Wave XXL-Optionsscheine auf Amazon.com: Sind Amazon und Jeff Bezos plötzlich Buhmänner? Optionsscheineanalyse

Donnerstag, 21.02.19 13:00
Wave XXL-Optionsscheine auf Amazon.com: Sind Amazon und Jeff Bezos plötzlich Buhmänner? Optionsscheineanalyse
Bildquelle: iStock by Getty Images
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS4WY35 / WKN DS4WY3) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS2RQ18 / WKN DS2RQ1) der Deutschen Bank auf die Aktie von Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866) vor.

Die Amazon-Aktie sei zuletzt kaum vom Fleck gekommen, nachdem das Papier jahrelang fast nur den Weg nach oben gekannt habe. Die jüngste Kursschwäche habe jedoch nicht unbedingt etwas mit mangelndem Geschäftserfolg zu tun.

Über ein Jahr lang habe Amazon in den USA nach einem Standort für ein "zweites Hauptquartier" neben dem Firmensitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington gesucht. Am Ende habe man sich für zwei Standorte entschieden, in Long Island City im New Yorker Stadtteil Queens und in Arlington im US-Bundesstaat Virginia in der Nähe der Hauptstadt Washington. Doch nun werde das New Yorker Projekt aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung und der lokalen Politik nicht realisiert. Vor Ort werde befürchtet, dass dem Unternehmen für die Ansiedlung zu große Steuergeschenke unterbreitet worden seien. Außerdem könnten die vielen hochbezahlten Fachkräfte aus dem Technologiebereich für einen Anstieg der Immobilienpreise sorgen, ähnlich wie es in einigen Gegenden an der US-Westküste der Fall sei.

Auch aus einem anderen Grund sei Amazon derzeit nicht nur an den Finanzmärkten ein Thema. Diskutiert werde neben der anstehenden Scheidung von Konzernchef und Gründer Chef Jeff Bezos, dem reichsten Menschen auf diesem Planeten, auch sein Streit mit dem US-Boulevardmagazin "National Enquirer". Wenn man sich den Kursverlauf der Amazon-Aktie in den vergangenen Tagen und Wochen anschaue, werde man das Gefühl nicht los, dass diese Nachrichten auch auf die Anlegerstimmung gedrückt hätten.

Besonders gut sei auch ein zu Jahresbeginn 2019 an Microsoft verlorener Auftrag der US-Regierung nicht angekommen. Das US-Verteidigungsministerium habe am 11. Januar gemeldet, dass ein rund 1,76 Mrd. US-Dollar schwerer Auftrag zur Lieferung von Dienstleistungen im Cloud-Bereich für das Pentagon, die Küstenwache und die Nachrichtendienste an Microsoft gegangen sei. Amazon sei dagegen leer ausgegangen.

Trotz dieses Rückschlags bleibe der Cloud-Bereich (Amazon Web Services, AWS) für Amazon ein wichtiger Wachstumstreiber. Zumal das Cloud-Geschäft sehr profitabel sei und dafür sorge, dass Amazon seit langer Zeit endlich auch auf der Ergebnisseite einige Erfolge einfahren könne. Laut Unternehmensangaben vom 31. Januar 2019 seien die AWS-Umsätze im Schlussquartal 2018 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf 7,4 Mrd. US-Dollar gewachsen. Das operative Ergebnis des Bereichs sei sogar um 61 Prozent auf 2,2 Mrd. US-Dollar verbessert worden.

Konzernweit hätten die Umsatzerlöse bei 72,4 Mrd. US-Dollar und damit 20 Prozent höher gelegen als im Vorjahr, während der operative Gewinn von 2,1 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 3,8 Mrd. US-Dollar verbessert worden sei. Für diese positive Entwicklung habe nicht nur AWS, sondern auch der Online-Handelsplatz gesorgt. Dieser sei zu Weihnachten auf Hochtouren gelaufen. Ein weiterer Grund, warum sich Amazon auf einem guten Weg befinde, obwohl das Unternehmen zuletzt mit ein wenig Gegenwind fertig habe werden müssen. Jahrelang sei Amazon dafür kritisiert worden, Milliarden zu investieren und dafür die Gewinne zu vernachlässigen. Inzwischen scheinen sich diese hohen Investitionen jedoch auszuzahlen, nicht nur im Cloud-Geschäft, so die Experten von X-markets by Deutsche Bank.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Amazon-Aktie erwarten würden, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liege derzeit bei 11,93. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 11,64; Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf fallende Kurse der Amazon-Aktie setzen. (Stand vom 18.02.2019) (21.02.2019/oc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: ac


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