VIRUS/ROUNDUP 2: Trump schaltet sich in Drama auf Kreuzfahrer 'Zaandam' ein

Mittwoch, 01.04.20 13:14
LED Tafel an Außenbereich eines Gebäudes
Bildquelle: iStock by Getty Images
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WASHINGTON/FORT LAUDERDALE (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump will sich in das Tauziehen um das Schicksal von mehreren Tausend Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" auf dem Weg nach Florida einschalten. Trump sagte am Dienstagabend (Ortszeit), er werde bald mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprechen. "Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für die Menschlichkeit." Der Präsident fügte hinzu: "Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind." DeSantis hatte erklärt, er wolle das Schiff mit mehreren Corona-Infizierten nicht in den Hafen von Fort Lauderdale einlaufen lassen.

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. "Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schrieb er auf der Internetseite seines Unternehmens, das die "Zaandam" und das Schwesterschiff "Rotterdam" betreibt. Beide Schiffe sind derzeit zusammen unterwegs in der Karibik und haben 2500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Darunter sind auch etwa 80 Deutsche und mehr als 200 Briten.

Bei zwei Toten, darunter ein Brite, sei die Covid-19-Lungenkrankheit nachgewiesen worden, zitierte PA am Mittwochvormittag aus einer E-Mail eines Sprechers der Reederei. Insgesamt sind demnach neun Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Fast 200 Menschen sollen grippeähnliche Symptome haben.

Neben Floridas Gouverneur Desantis hatte sich auch die Bezirkskommission des zuständigen Broward County quergestellt: "Heute keine Entscheidung", hieß es am Dienstagabend (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter. An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden".

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas ist mit dem Drama befasst. Er äußerte bereits am Montag die Hoffnung, dass die beiden Schiffe bald in den Hafen von Fort Lauderdale einlaufen und die Passagiere von dort ausgeflogen werden können. "Wir arbeiten daran, aber ich kann noch keine Entwarnung geben", sagte der SPD-Politiker in einem "Bild"-Interview.

Die beiden Schiffe nahmen am Dienstag trotz der Absage des Gouverneurs weiter Kurs auf Florida. Die Verwaltung des Hafens von Fort Lauderdale hatte sich zuletzt offen für eine Aufnahme des Schiffes gezeigt, aber mehrere Bedingungen zur Versorgung und zum Abtransport der Passagiere gestellt. Es wurde damit gerechnet, dass die "Zaandam" und die "Rotterdam" am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen (Ortszeit) in Fort Lauderdale eintreffen.

Die Holland America Line steuert den Hafen Port Everglades in Fort Lauderdale bereits seit den 1930er Jahren an. Im Geschäftsjahr 2019 machten die Kreuzfahrtschiffe der Reederei 129-mal in dem Hafen fest und brachten 459 194 Menschen nach Florida. Damit sorgte die Reederei für einen Umsatz von acht Millionen Dollar in dem Hafen./mfi/dde/DP/nas



Quelle: dpa-AFX




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