Umfrage-Ergebnisse: Wie sich Fondsselektoren 2021 positionieren - Fondsnews

Freitag, 19.02.21 15:30
Tafel mit Kursen
Bildquelle: fotolia.com
Paris (www.fondscheck.de) - Vor dem Hintergrund höherer Marktvolatilität und weiterhin negativer Zinsen richten professionelle Fondskäufer weltweit ihre Portfolios in diesem Jahr verstärkt auf das Chancenpotenzial an den Märkten aus, so die Experten von Natixis Investment Managers.

Dies sei das zentrale Ergebnis einer zum Ende des vergangenen Jahres global durchgeführten Befragung von Natixis Investment Managers. Daran beteiligt seien über 400 professionelle Fondskäufer wie etwa unabhängige Vermögensverwalter, Banken oder Family Offices mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 12,7 Billionen US-Dollar gewesen.

Trotz ihrer im Lichte der Zulassung von ersten Corona-Impfstoffen zu sehenden offensiven Allokationsabsichten würden 60 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass die Covid-Krise so schnell nicht vorbei sein werde. Zwei Drittel würden eine weitgehende Erholung in 2021 nicht für wahrscheinlich halten. Eine mögliche Verschlechterung der Lage bereite hingegen keine Sorgen. 80 Prozent würden für den Fall eines weiteren Rückschlags erwarten, dass die Zentralbanken erneut in die Bresche springen würden.

Ertragsrisiken würden sich für die professionellen Fondsselektoren vor allem aus einer erhöhten Volatilität (49%) sowie aus weiterhin negativen Zinsen (39%) ergeben. An dritter Stelle im Risikoranking stehe das Inflationsrisiko (37%) gefolgt von den Auswirkungen einer Kreditklemme (34%) und Liquiditätsproblemen (25%).

Insgesamt würden die Investmentprofis für 2021 auf eine "Risk-on-Strategie" setzen. Vor dem Hintergrund weiterer fiskalischer und geldpolitischer Stimuli hätten ihrer Meinung nach Aktien weiterhin Luft nach oben. Entsprechende Investmentgelegenheiten würden über Unternehmen aller Größenklassen hinweg weltweit gesucht. 60 Prozent würden prognostizieren, dass die Emerging Markets sich besser entwickeln würden als die Industriestaaten. 61 Prozent der Befragten würden eine Outperformance von Small-Caps gegenüber Large-Caps erwarten. Und 66 Prozent hätten die Erwartung geäußert, dass sich offensive Portfolios gegenüber defensiven besser behaupten würden.

"Die Unsicherheit der Marktakteure bleibt auch 2021 bestehen. Hinzu kommt die Sorge vor einer Blasenbildung an den Finanz- und Kapitalmärkten. Dennoch sind die Portfolios der Befragten in diesem Jahr eher chancenorientiert ausgerichtet, wobei den Befragten klar ist, dass Alpha tatsächlich nur durch aktives Research und eine eindeutige Investmentmeinung gehoben werden kann", fasse Matt Shafer, Leiter des Großkunden- und Privatanlegergeschäfts bei Natixis Investment Managers, die Ergebnisse zusammen. 83 Prozent der Befragten jedenfalls hätten angegeben, 2021 verstärkt auf aktives Management setzen zu wollen.

Was die präferierten Branchen angehe, so würden die professionellen Fondskäufer Chancen vor allem im Gesundheitssektor (56%), im Bereich der Nicht-Basiskonsumgüter (46%), bei Unternehmen der Informationstechnologie (45%) sowie im Energiesektor (44%) und im Finanzsektor (44%) sehen. Auch ESG-Strategien stünden 2021 erneut im Fokus. Während der Krise im vergangenen Jahr hätten sie sich als stabil erwiesen. 57 Prozent der Befragten würden erwarten, dass entsprechende Fonds auch in diesem Jahr wieder gute Ergebnisse erzielen würden. Um das nachhaltige Anlagespektrum 2021 noch stärker zu nutzen, plane mehr als die Hälfte der Befragten die Aufnahme von speziellen ESG-Strategien oder von Impact-Investments in ihre Modellportfolios.

Auch in 2021 werde es zu Umschichtungen und Anpassungen in den Portfolios der professionellen Fondsselektoren kommen. Davon dürften Value- Aktien profitieren. Denn 63 Prozent der Studienteilnehmer würden eine Outperformance von Value gegenüber Growth erwarten. Amerikanische Aktien dürften weniger gefragt sein. 36 Prozent hätten angegeben, ihre US-Allokation zugunsten anderer Märkte zu reduzieren. 55 Prozent etwa würden besondere Chancen in asiatisch-pazifischen Raum (APAC) sehen. Insgesamt stünden die Schwellenländer im Fokus der Fondsselektoren. Insgesamt 65 Prozent von ihnen hätten angegeben, dass diese gegenüber der Zeit vor Corona sogar an Attraktivität gewonnen hätten. 52 Prozent wollten daher ihre Positionen dort ausbauen.

Unter den professionellen Fondskäufern wachse zudem die Sorge, dass Privatanleger die zu erwartenden Risiken dieses Jahres erfolgreich würden managen können. Die starke Marktperformance in der Erholungshase des vergangenen Jahres könnte Kleinanleger beispielsweise dazu verführen, Risiken zu ignorieren oder diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Andererseits würden 78 Prozent der Fondsselektoren befürchten, dass die erhöhte Volatilität Einzelanleger dazu veranlassen könnte, ihre Investitionen vorzeitig aufzulösen. (News vom 18.02.2021) (19.02.2021/fc/n/s)



Quelle: aktiencheck




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