WDH/Aktien Frankfurt: Handelskonflikte sorgen für Zurückhaltung nach Rally

Donnerstag, 14.11.19 12:25
WDH/Aktien Frankfurt: Handelskonflikte sorgen für Zurückhaltung nach Rally
Bildquelle: Adobe Stock
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der imposanten Rally am Aktienmarkt in den vergangenen Wochen sind die Anleger am Donnerstag weiter vorsichtig geblieben. Ohne klare Fortschritte in den Handelsgesprächen und angesichts der Drohung von US-Präsident Trump die Strafzölle gegen China womöglich weiter anzuheben, werden Risiken eher gemieden.

Der Dax verlor gegen Mittag 0,25 Prozent auf 13 197,10 Punkte, nachdem er bereits am Vortag leicht nachgegeben hatte. Noch am Dienstag hatte der Leitindex bei 13 308 Punkten einen weiteren Höchststand seit Januar 2018 erreicht und ist seit dem Zwischentief Anfang Oktober inzwischen um mehr als zehn Prozent nach oben gesprintet. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Donnerstag um 0,14 Prozent abwärts auf 27 047,09 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,09 Prozent.

Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank sieht aktuell eine Mischung aus Unwägbarkeiten und kaum berechenbaren Risiken. Das sorge dafür, dass etliche Investoren vorerst am Spielfeldrand warten. So verwies er darauf, dass die deutsche Wirtschaft aus technischer Sicht knapp an einer Rezession vorbeigeschlittert ist und auch auf den fortdauernden Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften. "Der Dax dürfte vorerst in einer Handelsspanne zwischen 13 200 und 13 300 Punkten verharren, was auf Jahressicht aber eine durchaus hinnehmbare Entwicklung ist."

Im Fokus stehen im Zuge der Berichtssaison auch wieder zahlreiche Einzelwerte. Allein drei Dax-Konzerne legten Quartalszahlen vor und äußerten sich zu ihren Jahreszielen. Sowohl der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA als auch der Versorger RWE wurden etwas optimistischer, was das Jahr 2019 betrifft. Dennoch gaben beide Aktien nach. Das Merck-Papier sank um 1,6 Prozent, war allerdings auch zuletzt wieder stark gelaufen und hatte sich seinem 2017 erreichten Rekordhoch bei 115,20 Euro wieder angenähert. Die RWE-Aktie verlor zuletzt 2,1 Prozent. Aus Sicht von Goldman Sachs enttäuschte der erwartete Ergebnisbeitrag des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien. Immerhin befindet sich RWE im Wandel hin zu einem Ökostromerzeuger.

Die Vorzugsaktie des Konsumgüterherstellers Henkel büßte 2,2 Prozent ein. Die Konjunkturschwäche hatte im dritten Quartal belastet, weshalb das Unternehmen einen Gewinnrückgang meldete.

Als Schlusslicht im Dax war indes der Anteilsschein von Daimler mit minus 2,8 Prozent. Während des Kapitalmarkttages in New York äußerte sich der Finanzvorstand des Autokonzerns zu den Zielen 2020 bis 2022 für das operative Ergebnis, die wohl einige Investoren enttäuschten.

Unter den berichtenden Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe ragten zuletzt K+S und Adler Real Estate deutlich hervor. Ein unerwartet deutlich gesenktes Jahresgewinnziel schickte im MDax das Papier des Dünger- und Salzkonzerns mit minus 5,2 Prozent auf Talfahrt. Das Immobilienunternehmen Adler im SDax informierte über eine starke Geschäftsentwicklung und kündigte eine Neuausrichtung der Dividendenpolitik für 2020 an. Die Aktie sprang um knapp 6 Prozent hoch.

CTS Eventim büßten als MDax-Schlusslicht 7 Prozent ein. Gründer und Vorstandschef Klaus Schulenberg hatte die jüngste Rally der Aktie für einen Verkauf von Anteilen genutzt.

Mit Übernahmespekulationen rückte darüber hinaus die Qiagen-Aktie in den Blick, für die es um etwas mehr als 12 Prozent hoch ging. Der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific hat laut der Nachrichtenagentur Bloomberg angeblich Interesse, den Gendiagnostik- und Biotechkonzern zu übernehmen. Zudem hob die US-Bank JPMorgan ihre Anlageempfehlung für die Aktien um gleich zwei Stufen an und empfiehlt nun den Kauf./ck/jha/

Von Claudia Müller, dpa-AFX
 
(In der Überschrift wurde ein fehlender Buchstabe ergänzt.)


Quelle: dpa-AFX


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