Wave XXL-Optionsscheine auf Volkswagen: Volles Risiko? Optionsscheineanalyse

Donnerstag, 19.09.19 11:00
Wave XXL-Optionsscheine auf Volkswagen: Volles Risiko? Optionsscheineanalyse
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Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS9FCE2 / WKN DS9FCE) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000XM4HEC1 / WKN XM4HEC) der Deutschen Bank auf die Volkswagen-Vorzugsaktie (ISIN DE0007664039 / WKN 766403) vor.

Volkswagen setze voll auf die Elektromobilität. Es bleibe abzuwarten, ob dies zu diesem Zeitpunkt die richtige Strategie sei.

Während Klimaaktivisten im Zuge der diesjährigen Automesse IAA in Frankfurt (12. bis 22. September) ihren Unmut über die Autoindustrie kundgetan hätten, hätten die Hersteller in den Messehallen die Nachricht verbreiten wollen, dass sie die Botschaft verstanden hätten. In den vergangenen Monaten hätten sich die Automobilkonzerne mit der Ankündigung neuer vollelektrisch fahrender Modelle regelrecht überboten. Allerdings seien nur wenige dieser Modelle bereits auf der IAA 2019 zu bewundern gewesen.

Volkswagen habe zum Beispiel mit dem vollelektrischen ID.3 zeigen wollen, dass es den Wolfsburgern in Sachen Elektromobilität ernst sei. Das Fahrzeug sei in drei Batteriegrößen (45 kWh, 58 kWh oder 77 kWh) zu haben. Die Reichweite liege je nach Ausstattung bei 330, 420 oder 550 km. Es sei in der Basisversion ab knapp 30.000 Euro verfügbar, sodass es für den Massenmarkt geeignet sei. Neben dem ID.3 habe VW auch den neuen e-up nach Frankfurt gebracht.

Möglicherweise lege VW in Sachen Elektromobilität deshalb ein hohes Tempo vor, weil VW die Dieselaffäre ins Rollen gebracht habe. Diese verfolge den Konzern immer noch. Allerdings würden kleine Erfolge wie der jüngste Vergleich in Australien für die Aussicht auf eine baldige Lösung der juristischen Schwierigkeiten sorgen. In diesem Fall habe die australische Kanzlei Maurice Blackburn am 16. September gemeldet, dass sich VW bereiterklärt habe, umgerechnet 79 Mio. Euro an geschädigte Besitzer von Dieselautos in Australien zu zahlen.

Während Volkswagen die Dieselaffäre weiter aufarbeite und kräftig in die Entwicklung neuer elektrisch angetriebener Automodelle investiere, müsse die Automobilindustrie mit neuen Herausforderungen fertig werden. Die schwächere Konjunktur sei an der Branche nicht spurlos vorbeigegangen. Laut Konzernangaben vom 13. September habe VW im August einen Rückgang bei den weltweiten Auslieferungen um 3,1 Prozent auf 848.600 Fahrzeuge verbuchen müssen. Da sich der Gesamtmarkt jedoch noch schwächer präsentiert habe, habe der DAX-Konzern seinen Marktanteil leicht ausbauen können.

Darüber hinaus wolle Volkswagen die Auslieferungen an Kunden im Gesamtjahr 2019 trotz der herausfordernden Marktbedingungen leicht steigern. Die Umsatzerlöse sollten im Vorjahresvergleich laut Unternehmensprognose um bis zu 5 Prozent zulegen. Langfristig könnte VW zu den großen Gewinnern der Umwälzungen in der Autobranche gehören. Schließlich würden die Wolfsburger die Elektromobilität so konsequent vorantreiben wie kaum ein anderer Autohersteller. Bis 2025 wolle der Konzern bis zu 3 Millionen reine Elektroautos pro Jahr bauen und verkaufen. Bis dahin sollten mehr als 80 neue, elektrifizierte Konzernmodelle auf den Markt kommen, darunter 50 reine Elektrofahrzeuge.

Es stelle sich jedoch die Frage, ob diese Strategie zum Erfolg führe und vor allem, ob Anleger die nötige Geduld mitbringen würden. Volkswagen wolle bis Ende 2022 mehr als 34 Mrd. Euro in die Zukunftsfelder Elektromobilität, autonomes Fahren, digitale Vernetzung und neue Mobilitätsdienste stecken. Die hohen Investitionen dürften die Ergebnisse in den kommenden Jahren belasten, während alles andere als gewährleistet scheine, dass sich diese auch bezahlt machen würden.

Spekulative Anleger, die von steigenden Kursen der Volkswagen-Aktie ausgehen würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 4,03, die Barriere bei 122,70 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,72, Barriere bei 187,90 Euro) auf fallende Notierungen von Volkswagen setzen. (Stand vom 17.09.2019) (19.09.2019/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: Aktiencheck


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Datum :
19.10.19
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