UN warnen vor verheerenden Folgen der Corona-Pandemie im Jemen

Freitag, 25.09.20 16:08
News-Schriftzug auf schwarzem Hintergrund.
Bildquelle: pixabay
SANAA (dpa-AFX) - Das Coronavirus könnte im Bürgerkriegsland Jemen einer Warnung der Vereinten Nationen zufolge besonders verheerende Folgen haben. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Corona-Pandemie habe die Sterblichkeitsrate gemessen an den gemeldeten Fälle bei knapp 30 Prozent gelegen, sagte die UN-Nothilfe-Koordinatorin für den Jemen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Das sei eine der höchsten weltweit, so Lise Grande. Die UN warnten demnach, dass sich das Virus im Jemen weiter, schneller und mit schwereren Folgen verbreite als in den meisten anderen Ländern.

Im dem bettelarmen Jemen im Süden der arabischen Halbinsel tobt seit rund sechs Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen kämpfen dort gegen die Anhänger der international anerkannten Regierung. Rund 80 Prozent der Bevölkerung - mehr als 24 Millionen Menschen - benötigen nach UN-Angaben eine Form humanitärer Hilfe. Die Corona-Pandemie hat die Lage akut verschärft.

Der vom Krieg heimgesuchte Jemen müsse gleich mit mehreren Krisen kämpfen, sagte Grande. "Da gibt es die Cholera-Krise, mögliche Hungersnöte, Überschwemmungen - und jetzt Covid." Trotz der schweren humanitären Lage im Jemen drohe vielen UN-Hilfsprogrammen in dem Bürgerkriegsland aus Geldnot das Aus. Die UN hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass 15 der wichtigsten UN-Programme bereits reduziert oder eingestellt worden seien. Weitere 30 Programme müssten in den kommenden Wochen folgen, sollte es kein zusätzliches Geld geben.

"Wenn wir nicht die Mittel bekommen, die wir brauchen, und wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern, werden viele, viele, viele Jemeniten sterben und leiden", sagte Grande. Man werde nicht in der Lage sein, die Hungersnot zu stoppen, Cholera zurückzudrängen, könne Hunderttausenden Familien, die von den Überschwemmungen betroffen sind, nicht unterstützen. "Und wir werden nicht in der Lage sein, im Kampf gegen Covid zu helfen", sagte Grande. Sie appellierte an die Geldgeber, sich mit den Jemeniten solidarisch zu zeigen.

Die jemenitische Regierung hat bisher rund 2000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, mindestens 586 Menschen sind in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Aus den nördlichen Gebieten, die die Huthi-Rebellen kontrollieren, gibt es keine regelmäßigen Informationen zur Verbreitung des Virus./nia/DP/nas



Quelle: dpa-AFX




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