WDH/Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter Druck auf Zweijahrestief

Donnerstag, 06.12.18 15:05
WDH/Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter Druck auf Zweijahrestief
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(Tippfehler korrigiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ängste vor eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag in die Bredouille gebracht. Auslöser dafür war die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei in Kanada. Die USA drängen ihren nördlichen Nachbarn zur sofortigen Auslieferung der Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei. Laut einem Pressebericht beschuldigt die US-Justiz die Managerin, das US-Handelsembargo gegen den Iran verletzt zu haben. China protestierte scharf gegen die Festnahme.

Der Dax fiel unter die Marke von 11 000 Punkte und erreichte am Vormittag mit 10 884 Zählern den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Zuletzt notierte der Leitindex 2,58 Prozent tiefer bei 10 911,55 Punkten. Damit summiert sich der Dax-Verlust seit vergangenem Montag auf rund 5,5 Prozent und im laufenden Jahr auf rund 15 Prozent. Der MDax büßte am Donnerstag 2,46 Prozent auf 22 605,84 Zähler ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,3 Prozent.

"Neben den Sorgen rund um den Brexit und der Aussicht, dass Theresa May am kommenden Dienstag mit hoher Wahrscheinlichkeit ein politisches Waterloo im britischen Parlament erlebt, zerfällt auch die Hoffnung auf einen langanhaltenden Waffenstillstand zwischen den USA und China im Handelskonflikt regelrecht zu Staub", kommentierte Jens Klatt, Vermögensverwalter bei JK Trading.

Mit dem Dax-Sturz unter 11 000 Punkte sei nun auch die letzte Hoffnung auf eine Jahresendrally geschwunden, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Man muss es als Fazit wohl ziehen - das Jahr 2018 ist ein desaströses für Aktienanleger und das vierte Quartal eine Bankrotterklärung für den Dax."

Negative Aussagen der Citigroup zur eigenen Profitabilitätsentwicklung im laufenden Quartal setzten auch deutsche Bankenwerte unter Druck. Die Papiere der Deutschen Bank büßten 3,5 Prozent ein, jene der Commerzbank verloren 3,9 Prozent. Die Commerzbank hatte zudem mitgeteilt, dass der Vorstand der Firmenkundensparte, Michael Reuther, seinen bis September 2019 laufenden Vertrag nicht verlängern werde.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Vonovia mit einem Plus von 0,7 Prozent an der Dax-Spitze. Für Deutschlands größten Immobilienkonzern laufen die Geschäfte dank steigender Mieten in den Metropolen und seiner jüngsten Zukäufe weiter gut. Bei dem erst vor kurzem angehobenen Jahresziel für den operativen Gewinn (FFO 1) sieht sich Vonovia auf Kurs und will 2019 noch mehr verdienen.

Die Papiere der Software AG fielen als einer der schwächsten MDax-Werte um 6,1 Prozent auf das tiefste Niveau seit Anfang 2017. Analyst Gerardus Vos von der Investmentbank Barclays hatte in einem aktuellen Ausblick auf europäische Softwarekonzerne und IT-Dienstleister seine Schätzungen für 2019 und 2020 zusammengestrichen.

Die Titel der SGL Group brachen nach der Vorlage des neuen Fünfjahresplans des Kohlefaserspezialisten um rund ein Fünftel auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2002 ein. Zuletzt wurden die Papiere 18,5 Prozent tiefer gehandelt und waren damit weit abgeschlagenes Schlusslicht im SDax . Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust nun bereits auf über 60 Prozent. Analysten monierten vor allem, dass SGL für das kommende Jahr nur ein stabiles operatives Ergebnis anpeilt.

Dagegen stiegen die Papiere von Vossloh zeitweise um 10 Prozent. Händler begründeten dies mit einem weiteren Großauftrag aus China für den Verkehrstechnikkonzern. Zuletzt notierten die Vossloh-Aktien noch 4,5 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex blieb unverändert bei 141,83 Punkten. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 163,25 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1364 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1354 Dollar festgesetzt./edh/fba

Von Eduard Holetic, dpa-AFX



Quelle: dpa


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