AKTIEN IM FOKUS 3: Deutsche Banken stark - Fusionsgespräche treiben auch DWS

Montag, 18.03.19 15:11
AKTIEN IM FOKUS 3: Deutsche Banken stark - Fusionsgespräche treiben auch DWS
Bildquelle: Unternehmensbild: Deutsche Bank
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger im deutschen Bankensektor schwelgen am Montag in Fusionseuphorie. Den Aktien der großen Frankfurter Finanzhäuser gab es kräftigen Rückenwind, dass die lange spekulierten Fusionsgespräche am Wochenende offiziell geworden sind - wenn auch ergebnisoffen. Im Dax nahmen die Aktien der Deutschen Bank mit einem Satz nach oben um 4,2 Prozent die Spitze ein. Im MDax wurde dies von jenen der Commerzbank mit einem Kurssprung um 6,7 Prozent aber noch übertrumpft. Mit über 7,60 Euro erreichten sie ein Hoch seit Anfang Dezember.

Laut Analyst Christian Koch von der DZ Bank reagieren beide Seiten mit dem Schritt auf den Druck seitens der Politik, die einen nationalen Champion im Bankensektor schmieden wolle. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, werben seit Monaten für starke deutsche Banken. Gerade die Commerzbank kann aber größenmäßig im europäischen Vergleich nicht mithalten. Gemeinsam könnten es beide Institute hinsichtlich der Bilanzsumme mit Größen wie etwa der französischen BNP Paribas aufnehmen.

Im Erfolgsfalle äußerten einige Analysten eine gewisse Präferenz für die Commerzbank-Titel. Laut dem DZ-Experten Koch wäre es im Falle einer tatsächlichen Fusion das wahrscheinlichste Szenario, dass die Commerzbank-Aktionäre neue Aktien der Deutschen Bank mit einer Prämie kleiner 10 Prozent erhalten.

Entsprechend rechnet auch der bekannte Banken-Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan im Erfolgsfall mit einem Bewertungsaufschlag für die Commerzbank-Papiere, bei denen er Lob für das Verhältnis von Chancen und Risiken übrig hat. Er sieht in dem zweitgrößten deutschen Institut zwar auch ein interessantes Objekt für ausländische Institute, um in den großen deutschen Markt einzusteigen. Eine inländische Lösung sei derzeit aber wahrscheinlicher als eine über Grenzen hinweg.

Viele Experten warnen derweil aber vor zuviel Optimismus. Angesichts zurückhaltender Äußerungen beider Institute betonte Michael Seufert von der NordLB, dass sich Hoffnung auf einen großen Wurf sicherlich anders anhöre. "Aus unserer Sicht löst eine Fusion der beiden deutschen Großbanken kein einziges ihrer Probleme", gab sich der Experte am Montag kritisch. Er hält es für möglich, dass der Markt zunächst die Chancen einer Fusion überbewerten und die Risiken vernachlässigen wird - und sieht daher in steigenden Kursen bei den Commerzbank-Titeln eine gute Ausstiegsgelegenheit.

Auch nach Ansicht von DZ-Bank-Analyst Koch überwiegt nach derzeitigem Stand die Wahrscheinlichkeit, dass beide Banken am Ende auf eine Fusion verzichten und die Spekulationen zu einem Ende kommen werden. Unter anderem sprächen Umsetzungrisiken, Synergiepotenziale und drohende Kapitalanforderungen gegen eine Fusion, die nur unter optimistischen Annahmen für die Aktionäre wertschaffend erscheine.

Zum Treiber wurden die jüngsten Berichte am Montag derweil auch bei der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS , deren Aktien zeitweise um 15 Prozent auf den Stand von Mai 2018 nach oben schossen, sich dann aber bei 7 Prozent Plus einpendelten.

Für eine mögliche Fusion könnte die Deutsche Bank laut Insidern Finanzmittel frei machen, indem sie sich von der DWS trennt. Investmentbanker diskutierten dabei auch die Allianz als potenziellen Käufer, hieß es von Händlern. Aktien des Versicherers lagen im schwächeren Dax mit einem halben Prozent im Minus. Sprecher der Unternehmen wollten all dies nicht kommentieren./ag/mis/tih/jsl/nas



Quelle: dpa


Hier geht's zur Aktien-Startseite

News und Analysen

Diese 20 Aktien schütten seit über 100 Jahren Dividende aus

In Zeiten von Mini- oder sogar Strafzinsen sind Dividenden-Aktien auch im Jahr 2019 beliebt wie selten zuvor. Viele Anleger haben Dividenden längst als die „neuen Zinsen“ entdeckt. ...weiterlesen

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 280

Titel aus dieser Meldung

Datum :
24.04.19
211,20 EUR
-1,45 %
Datum :
24.04.19
7,57 EUR
-1,21 %
Datum :
24.04.19
7,79 EUR
-1,42 %
Datum :
24.04.19
32,74 EUR
1,68 %
© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr