Aktien Frankfurt: Bayer-Kurssturz belastet Dax

Mittwoch, 20.03.19 12:19
Aktien Frankfurt: Bayer-Kurssturz belastet Dax
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Kurseinbruch der schwer gewichteten Bayer-Aktien haben den Dax am Mittwoch mit nach unten gezogen. Gegen Mittag weitete der deutsche Leitindex seine Verluste aus dem frühen Handel aus und notierte 1,18 Prozent schwächer bei 11 648,96 Punkten.

Noch am Vortag hatte er mit 11 823 Punkten einen weiteren Höchststand seit vergangenen Oktober erreicht hatte. Neben negativen Nachrichten von Unternehmen sorgte zur Wochenmitte auch ein Medienbericht über mangelnde Fortschritte bei den US-chinesischen Handelsgesprächen für zusätzliche Ernüchterung am Markt.

Bayer musste in einem Teilprozess um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup in den USA eine herbe Schlappe hinnehmen. Die Aktien sackten um mehr als 12 Prozent ab. Der Prozess geht nun mit der selben Jury in eine zweite Phase, in der Haftungsfragen geklärt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer den Prozess verliere, sei nun gestiegen, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Zugenommen habe auch die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer für aktivistische Investoren ein Übernahmeziel werde.

"Das Urteil ist ein schwerer Schlag für Bayer", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Sorgen vor einer Niederlage auch in der zweiten Phase des Prozesses verbunden mit hohen Schadenersatzzahlungen dürften angesichts der hohen Gewichtung der Bayer-Anteile im Dax auch den Gesamtmarkt in den kommenden Tagen belasten, glaubt er.

Umso mehr dürften die Anleger darauf hoffen, dass die US-Notenbank Fed bei ihrem am Abend mitteleuropäischer Zeit anstehenden Zinsentscheid "taubenhafte" Töne anschlagen wird. Damit ist gemeint, dass die Zeichen weiterhin eher auf geldpolitischer Lockerung denn auf Straffung stehen. Dem Aktienmarkt kommt dies für gewöhnlich zugute.

Mit einem Zinsschritt der Fed rechnet niemand. Die Märkte schauen aber auf die Projektionen der Zentralbanker. Zuletzt wurden diese im Dezember vorgelegt. Die Notenbank hatte damals bis Ende 2020 noch drei weitere Zinsanhebungen signalisiert. Die Experten der Dekabank erwarten, dass diese Prognose auf ein bis zwei Zinsschritte gesenkt wird.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte zuletzt 0,52 Prozent auf 25 263,58 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 sank um 0,56 Prozent.

Im Dax gerieten neben Bayer auch die BMW-Aktien nach einem trüben Ausblick unter Druck. Der Autobauer geht auch im laufenden Jahr von einem schwachen Kerngeschäft aus und will Milliarden sparen. Die Aktien verloren mehr als 4 Prozent.

Ein Beleg dafür, dass es im Welthandel nicht mehr rund läuft, lieferte nun auch der US-Paketdienstleister Fedex . Der Konzern rechnet mit einem globalen Konjunkturabschwung und strich seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach einem enttäuschenden Winterquartal weiter zusammen. Im Dax litten darunter die Anteile der Deutschen Post mit einem Abschlag von 0,4 Prozent. Eine Hochstufung durch die Investmentbank HSBC auf "Buy" verhinderte womöglich höhere Kursverluste.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn im laufenden Jahr noch etwas höher hinaus. Der Überschuss soll 2019 laut Konzern etwa 2,5 Milliarden Euro erreichen. Die Papiere verloren am Mittwoch zuletzt 1,7 Prozent. Analysten sagten, die Munich-Re-Prognosen lägen unter den Markterwartungen.

Einiges los ist zur Wochenmitte auch in den Reihen hinter dem Dax. Eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs ließ die zuletzt deutlich erholten Aktien des Flughafenbetreibers Fraport im MDax um mehr als 7 Prozent absacken. Zudem quittierten die Anleger des Autozulieferers Norma Group dessen Zurückhaltung für 2019 mit einem Abschlag von mehr als 5 Prozent. Ähnlich verhielt es sich bei Fuchs Petrolub mit minus 6,4 Prozent. Der Schmierstoffhersteller stellt sich für das laufende Jahr auf ein schwächeres Umsatzwachstum ein.

Dass Zooplus die Umsatzziele für 2020 verschieben muss, sorgte ebenfalls für Unmut. Im SDax waren die Papiere des Internetnethändlers für Tierbedarf mit einem Minus von mehr als 9 Prozent der größte Verlierer./ajx/mis

Von Achim Jüngling, dpa-AFX



Quelle: dpa


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