dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.06.2021 - 17.00 Uhr

Donnerstag, 10.06.21 17:05
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ROUNDUP 2: EZB-Politik der 'ruhigen Hand' - Geldschleusen bleiben weit geöffnet

FRANKFURT - Die Corona-Zahlen sinken, das wirtschaftliche Leben normalisiert sich, die Inflation zieht an. Dennoch geben Europas Währungshüter weiterhin Vollgas. "Jede Diskussion über einen Ausstieg aus dem Notkaufprogramm PEPP wäre verfrüht", betonte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Donnerstag in Frankfurt. Die Notenbank ändert nicht ein Jota an ihren milliardenschweren Anleihenkäufen, die die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abmildern sollen. Auch das Zinstief im Euroraum hält an.

RKI-Chef Wieler: 'Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance'

BERLIN - Das Robert Koch-Institut (RKI) hat trotz "erfreulichen Entwicklungen" beim Rückgang der Corona-Zahlen auf weiter bestehende Risiken hingewiesen. "Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance - die sollten wir ihm nicht geben", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das zeige sich etwa in Pflegeeinrichtungen, wo es trotz hoher Impfquote auch weiter ungeimpfte Menschen gebe und es auch zu Ausbrüchen komme. Die Pandemie sei nicht vorbei. Die Fallzahlen seien momentan zehn Mal so hoch wie vor einem Jahr. Viele hätten sich in der Pandemie an hohe Krankheits- und Todeszahlen gewöhnt. Nicht vergessen werde dürfe, dass hinter all den Fällen einzelne Menschen stünden.

ROUNDUP: US-Inflationsrate erreicht 5-Prozent-Marke - Höchste Rate seit 2008

WASHINGTON - In den USA hat die Inflation im Mai erneut überraschend stark angezogen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Lebenshaltungskosten um 5,0 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist die höchste Rate seit August 2008.

Handelsstreit: USA senden vor Gipfel mit EU ernüchternde Signale

BRÜSSEL - Die USA wollen sich nach Angaben aus EU-Kreisen nicht auf eine Frist für die Aufhebung ihrer umstrittenen Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verpflichten. Der Vorschlag der EU, beim EU-USA-Gipfel am kommenden Dienstag ein Ende der Zölle und europäischen Vergeltungsmaßnahmen bis Ende des Jahres zu verkünden, sei nicht auf Zustimmung gestoßen, sagten Diplomaten an Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken erneut

WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt erholt sich weiter von dem schweren Corona-Einbruch. In der vergangenen Woche gingen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, ein Kurzfristindikator für den Jobmarkt, einmal mehr zurück. Mit 376 000 Anträgen wurde das tiefste Niveau seit Beginn der Corona-Krise markiert. Im Wochenvergleich ging die Zahl um 9000 zurück, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten waren etwas optimistischer gewesen und hatten im Schnitt mit nur 370 000 neuen Anträgen gerechnet.

ROUNDUP 2: Corona-Inzidenz unter 20 - RKI-Chef: Virus keine Chance geben

BERLIN - Erstmals seit acht Monaten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland unter die Marke von 20 gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an - zuletzt war ein so niedriger Wert Anfang Oktober verzeichnet worden. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei gut 34 gelegen. Insgesamt meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen. Die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages bezifferte die Behörde auf 94.

China verabschiedet Gesetz zur Abwehr ausländischer Sanktionen

PEKING - China will sich stärker gegen westliche Strafmaßnahmen zur Wehr setzen. Wie der Staatssender CCTV berichtete, verabschiedete der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses am Donnerstag das sogenannte Gesetz zur Abwehr ausländischer Sanktionen.

Italiens Industrie weitet Produktion deutlich aus

ROM - Die italienische Industrie hat ihre Produktion am April deutlich ausgeweitet. Gegenüber März stieg die Gesamtherstellung um 1,8 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Analysten hatten einen wesentlich geringeren Zuwachs von im Schnitt 0,3 Prozent erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat schnellte die Produktion um 79,5 Prozent nach oben. Grund ist vor allem der scharfe Produktionseinbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020.

Frankreichs Industrie produziert weniger

PARIS - Die französische Industrie hat ihre Produktion im April etwas zurückgefahren. Gegenüber März fiel die Gesamtherstellung um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Analysten lagen überwiegend daneben, sie hatten im Schnitt einen Zuwachs um 0,6 Prozent erwartet. Die Güterproduktion im verarbeitenden Gewerbe fiel um 0,3 Prozent.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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Quelle: dpa-AFX


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