Wave XXL-Optionsscheine auf Netflix: Der Streaming-Riese macht sehr vieles richtig - Optionsscheineanalyse

Freitag, 26.07.19 13:18
Wave XXL-Optionsscheine auf Netflix: Der Streaming-Riese macht sehr vieles richtig - Optionsscheineanalyse
Bildquelle: fotolia.com
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DC0WM52 / WKN DC0WM5) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS6CJX0 / WKN DS6CJX) der Deutschen Bank auf die Aktie von Netflix (ISIN US64110L1061 / WKN 552484) vor.

Der US-Streaming-Dienst Netflix sei nach der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal 2019 an der Börse unter die Räder geraten. Zweistellige Kursverluste hätten die Marktkapitalisierung innerhalb kürzester Zeit um annähernd 15 Mrd. US-Dollar sinken lassen. Dennoch mache Netflix auch sehr vieles richtig, sodass der Kursrutsch übertrieben gewesen sein könnte.

Wie Netflix am 17. Juli 2019 erklärt habe, sei der Umsatz des Konzerns im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 4,92 Mrd. US-Dollar gestiegen. Das operative Ergebnis habe sich sogar um 53 Prozent auf 706 Mio. US-Dollar verbessert. Dennoch sei das Nettoergebnis von 384 Mio. US-Dollar bzw. 85 Cents je Aktie im zweiten Quartal 2018 auf nun 271 Mio. US-Dollar bzw. 60 Cents je Aktie gesunken. Die Erwartungen der Analysten hätten im Vorfeld laut Refinitiv-Konsens Umsatzerlöse von 4,93 Mrd. US-Dollar und ein EPS von 64 Cents vorgesehen.

Noch mehr als die Finanzkennzahlen habe Netflix jedoch mit seinen Nutzerzahlen enttäuscht. Insgesamt habe Netflix im vergangenen Quartal weltweit nur 2,7 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen, während zuvor 5,05 Millionen in Aussicht gestellt worden seien. In den USA seien die Nutzerzahlen sogar um 130.000 Kunden gesunken. Die Begründung für diese Entwicklung sei aus Marktsicht schnell gefunden gewesen: Zahlreiche Beitragserhöhungen in verschiedenen Ländern, darunter der Heimatmarkt USA, hätten im zweiten Quartal geführt, dass Neukunden abgeschreckt worden seien.

Dennoch könne Netflix aber nach wie vor seine bestehenden Nutzer überzeugen. Bestes Beispiel hierfür seien die jüngsten Zuschauerrekorde. Am 14. Juni 2019 sei mit der Komödie "Murder Mystery" eine sehr erfolgreiche Eigenproduktion online gegangen, die allein in den ersten drei Tagen von 31 Millionen Haushalten gesehen worden sei. Der Film mit den Hollywood-Stars Jennifer Aniston und Adam Sandler habe damit das bis dahin beste Eröffnungswochenende des Streamingsdienstes gefeiert.

Noch besser gelaufen sei es bei der Sciene-Fiction-Serie "Stranger Things". In den ersten vier Tagen nach dem Erscheinen am 4. Juli 2019 hätten knapp 41 Millionen Haushalte mindestens eine Episode der Serie gesehen. 18,2 Millionen Haushalte hätten in diesem Zeitraum sogar die gesamte Staffel geschaut, wie Netflix erklärt habe. Damit werde deutlich: Die Eigenproduktionen von Netflix seien für das Publikum hochattraktiv. Solche Erfolge könnten schnell dazu führen, dass sich auch wieder neue Nutzer vom Angebot von Netflix überzeugen lassen würden.

Innovationen gebe es bei Netflix darüber hinaus ebenfalls. So solle es künftig auch Tarife geben, die ausschließlich mobile Nutzung erlauben würden. In Indien wolle Netflix ab dem Sommer einen Mobile-only-Tarif anbieten und damit die asiatische Konkurrenz attackieren. Details zum neuen Angebot habe Netflix bislang nicht genannt. Ein Test mit Mobile-only-Tarifen in Malaysia sei Ende 2018 erfolgreich zu Ende gegangen.

Dass solche Erfolge wie jüngst die Zuschauerrekorde bei "Murder Mystery" oder "Stranger Things" oder neue Angebote wie in Indien zu neuen Abonnentenzahlen führen würden, liege künftig in der Hand von Jackie Lee-Joe, dem neuen Chief Marketing Officer von Netflix. Die frühere Managerin der BBC-Tochter BBC Studios werde ab September bei Netflix das Marketing verantworten.

Angesichts dieser Erfolgsmeldungen könnte es zu früh sein, die Netflix-Aktie abzuschreiben. Das Unternehmen, das vor rund zwanzig Jahren mit dem Versand von Leih-DVDs begonnen habe, sei in dieser Zeit sehr weit gekommen und habe inzwischen die gesamte Film- und Fernsehlandschaft umgekrempelt. Die jüngsten Preiserhöhungen dürften nur mehr ein Zwischenschritt zu mehr Profitabilität sein. Deutlich werde dies an der Prognose des Unternehmens für das dritte Quartal. Netflix stelle Zugewinne beim Umsatz auf 5,25 Mrd. US-Dollar bzw. beim Nettoergebnis auf 470 Mio. US-Dollar in Aussicht.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Netflix-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,09, die Barriere bei 231,75 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,82, Barriere bei 387,35 US-Dollar) auf fallende Kurse der Netflix-Aktie setzen. (Stand vom 25.07.2019) (26.07.2019/oc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: ac


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