Lufthansa Aktie
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VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: Schwere Rezession vorhergesagt - Sorge um Pflegeheime

Montag, 30.03.20 18:22
Außenaufnahme eines Lufthansa Firmengebäudes
Bildquelle: Unternehmensbild: Lufthansa
BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft wird infolge der Corona-Krise nach Einschätzung des Sachverständigenrats deutlich einbrechen. Die "Wirtschaftsweisen" sagen im günstigsten Fall ein Minus von 2,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr voraus. Während die Infektions- und Todeszahlen auch in Deutschland weiter steigen, hält die Debatte über einen Ausstieg aus den Beschränkungen des Alltagslebens an. Sorgen bereiten immer mehr Infektionen und Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen. Der Virologe Christian Drosten spricht von einer neuen Phase in der Epidemie.

SCHWERE REZESSION DURCH CORONA-KRISE VORHERGESAGT

Die "Wirtschaftsweisen" halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es in einem am Montag vorgelegten Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Wie schlimm es genau kommt, sei noch unklar. Als wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen derzeit eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. Zum Vergleich: 2009 war die größte europäische Volkswirtschaft in der globalen Finanzkrise um 5,7 Prozent eingebrochen.

KEIN ENDE DER CORONA-BESCHRÄNKUNGEN ABSEHBAR

Eine Woche nach ihrer Einführung ist kein schnelles Ende der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Sicht. "Wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", betonte am Montag Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Solange sich die Ausbreitung des Virus in Deutschland nicht deutlich verlangsamt, will die Bundesregierung keinen Zeitplan für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorlegen. Weitere Verschärfungen sind zunächst aber ebenfalls nicht geplant.

INFEKTIONS- UND TODESZAHLEN STEIGEN WEITER

In Deutschland sind bis Montagnachmittag 61 296 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14 437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14 219 Fällen und 125 Toten. Mindestens 512 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

HÄUFUNG VON CORONAVIRUS-FÄLLEN IN PFLEGEHEIMEN BEREITET SORGEN

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase, die auch mit mehr Todesfällen einhergeht. Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt, sagte Drosten am Montag im NDR-Podcast. Infiziert hätten sich zunächst vor allem jüngere Leute wie Skifahrer, die das Virus aus dem Urlaub eingeschleppt und es in ihren ungefähr gleichaltrigen Netzwerken verbreitet hätten. Diese Menschen erlebten zum größten Teil milde Krankheitsverläufe. In einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg sind bereits 17 infizierte Menschen gestorben, in einem Heim in Würzburg waren es bis zum Wochenende 13.

RUND 7000 CORONA-PATIENTEN IN DEUTSCHEN KRANKENHÄUSERN

In den Krankenhäusern in Deutschland werden momentan rund 7000 Menschen mit Covid-19 behandelt. Davon befinden sich rund 1500 Patienten auf Intensivstationen, von denen etwa 1100 beatmet werden müssen. Das teilte am Montag die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Nachfrage mit. "Wir haben es geschafft, die so wichtigen Beatmungsplätze im Bereich der Intensivmedizin von ehemals 20 000 Plätzen auf zwischenzeitlich 30 000 zu steigern", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß. Die Bundesregierung hatte 10 000 neue Geräte bestellt.

BEREITS 175 000 DEUTSCHE AUS AUSLAND ZURÜCKGEHOLT

Von den etwa 200 000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Deutschen sind 175 000 wieder zu Hause. "Diejenigen, die noch im Ausland sind, bitten wir weiter um Geduld", schrieb Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag auf Twitter. Er hatte vor zwei Wochen eine Rückholaktion gestartet, um zusammen mit Reiseveranstaltern und der Lufthansa deutsche Reisende aus den Ländern auszufliegen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt. Probleme bereitet derzeit vor allem Neuseeland, wo noch mehr als 10 000 Deutsche festsitzen.

FORDERUNG NACH WEITEREN HILFEN WIRD LAUT

Nur wenige Tage nach der Verabschiedung der Milliarden-Hilfspakete zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise wird der Ruf nach weiteren Maßnahmen laut. Der Handelsverband Deutschland forderte schnelle und unbürokratische Hilfen für mittelständische Händler, damit die Mietzahlungen sie nicht in den Ruin treiben. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser warnte, mittelständische Händler fielen bislang bei den Hilfsprogrammen durch das Raster.

WICHTIGE ARBEITER SOLLEN ÜBER EU-GRENZEN KOMMEN

Zehntausende Erntehelfer und Altenpflegerinnen sollen nach neuen Leitlinien der EU-Kommission möglichst freie Fahrt an Europas Binnengrenzen haben. Sie sollten wie Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, Lastwagenfahrer, Beschäftigte der Lebensmittelbranche und einige andere Berufe als "systemrelevant" eingestuft werden, erklärte die Brüsseler Behörde.

NEUER TERMIN FÜR OLYMPIA STEHT

Die wegen der Corona-Pandemie ins nächste Jahr verlegten Olympischen Spiele sollen vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 ausgetragen werden

- also fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem ursprünglichen

Termin. Das gaben die japanischen Organisatoren und das IOC am Montag bekannt. Ursprünglich sollten die Sommerspiele vom 24. Juli bis zum 9. August dieses Jahres abgehalten werden.

PRINZ CHARLES IST WIEDER GESUND

Der britische Thronfolger Prinz Charles (71) ist nach seiner überstandenen Corona-Infektion aus der Selbstisolation entlassen worden. Das teilte ein Sprecher seiner Residenz Clarence House am Montag in London mit. Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. (93) hatte nur milde Symptome gezeigt. Er hatte während seiner Isolation weiter gearbeitet und unter anderem Telefonkonferenzen geführt./sk/DP/jsl



Quelle: dpa-AFX




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