Telefonica Deutschland prüft Verkauf von Mobilfunkmasten

Dienstag, 10.09.19 18:33
Telefonica Deutschland prüft Verkauf von Mobilfunkmasten
Bildquelle: fotolia.com
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Mobilfunker Telefonica Deutschland prüft den Verkauf eines Großteils seiner verbliebenen Mobilfunkmasten auf Gebäudedächern. Eine Möglichkeit sei es, die überwiegende Mehrheit der 19 000 eigenen Standorte an die Infrastrukturtochter Telxius der spanischen Konzernmutter Telefonica abzugeben, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in München mit.

"Wir beobachten derzeit im Kapitalmarkt eine starke Nachfrage nach passiver Mobilfunkinfrastruktur", sagte Finanzvorstand Markus Rolle. Erlöse würden für den Konzern weitere finanzielle Flexibilität schaffen, hieß es. Die derzeitige Bewertung mache einen Verkauf attraktiv.

Aktive Sende- und Empfangsantennen an den Masten sind mit der passiven Infrastruktur nicht gemeint und sollen im Besitz von Telefonica Deutschland bleiben. Ein Verkauf könnte dem Unternehmen etwa für den eigenen Netzausbau ordentlich Geld in die Kassen spülen.

Am vergangenen Freitag waren die deutschen Netzbetreiber in einem Mobilfunkgipfel mit der Bundesregierung zusätzliche Ausbauverpflichtungen eingegangen. Zudem steht Telefonica vor dem Ausbau des Netzes für den künftigen Mobilfunkstandard 5G. Für die im Juni ersteigerten Lizenzen muss das Unternehmen insgesamt 1,4 Milliarden Euro hinblättern.

Bereits im April 2016 hatte die O2-Mutter 2350 freistehende Mobilfunkmasten an Telxius abgegeben und damit knapp 590 Millionen Euro erlöst. Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten als attraktives Investment für Investoren, die an einer stabilen und planbaren Rendite interessiert sind, so zum Beispiel Versicherer.

Derzeit lagert auch der britische Telekommunikationskonzern Vodafone seine passive Infrastruktur in Europa aus und prüft einen Börsengang des Geschäfts. Die Deutsche Telekom hat ihre Funktürme schon vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, ist aber noch alleinige Besitzerin./men/zb/jsl



Quelle: dpa-AFX


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