Börsenpsychologie, die Dividendeninvestoren kennen sollten

Investitionen in Dividendenaktien sind eine beliebte Strategie, um passives Einkommen zu generieren. Völlig zurecht, denn Zeit ist unbezahlbar, und durch ausschüttende Werte können mit geringem zeitlichem Aufwand regelmäßige Einnahmen erzielt werden. Psychologische Fallstricke und Denkfehler können jedoch den Erfolg dieser Anlagestrategie beeinträchtigen.

Obwohl Anleger meist glauben, Entscheidungen rational zu fällen, sind sie doch häufiger von mentalen Abkürzungen beeinflusst, als ihnen lieb ist. Gerne neigen Anleger dazu, ihr Verhalten im Nachhinein zu rationalisieren, ohne dass es in den meisten Fällen auffällt. Daher ist wichtig zu wissen, was Entscheidungen gerade bei einem solch wichtigem Thema wie der Geldanlage beeinflussen kann. Nach dem Motto „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“ im Folgenden einige der Fallen, in die Dividendeninvestoren tappen können:

Kurzsichtigkeit beim Investieren – der Recency Bias

Der Recency Bias führt dazu, dass jüngste Ereignisse oder Informationen überbewertet werden, während länger zurückliegende Daten und allgemein das große Ganze in Vergessenheit geraten. Wer diese Zeilen gerade im Urlaub am Meer liest, kann gerne folgendes Experiment wagen, um seine Resilienz bezüglich des Recency Bias zu überprüfen. Einfach einen „Haifilm“ ansehen und morgen testen, ob man noch genauso unbefangen ins Wasser geht wie heute. Wer jetzt bereits bei dem Gedanken daran zusammenzuckt, sollte künftig darauf achten, wie viel Bedeutung er oder sie jüngsten Entwicklungen an der Börse beimisst und wie viel Einfluss dies auf eine Entscheidung für oder gegen eine Aktie hat.

Ein hilfreiches Gegenmittel besteht darin, sich bewusst zu machen, dass Aktionäre Anteilseigner eines Unternehmens sind. Bei einer Beteiligung an einer nicht börsennotierten Firma bestünde wahrscheinlich kein Interesse daran, ständig über jede kurzfristige Marktbewegung informiert zu werden. Stattdessen würde der Fokus auf langfristigen Daten liegen. Eine erfolgreiche Dividendenstrategie erfordert ebenfalls, das große Ganze im Blick zu behalten.

Gewinner zu früh verkaufen und Verluste nicht realisieren wollen – der Dispositionseffekt

Der Dispositionseffekt beschreibt die Neigung von Anlegern, erfolgreiche Investitionen schnell zu verkaufen, um Gewinne zu sichern, auch wenn eine langfristige Wertsteigerung wahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite dauert es bei sinkenden Kursen häufig sehr lange, bis Anleger sich überwinden können, die Buchverluste zu realisieren. Dieses Phänomen wurde erstmalig 1985 in einer Studie untersucht, und zahlreiche weitere nachfolgende Untersuchungen bestätigten den Effekt, übrigens auch bei institutionellen Investoren.

Zur Gegensteuerung hilft es ebenfalls, die Langfristbrille aufzusetzen. Um noch einmal auf den Vergleich zu einer Beteiligung an einer privaten Firma zurückzukommen: Wohl keiner würde in diesem Fall Anteile an einem brummenden Geschäft verkaufen, um „Gewinne mitzunehmen“. Es würden außerdem wohl die wenigsten langfristig an einer im besten Fall vor sich hin dümpelnden Unternehmung festhalten. Als Dividendeninvestor kann man langfristig nur ein vernünftiges passives Einkommen aufbauen, wenn man bei den Gewinnern dabeibleibt und die Verlierer gehen lässt.

Wenn die Gier siegt – die Dividendenfalle

Nachdem die beiden vorangegangenen Fallstricke eher der Angst geschuldet sind, gehört der nächste Fehler zur Kategorie „Gier“. Hand aufs Herz: Wer hat schon einmal eine Aktie gekauft, nur weil die Dividendenrendite bestechend hoch war? Die Formel zur Berechnung besteht jedoch aus zwei Komponenten: Gewinnbeteiligung und aktueller Kurs. Mehr Dividendenrendite kann es also aus zwei Gründen geben – die Ausschüttung steigt oder die Bewertung sinkt. Fällt der Kurs einer Aktie dauerhaft, hat das Unternehmen fundamentale Schwächen, was letztlich zu Dividendenausfällen führen kann. Und es in der Praxis auch häufig tut.

Ein Blick auf die historische Dividendenpolitik eines Unternehmens kann Hinweise darauf geben, wie verlässlich die Zahlungen in der Vergangenheit waren. Firmen, die eine stabile oder wachsende Dividendenhistorie aufweisen, sind tendenziell zuverlässiger als solche, die ihre Dividenden häufig kürzen oder aussetzen. Hohe Dividendenrenditen sind immer nur dann für Aktionäre attraktiv, wenn die Unternehmen auch künftig ihre Ausschüttungen mindestens stabil halten, im besten Fall jedoch steigern.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – Börsenpsychologie bewusst machen

Wer eine Dividendenstrategie verfolgt, sollte sich die psychologischen Fallstricke bewusst machen, die an der Börse lauern. Bei Anwendung einer disziplinierten, qualitätsbasierten Strategie, die Informationen über einen längeren Zeitraum berücksichtigt, können Investoren ihre Ergebnisse deutlich verbessern. Anleger, die sich ein diversifiziertes Portfolio mit Top-Dividendenaktien aufbauen möchten, sollten daher einen Blick auf die Champions im boerse.de-Aktienbrief werfen. Die Mehrzahl dieser 100 Werte – ermittelt auf Basis der Performance-Kennzahlen der vergangenen zehn Jahre – schüttet Gewinne aus.

Eine vorgefertigte Lösung bietet alternativ der boerse.de-Dividendenfonds. Dieser investiert ausschließlich in qualitativ hochwertige Unternehmen: 60% des Anlagevolumens werden in Dividenden-Champions angelegt, 40% in Aktien, die über einen längeren Zeitraum mit einer attraktiven Dividendenpolitik überzeugen. Wer gern mehr über die Anlagestrategie des boerse.de-Dividendenfonds wissen möchte, erfährt Näheres im White Paper von Prof. Dr. Hubert Dichtl und Thomas Müller, das Sie hier kostenlos und völlig unverbindlich anfordern können.