Aufsteigendes Dreieck

aufsteigendes Dreieck

Neben der Fundamentalanalyse gehört die Charttechnik als Teilbereich der technischen Analyse längst zu den wichtigsten Hilfsmitteln bei der Aktienbewertung. Sie versucht, durch den Vergleich aktueller Kursbewegungen eines ausgewählten Basiswertes wie z.B. des Dax mit bekannten Formationen der Vergangenheit bestimmte Muster (englisch: Pattern) zu erkennen und daraus den vorherrschenden Trend zu bestimmen. Dabei wird in der Formationenlehre grundsätzlich zwischen Trendbestätigungs- bzw. Trendfortsetzungs- und Trendumkehr-Formationen unterschieden. Während Letztere das Ende eines bestehenden Trends einleiten, signalisieren Trendbestätigungs-Formationen, zu denen u.a. auch das aufsteigende und das absteigende Dreieck gehören, eine Fortsetzung der Kursentwicklung nach einer Konsolidierungsphase in Richtung des vorangegangenen Trends. Ist eine Formation dabei besonders ausgeprägt und geht ihre Bildung nach anfänglich eher rückläufigem Handelsvolumen mit hohen Umsätzen gerade in die erwartete Ausbruchsrichtung einher, wird in der Regel von einem nachhaltigen Folgetrend ausgegangen.

Woran lässt sich ein aufsteigendes Dreieck erkennen?

Ein aufsteigendes Dreieck ist dadurch gekennzeichnet, dass der zugrundeliegende Kurs auf und ab schwankt, eine Zeitlang aber kein neues Hoch mehr ausbildet. Dabei erfolgt ein Abverkauf mehrmals in Folge an der bisherigen Höchstmarke bei gleichzeitig steigenden Tiefpunkten. Das bedeutet: Der Kurs geht zwar immer wieder zurück, aber nicht mehr ganz so weit wie beim vorangegangenen Mal. Da die meisten Ausbrüche (etwa zwei Drittel) nach oben erfolgen und damit zu einem Kaufsignal führen, wird das aufsteigende Dreieck auch als Aufwärtsdreieck bezeichnet. Es wird begrenzt durch eine horizontale obere Widerstandslinie und eine steigende untere Trendlinie, die die vorangehenden zunehmend kleineren Korrekturtiefs miteinander verbindet. Damit überhaupt von einer Dreiecks-Formation gesprochen werden kann, sollte es zu mindestens vier aufeinanderfolgenden Umkehrpunkten kommen. In der Praxis wechselt der Kursverlauf bei der Dreiecksbildung aber meist fünf- bis sechsmal die Richtung.

Woran lässt sich ein aufsteigendes Dreieck erkennen?

Wann erfolgt ein Ausbruch aus einem aufsteigenden Dreieck?

Bei einem aufsteigenden Dreieck entsteht immer dann ein Kaufsignal, wenn die obere Begrenzungslinie überschritten wird, wobei ein Ausbruch als besonders zuverlässig gilt, wenn er von der Basis des Dreiecks aus gesehen bis zur Spitze in einem Bereich zwischen etwa 60 und 65 Prozent erfolgt. Das zu erwartende Mindestkursziel nach einer Ausbruchsbewegung ergibt sich automatisch aus der nach oben über die horizontale Begrenzungslinie gespiegelten Höhe des Dreiecks an der Basis. Auch wenn es nach einem Ausbruch statistisch gesehen in etwas mehr als der Hälfte aller Fälle zunächst wieder zu einer Rückkehrbewegung an den Ausbruchspunkt kommt, ist das aufsteigende Dreieck eine aussagekräftige und daher sehr beliebte Chart-Formation. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Mindestkursziel bei einem validen Ausbruch auf Schlusskursbasis erreicht wird, mit etwa 89 Prozent auch relativ hoch. In jedem Fall empfiehlt sich für den Anleger, einen nachhaltigen Ausbruch aus dem steigenden Dreieck abzuwarten, bevor eine Positionierung in Ausbruchsrichtung erfolgt. Demgegenüber kann sich eine Glattstellung einer bereits bestehenden Position als sinnvoll erweisen, wenn es zu einer Verletzung der steigenden unteren Begrenzungslinie kommt.

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