Aktien Frankfurt: Anleger nutzen Erholung für Verkäufe

Mittwoch, 25.03.20 12:33
Börse
Bildquelle: iStock by Getty Images
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Sprung über die 10 000 Punkte im Dax währte am Mittwoch nur kurz. In der Spitze hatte der deutsche Leitindex bis auf gut 10 137 Punkte zugelegt und damit seinen starken Kurszuwachs vom Vortag ausgebaut. Nach langen Verhandlungen hatten sich das Weiße Haus und die Demokraten in Washington auf ein Konjunkturpaket geeinigt, das hatte die Kurse weiter angetrieben. Dann aber nutzten Anleger das wieder höhere Niveau für Verkäufe. Gegen Mittag sank der Dax um 2,35 Prozent auf 9472,59 Punkte.

"Befeuert und beschleunigt werden die Kursbewegungen durch algorithmische Handelsprogramme, die kurzfristige Trends zusätzlich verstärken", erläuterte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Dadurch resultierten weiter starke Schwankungen am Aktienmarkt. Ein weiterer großer Abverkauf könnte noch bevorstehen.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 0,49 Prozent auf 20 083,36 Zähler ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,5 Prozent.

Eon kletterten nach Zahlenvorlage um gut 5 Prozent nach oben und waren damit der stärkste Wert im Dax. Ein Händler sprach von einem soliden Bericht und Ausblick des Versorgers und zuversichtlich stimmenden Aussagen zur Dividende.

Lufthansa waren mit minus 5 Prozent am Dax-Ende. Die US-Bank Citigroup strich ihr Kursziel von 10 auf 0,50 Euro fast komplett zusammen. Bei den meisten europäischen Airlines seien staatliche Interventionen angesichts der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Luftfahrt-Krise kaum zu vermeiden, schrieb Analyst Mark Manduca. Lufthansa brauche trotz ambitionierter Senkung der Fixkosten wohl eine Kapitalspritze entsprechend der Marktkapitalisierung.

Die Anteile des Sportartikelherstellers Adidas reagierten mit einem Plus von um die 3 Prozent auf die jüngsten Zahlen von Nike . Der US-Wettbewerber hatte im vergangenen Geschäftsquartal trotz erster Belastungen durch die Corona-Krise deutlich mehr Umsatz gemacht.

Thyssenkrupp streicht im Stahlgeschäft 3000 Stellen. Der Konzern gehe endlich die Probleme an, hieß es aus dem Markt. Die Papiere zündeten nach ihrem Vortagessprung von plus 26 Prozent ein weiteres Kursfeuerwerk mit zunächst über 20 Prozent, zuletzt waren es nur noch plus 1 Prozent.

Sixt bekräftigte seine jüngste Prognose. Mit Einsparungen und verkleinerter Flotte will der Autovermieter die Corona-Folgen eindämmen. Sixt gewannen 16 Prozent. Die Anteile des auf Tierbedarf spezialisierten Onlinehändlers Zooplus brachen indes nach Zahlenvorlage und einer vorsichtigen Prognose um 21 Prozent ein./ajx/jha/

Von Achim Jüngling, dpa-AFX



Quelle: dpa-AFX


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