.

Zum Vergleich: Saudi Aramco, der bisherige Maßstab unter den Mega-IPOs, sammelte beim Börsengang 2019 zunächst 25,6 Milliarden US-Dollar ein (nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption stieg das Volumen auf 29,4 Milliarden US-Dollar). SpaceX kommt damit auf mehr als das Zweieinhalbfache des damaligen Aramco-IPO-Volumens.

Vom Raketenpionier zur Infrastrukturmacht

SpaceX wurde 2002 von Elon Musk gegründet. Seine Idee: Raumfahrt sollte günstiger, schneller und kommerziell skalierbarer werden. Inzwischen hat das Unternehmen die Branche verändert. Wiederverwendbare Raketen, regelmäßige Starts für NASA und US-Militär sowie eine eigene Satelliteninfrastruktur haben SpaceX zu einem strategisch bedeutenden Technologieunternehmen gemacht.

Mit der Falcon 9 gelang SpaceX der Durchbruch bei wiederverwendbaren Trägersystemen. Raketenstarts wurden dadurch planbarer und günstiger. Für die USA besitzt SpaceX mittlerweile auch geopolitische Bedeutung, da das Unternehmen Satelliten, Fracht und Astronauten ins All bringt und für staatliche Stellen eine zentrale Rolle spielt.

SpaceX: Starlink als Wachstumstreiber

Der wichtigste Umsatzmotor ist inzwischen Starlink. Der Satelliteninternet-Dienst steuerte im vergangenen Jahr rund elf Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz bei. Insgesamt erzielte SpaceX weniger als 19 Milliarden US-Dollar Umsatz. Damit stammt mehr als die Hälfte der Erlöse aus dem Geschäft mit Internet aus dem All.

Für Starlink hat SpaceX bereits rund 9.600 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Ende März kam der Dienst auf gut zehn Millionen Kunden. Das Angebot richtet sich an Privathaushalte, Unternehmen, Schiffe, Flugzeuge, Behörden und militärische Nutzer. Besonders interessant sind Regionen, in denen klassische Mobilfunk- oder Glasfasernetze nur eingeschränkt verfügbar sind.

Künftige Technikgenerationen sollen Smartphones stärker direkt mit dem Satellitennetz verbinden. Dadurch könnte Starlink zu einer globalen Dateninfrastruktur werden, die weit über das heutige Geschäft mit Empfangsantennen hinausgeht.

SpaceX und die Ambitionierte Bewertung

Die Börsenbewertung von fast 1,8 Billionen US-Dollar spiegelt hohe Wachstumserwartungen wider. Da SpaceX operativ noch tief in den roten Zahlen steckt, liefert ein klassisches Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit keinen belastbaren Vergleichswert. Aussagekräftiger ist daher der Blick auf den Umsatz: Bei weniger als 19 Milliarden US-Dollar Jahreserlös entspricht die Bewertung einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von mehr als 90. Zum Vergleich: Nvidia wird ungefähr mit dem 20-Fachen des Jahresumsatzes bewertet, Apple etwa mit dem 10-Fachen.

Der Markt bezahlt SpaceX also bereits heute wie einen Konzern, der in mehreren Zukunftsmärkten eine führende Rolle einnehmen kann. Dazu zählen Satelliteninternet, Weltraumtransporte, staatliche Sicherheitsaufträge, künstliche Intelligenz und perspektivisch sogar Rechenzentren im Orbit.

Im Börsenprospekt wird der adressierbare Markt für Satelliten-Konnektivität mit 1,6 Billionen US-Dollar beschrieben, bezogen auf alle Anbieter. Zusätzlich rückt xAI in den Fokus. Musk hat seine KI-Aktivitäten enger mit SpaceX verbunden und positioniert den Konzern damit als Plattform für Konnektivität, Daten und künstliche Intelligenz.

Elon Musk und die Billionen-Marke

Mit dem SpaceX-Börsengang erreicht auch das Vermögen von Elon Musk eine neue Dimension. Rund um den IPO steigt sein Besitz (als erster Mensch auf der Erde) auf eine Billion US-Dollar – also 1.000 Milliarden US-Dollar.

Diese Zahl ist schwer greifbar. Anschaulich gerechnet entspräche eine Billion US-Dollar rund 2,5 Millionen US-Häusern zum Medianpreis von etwa 403.200 US-Dollar. Bei einem durchschnittlichen US-Neuwagenpreis von rund 50.000 US-Dollar ließen sich rechnerisch rund 20 Millionen Autos kaufen. Selbst ganze Volkswirtschaften wirken im Vergleich kleiner: Eine Billion US-Dollar liegt ungefähr in der Größenordnung des Bruttoinlandsprodukts von Ländern wie der Schweiz oder Polen.

Musk steht damit wie kaum ein anderer Unternehmer für die Vermögensbildung, die an den großen Zukunftsmärkten der vergangenen Jahre entstanden ist: Elektromobilität, Raumfahrt, Satelliteninternet und künstliche Intelligenz. Auch der boerse.de-Technologiefonds investiert transparent, regelbasiert und innovativ mit einem kombinierten Anlagekonzept in Technologie-Aktien und ist daher geeignet für Anleger, die sich an den spannendsten Zukunftstrends beteiligen möchten. Info ...

SpaceX-IPO: Privatanleger im Fokus

Ungewöhnlich ist auch die starke Rolle privater Anleger. Bei klassischen Groß-IPOs dominieren meist institutionelle Investoren wie Banken, Fonds und Versicherungen. Bei SpaceX wurde privaten Anlegern Berichten zufolge rund ein Fünftel der angebotenen Aktien vorbehalten. Üblich sind bei großen Börsengängen eher fünf bis sieben Prozent.

Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich. Allein von privaten Anlegern sollen Orders im Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar eingegangen sein. Das unterstreicht die enorme Strahlkraft der Marke SpaceX und der Person Elon Musk.

Indexfantasie als zusätzlicher Kurstreiber

Neben der operativen Wachstumsstory spielt auch die Börsenmechanik eine wichtige Rolle. Aufgrund der enormen Bewertung wird SpaceX für große Aktienindizes sofort relevant. Eine Aufnahme in bedeutende Indizes kann zusätzliche Nachfrage auslösen, weil ETFs und Indexfonds die entsprechenden Aktien kaufen.

Nasdaq und FTSE Russell haben ihre Vorgaben für sehr große Börsenneulinge flexibler gestaltet. MSCI verweist auf Fast-Entry-Regeln für große IPOs, die bereits seit 2007 bestehen. S&P Dow Jones bleibt bei seiner traditionellen Linie und verlangt für den S&P 500 weiterhin eine Börsenhistorie von zwölf Monaten.

Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Indexkäufe können den Kurs in der Anfangsphase zusätzlich stützen. Dieser Effekt entsteht jedoch aus der Indexlogik und ersetzt keine langfristige Qualitätsprüfung der Aktie.

Der Blick der boerse.de-Performance-Analyse

Genau an dieser Stelle kommt die boerse.de-Performance-Analyse ins Spiel. Sie schaut nicht auf Schlagzeilen, Visionen oder die erste Börseneuphorie, sondern auf das, was langfristig zählt: historisch überprüfbare Kursqualität. Bei Champions-Aktien entscheidet, wie verlässlich eine Aktie über viele Jahre Vermögen aufgebaut hat – in starken Börsenphasen ebenso wie in Korrekturen und Seitwärtsmärkten. Wichtige Kriterien sind dabei die langfristige Rendite, das Schwankungsverhalten, die Dauer von Rückschlägen und die Fähigkeit, immer wieder neue Hochs zu erreichen.

Bei SpaceX beginnt diese Aktiengeschichte gerade erst. Das Unternehmen bringt enorme technologische Stärke, eine führende Marktstellung bei Raketenstarts, das Wachstum von Starlink und die unternehmerische Strahlkraft Elon Musks mit. Erst die kommenden Börsenjahre zeigen, wie sich die Aktie nach der Anfangseuphorie entwickelt, wie sie mit Rückschlägen umgeht und ob aus der großen Zukunftsstory dauerhafte Aktienqualität entsteht.

Wer beim langfristigen Vermögensaufbau also lieber auf bewährte Aktienqualität statt auf kurzfristige IPO-Euphorie setzt, findet im boerse.de-Aktienbrief die 100 Champions-Aktien mit den nachweislich besten Chance-Risiko-Profilen der Welt. Hier können Sie den boerse.de-Aktienbrief kostenlos downloaden ...



Quelle: boerse.de