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WOCHENAUSBLICK: Fed im Blick der Aktienmärkte - Störfeuer Ölpreis?

Montag, 16.09.19 05:50
WOCHENAUSBLICK: Fed im Blick der Aktienmärkte - Störfeuer Ölpreis?
Bildquelle: fotolia.com
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Geldpolitik sollte nach Expertenmeinung auch in der neuen Woche das richtungsweisende Thema an den Aktienbörsen bleiben. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die hoch gesteckten Erwartungen mit ihrem beschlossenen Maßnahmenpaket weitgehend erfüllt hat, stehen nun die Währungshüter aus den USA unter Zugzwang. Experten glauben, dass der Dax auf seinem Hoch seit Juli durchaus noch etwas Luft nach oben hat, auch wenn er seit Mitte August bereits eine Rally um 10 Prozent hinter sich hat.

Ein Störfeuer könnte jedoch vom Ölpreis kommen - Experten rechnen am Ölmarkt nach dem Drohnenangriff auf die größte Raffinerie im Opec-Riesen Saudi-Arabien mit einem turbulenten Start in die Handelswoche. Experten halten einen Sprung beim Ölpreis von 5 bis 10 US-Dollar für möglich, weil die Produktionskapazität in dem Königreich am Golf aktuell um rund die Hälfte eingeknickt ist. Öl gilt immer noch als Schmiermittel der Weltwirtschaft, abrupte Preisanstiege könnten der Konjunktur um den Erdball weiter zusetzen.

Aktienstrategen setzen immerhin auf weitere Unterstützung durch eine gelockerte Geldpolitik. "Erfüllt auch die Fed die Erwartungen und setzten sich die politischen Entspannungsanzeichen weiter fort, dürfte die kurzfristige Rally noch etwas weiter andauern", glaubt Commerzbank-Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz. Laut dem Marktexperten Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets machen noch lange tiefe Zinsen und die dem Markt zufließende Liquidität "die Aktie einmal mehr zum nahezu einzigen Ausweg aus der Realzinsfalle".

Charttechnisch hat der Dax zuletzt nach Einschätzung der Helaba mehrere Barrieren durchbrochen. "In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob der deutsche Leitindex noch über die Kraft verfügt, um auch den Widerstand bei 12 520 Zählern herauszunehmen", sagt Chartexperte Christian Schmidt von der hessisch-thüringischen Landesbank. Sein Kollege Andreas Büchler von Index-Radar sieht eine sehr hohe Korrekturwahrscheinlichkeit. "Anleger müssen allerdings vorerst kaum mehr fürchten als eine Pause mit Gewinnmitnahmen", schrieb der Experte.

Wenn die Fed am Mittwoch über ihren Leitzins entscheidet, rechnet die britische Bank HSBC wie der Markt mit einer Senkung um 25 Basispunkte. Das erklärte Ziel der Notenbanker sei damit, die Folgen einer globalen Wirtschaftsflaute und des China-Konflikts für die US-Wirtschaft zu mildern und eine schnellere Rückkehr zum 2-Prozent-Inflationsziel zu fördern. Ein weiterer Schritt könnte dann ihrer Meinung nach im Oktober folgen. Mit einem Doppelschritt schon jetzt rechnen eher wenige Marktteilnehmer.

All dies dürfte dem US-Präsidenten aber wohl nicht reichen. Donald Trump hatte jüngst erst in üblicher Twitter-Manier seine Forderungen nach einer Nullzinspolitik verstärkt. Etwas neidvoll hatte er dabei nach Europa geblickt: "Sie werden dafür bezahlt, Geld zu leihen, während wir Zinsen bezahlen", schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst.

Der Druck, die Zinsen weiter zu senken, könnte laut Commerzbank-Experten Schickentanz in der neuen Woche untermauert werden von diversen Stimmungsindikatoren, darunter der Empire State Index für September am Montag. Bei der US-Industrieproduktion für August am Dienstag erwartet die Landesbank BayernLB zwar moderates Wachstum, der Philadelphia Fed-Index am Donnerstag dürfte sich nach Meinung der Landesbank aber weiter eintrüben.

Über die Fed hinaus treffen am Donnerstag auch die Notenbanken aus der Schweiz, Japan und Großbritannien geldpolitische Entscheidungen. Das wichtigere britische Event sieht die BayernLB aber am Dienstag, wenn Premier Boris Johnson eine weitere Schlappe blühen könnte. Dann beschäftigt sich der Supreme Court mit der von ihm verordneten Parlamentspause.

Im Wochenverlauf könnte der Große Verfall an den Terminbörsen die Wogen erhöhen. Am Freitag laufen dabei zum dritten Mal in diesem Jahr Kontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. An diesen Tagen können die Kurse ohne wesentliche Nachrichten spürbar schwanken. Wegen der mitunter teils wilden Zuckungen wurde auch der Begriff "Hexensabbat" geprägt./tih/la/stk/men

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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