WWF-Studie: Ernährungsstil hat Einfluß auf biologische Vielfalt

Donnerstag, 12.05.22 08:19
WWF-Studie: Ernährungsstil hat Einfluß auf biologische Vielfalt
Bildquelle: Adobe Stock
BERLIN (dpa-AFX) - Die Ernährungsgewohnheiten der Menschen in Deutschland haben einen großen Einfluss auf die Vielfalt aller Lebewesen - und das nicht nur hierzulande, sondern auch in weit entfernten Regionen. Das geht aus einer neuen Studie der Umweltorganisation WWF hervor, die in der Nacht auf Donnerstag veröffentlicht wurde. Beim sogenannten Biodiversitäts-Fußabdruck, der in der Erhebung bestimmt wird, geht es darum, wie stark die Folgen unserer Ernährung Naturräume mit ihren Tieren und Pflanzen beeinträchtigen. Den mit Abstand größten Anteil an diesem Fußabdruck auf dem Land haben laut WWF mit 77 Prozent tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Wurst, Eier oder Käse. Nur 23 Prozent resultieren hingegen aus dem Verbrauch pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide oder Nüssen.

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Bei den tierischen Erzeugnissen ist es vor allem der große Flächenbedarf für Futtermittel, der negativ zu Buche schlägt. "Alles, was wir auf dem Teller liegen haben oder einkaufen, wird ja irgendwo produziert und braucht dementsprechend Fläche", sagte Tanja Dräger, Ernährungsexpertin beim WWF Deutschland, der dpa. Einerseits sei man abhängig von den Leistungen einer intakten Natur - andererseits gefährde man sie aber auch selbst. Daraus, so fasst die Studie zusammen, resultiert: Je höher der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in der Ernährung, desto kleiner der Biodiversitäts-Fußabdruck, der weltweit verursacht wird.

Der Studie zufolge könnte bei einer flexitarischen Ernährung, die einen begrenzten Konsum von tierischen Produkten umfasst, unser Biodiversitäts-Fußabdruck insgesamt um 18 Prozent verringert werden - bei konsequenter vegetarischer Ernährung um ganze 46 Prozent, bei einer veganen Ernährung um 49 Prozent. Von einem entsprechenden Umdenken beim Speiseplan würde demnach die Natur in Brasilien besonders stark profitieren.

Die biologische Vielfalt sehen Experten schon seit längerem im Abwärtstrend: So warnt der Weltbiodiversitätsrat (IPBES), dass etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten in wenigen Jahrzehnten aussterben könnten. Dem Expertengremium zufolge spielen unsere Ernährungssysteme hier eine wesentliche Rolle./jjk/DP/ngu



Quelle: dpa-AFX


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